Samstag, 18. August 2018 von Lydia Wania-Dreher

Mehr als ein Stück Papier

Ich bin ein Fan von kleinen Zetteln. Von kleinen Zetteln mit Botschaft. Ganz unverhofft läuft man an solche hin und meist verschönern sie einem – zumindest für einen Moment – den Tag. In meinem Urlaub hatte sich eine Gruppe die Mühe gemacht und jeden Tag einen Zettel mit einer Botschaft an die Spiegel in den Waschräumen gehängt. Darauf stand manchmal ein kleiner Satz, manchmal eine kurze Geschichte. „Was macht dein Leben reicher?“ oder „Was würdest du in dein Glücksglas füllen?“.

Dieses kurze Innehalten und Nachdenken fand ich wunderbar. Es waren mit meine schönsten Urlaubsmomente. Schon allein die Gedanken an Freunde, Familie oder Blumen auf einer großen Wiese machten mich ein klein wenig glücklicher. Und – ich freute mich jeden Tag auf die Waschräume.

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Freitag, 17. August 2018 von Pascal Tonnemacher

Fluch oder doch Segen?

Einkaufen. Kampf und Krampf zugleich, vor allem wenn es Richtung Kasse geht. Ja, ein bisschen zugespitzt ist das schon. Aber die Warterei zu den Stoßzeiten, die sich manchmal nicht vermeiden lassen, kann nerven. Ein wahrer Segen sind da sogenannte Selbstbedienungskassen. Gespenstisch leer sind diese Bereiche meistens, so meine Erfahrung. Die Leute scheinen sich nicht ranzutrauen, dabei ist es recht simpel. Alles abscannen, abstellen, bezahlen, gehen. Wer sich dann doch rantraut, ist nach 30 Sekunden mit einem kleinen Einkauf auch schon wieder am Auto. Und wenn es Probleme oder Unsicherheiten gibt, helfen erstens eine ausführliche Anleitung oder bislang immer nette und verständnisvolle Mitarbeiter. Für die kann diese Erfindung jedoch ein Fluch sein. Setzt sich der Trend durch, werden ihre Jobs an der Kasse wohl bald überflüssig. Der Kunde macht die Kassierer-Arbeit einfach selbst, der Konzern spart eine Menge Geld. Ob es dann wirklich schneller geht, wenn alle normalen Kassen durch SB-Kassen ersetzt wurden, bezweifle ich. Doch für kleine Einkäufe sind sie eine tolle Sache. Denn leider nicht jeder dreht sich in der Kassenschlange um und sagt „Oh, Sie hend nur paar Sacha, ganged se ruhig vor!“

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Mittwoch, 15. August 2018 von Holger Much

Ein Plädoyer für Vogelhäuschen

Wir füttern in unserem Garten das ganze Jahr über die Vögel. So wie es der bekannte Vogelkundler Peter Berthold fordert. „Es ist unsere moralische Pflicht, Vögel zu füttern“, sagt er sogar. Ich finde, er hat recht. Eine Studie aus Nordrhein-Westfalen kam bereits 2016 zu dem katastrophalen Ergebnis, dass dort bis zu 80 Prozent weniger Fliegen, Mücken und Käfer leben. Die Vögel finden daher immer weniger Nahrung. Landwirtschaftliche Monokulturen sowie verarmte Gärten mit englischem Rasen und den offenbar immer beliebter werdenden Schotterflächen tragen mit dazu bei.

Nach der aktuellen Nabu-Vogelzählung wurden pro Garten im Schnitt nur 33,3 Vögel gemeldet. Das ist die niedrigste Vogelzahl seit Beginn der Aktion vor 14 Jahren und ein erneutes Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der European Bird Census Council meldet, dass in den letzten drei Jahrzehnten die Zahl der Vögel in der Agrarlandschaft in 28 Staaten Europas um mehr als die Hälfte zurück ging. All das bedrückt mich mittlerweile immer mehr und ich versuche, quasi als Tropfen auf dem heißen Stein, wenigstens im privaten Rahmen zu tun, was ich kann. Und füttere Vögel, das ganze Jahr.

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Dienstag, 14. August 2018 von Andreas Westerhausen

Kräuterbuschen gegen Unheil

Morgen ist es wieder soweit: In katholisch geprägten Gegenden wird an Maria Himmelfahrt (15. August) der Kräuterbuschen in der Kirche geweiht. Unterschiedlich ist die Anzahl der Kräuter, die in einen Kräuterbuschen gehören. Immer handelt es sich jedoch um eine symbolträchtige Zahl, sei es sieben, neun, zwölf oder ein Vielfaches davon.

In früheren Zeiten kam der Kräuterbuschen getrocknet in den Herrgottswinkel und sollte dort vor Unheil und Krankheit schützen. Im Stall angebracht soll er das Vieh vor Krankheit schützen. Bei herannahendem Gewitter oder Sturm wurden Teile davon verbrannt, um vor Blitz und Unglück zu schützen.

Die Zeit zum Stecken der Kräuter ist gut gewählt, gilt die Zeit zwischen Maria Himmelfahrt und dem 15. September seit alters her als „Frauendreißiger“. In diesem Zeitraum besitzen die Kräuter die meisten Inhaltstoffe und sind somit am wirksamsten. Die gesammelten Kräuter halfen den Familien, um gut über den Winter zukommen.

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Samstag, 11. August 2018 von Klaus Irion

Woher stammt der Name Irion?

Ich trage einen großen Namen, heißt eine beliebte Ratesendung des SWR, bei der Nachfahren von Persönlichkeiten nach erratenem Nachnamen aus dem eigenen Leben, aber vor allem aus dem Leben des nachnamensgleichen berühmten Vorfahren berichten. Nun kann ich nicht behaupten, dass ich einen berühmten Vorfahren namens Irion habe. Dafür kann ich sagen: Es ist ein außergewöhnlicher, weil eher seltener Nachname. So zumindest sehen es viele Zeitgenossen. Zwei Fragen, die mir in meinem Leben mit Sicherheit am meisten gestellt werden: „Woher kommt dieser Name?“ Und seit ich in Balingen lebe auch: „Sind Sie mit den Irions aus Geislingen oder denen aus Rosenfeld verwandt?“ Zu Frage eins: Die Herkunft meines Namens ist nach wie vor ungewiss. Es gibt die katholische Variante, wonach Irion dem Kölner Ortsheiligen Gereon geschuldet ist. Es gibt die evangelisch-französische Variante, wonach es ursprünglich ein Hugenottenname gewesen sein soll. Und es gibt die religiös neutrale Variante, wonach Irion aus dem alemannischen Sprachraum entstammt. Was die zweite Frage betrifft: Nein, ich habe – zumindest meines Wissens nach – keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen zu den wenigen Irions in Geislingen oder Rosenfeld. Ich bin ein vor vielen Jahren aus dem Südschwarzwald zugereister Irion, und meine Irion-Vorfahren stammen aus Flözlingen bei Rottweil. Diese Nicht-Verwandtschaft gilt auch zu unserer derzeitigen Redaktionspraktikantin Lea Irion aus Ratshausen. Auch wenn in der Öffentlichkeit – wieder einmal wohl unserem gemeinsamen seltenen Nachnamen geschuldet – bereits Verwandtschaftsgerüchte die Runde machen.

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