Mittwoch, 19. Juli 2017 von Pascal Tonnemacher

Alternative zum Taxifahren

Wie klein die Welt doch ist. Ein ausgesprochen abgedroschenes Sprüchlein. Wie klein sie aber wirklich sein kann, habe ich auf dem Grundlagenseminar erlebt, das jeder Volontär, wie ich einer bin, zu absolvieren hat. Ziemlich einsam trifft man am ersten Tag auf über 20 andere einsame Zeitgenossen, allesamt mir unbekannt. Oder? Moment. Woher kenn ich das Gesicht? In der Runde tauscht man sich aus. Von welcher Zeitung man kommt, wie alt man ist und was man studiert hat. Und genau hier liegt der Hund begraben. Wie der Zufall und die kleine Welt es will, treffe ich frühere Kommilitonen aus spannenden Geschichtsseminaren. Die Chance dürfte bei rund 1:1 000 000 gelegen haben. Doch wenn man die Lebensläufe der Mit-Volontierenden betrachtet: circa 1:10. Das Seminar bestand quasi aus einem Haufen Sozial- und Geisteswissenschaftlern, wie ich einer bin. Da hatte der Professor im ersten Semester in einem wohl wirklich recht: „Seien Sie sich bewusst: Mit diesem Studium werden Sie entweder Taxifahrer oder Journalist.“

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Mittwoch, 17. Mai 2017 von Pascal Tonnemacher

Wap-bap, ich bin mal weg!

Die (jungen) Leute sind mittlerweile überall im Internet anzutreffen: Facebook, Twitter, Snapchat, Youtube. Auf letzterem Videoportal tummelt sich mittlerweile zwischen süßen Katzenvideos und E-Sportlern, die ihre Spiele live übertragen, auch ziemlicher Schund. Ich persönlich bin dort deshalb nicht mehr so oft zu finden. Die großen Trends und Aufreger bekommt man über die Medien mit, Musik gibt's bei Streaming-Portalen und Schönheits- und Schminktipps hol ich mir dort lieber auch nicht. Doch genau damit verdient die Kölnerin Bianca Heinicke alias Bibi mittlerweile ihre Brötchen. Ihr Youtube-Beauty-Salon versorgt 4,5 Millionen Abonnenten, Monatseinnahmen: 110 000 Euro. Nicht schlecht! Was jedoch schlecht sein soll, ist der Song, den die 24-Jährige produziert hat: Wap-bap, ba-da-di-da-da soll sie dort singen. Und es soll grauenhaft sein. Ich tu mir das aus Prinzip nicht an. Denn jede Werbung ist gute Werbung. Millionen Zuschauer dürften nur allein deshalb auf das Video geklickt und ihr Werbeeinnahmen beschert haben, weil sie sich vergewissern wollten, dass ihr Lied auch wirklich so grauenhaft ist, wie alle sagen. Bei 34 Millionen Aufrufen hat sie innerhalb kürzester Zeit über zwei Millionen Negativbewertungen und kaum positive Bewertungen angesammelt; das bedeutet Platz 6 auf der Liste der unbeliebtesten Videos auf Youtube. Platz 1 belegt Justin Bieber mit „Baby“ mit 1,6 Milliarden Aufrufen und beinah ebenso vielen positiven wie negativen Bewertungen. Eins haben sie bei all den Unterschieden gemeinsam: Ihr Kontostand wird sie trösten.

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Mittwoch, 10. Mai 2017 von Pascal Tonnemacher

Kein Kaffee ist keine Lösung

Wie sich eine akute Krankheit auf den Einzelnen auswirkt, hängt bekanntermaßen von ebendiesem ab. Ich habe in der vergangenen Woche ein spannendes Phänomen an mir selbst mal wieder bestätigen können. Bin ich leicht erkältet, dann ändert sich gar nicht so viel bei mir. Ich brauche nicht mehr Schlaf, habe keine schlechte Laune und meistens auch sonst keine Beschwerden. Irgendwie geht's mir sogar besser. Denn krank habe ich überhaupt gar keine Lust auf Kaffee und bin auch morgens nicht so müde. Die Kollegen in der Redaktion schütteln jetzt natürlich ungläubig den Kopf: Das kann nicht sein! Doch sie wurden in der vergangenen Woche eines Besseren belehrt. Bin ich wieder kerngesund, steige ich natürlich wieder von Tee auf Kaffee um, weil ich morgens wieder müde und ohne Koffein quasi unbrauchbar bin. Stellen sich nun natürlich die selbstkritischen Fragen: Ist das der Placebo-Effekt? Brauche ich den Kaffee überhaupt, wenn es doch bewiesenermaßen sehr gut ohne geht? Gruselige Vorstellung, die ich gar nicht erst in die Realität umsetzen will. Lieber mal wieder den Wasserkocher einschalten – zum Kaffee kochen.

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Mittwoch, 12. April 2017 von Pascal Tonnemacher

Wem gehört der Haufen?

Es gibt Namen, die gerne verwechselt werden. Neben meinem Nachnamen, der so gut wie nie richtig geschrieben wird, gehört offenbar auch mein Vornamen dazu. Statt Pascal wurde ich des Öfteren von Leuten, die mich noch nicht lange kannten, zum Beispiel Patrick genannt. Nun hat das Schrecken seinen Gipfel erreicht: Ich werde mit dem Hund meiner Schwiegereltern/Nachbarn namens Pascha verwechselt. Paca ist nämlich nicht nur mein Kürzel beim ZOLLERN-ALB-KURIER, sondern auch mein geläufigerer Namen beim Großteil der Familie und bei Freunden. Nun kam es in den vergangenen Monaten und Jahren erstaunlich oft vor, dass „Paca einen Riesenhaufen in den Garten gesetzt“ oder „Paca in die Dusche gekotzt“ hat. Mitte Zwanzig sind die „wilden“ Jahre zwar noch nicht unbedingt vorbei, doch das lasse ich mir nicht ankreiden. Deshalb verkünde ich hier offiziell: Ich bin garantiert stubenrein! Das können die Kollegen in der Redaktion auch ganz sicher bestätigen.

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Samstag, 4. März 2017 von Pascal Tonnemacher

Gscheit mit Hunderttausend

Ein neues Auto, tolles Gefühl! Obwohl neu ja nicht immer auch Neuwagen bedeuten muss. Um vor allem für den Job mobil zu sein, bin ich deshalb im Besitz eines französischen, roten und gebrauchten Kleinwagens. Und der tut, was er soll – ohne zu meckern! Und das obwohl wir ihn schon mit rund 93 000 Kilometern auf dem Tacho gekauft habe. Nach genau 200 Tagen habe ich es fast geschafft. Einhunderttausend Kilometer. Die magische Grenze ist so gut wie erreicht. Manch einem menschlichen Kollegen wird es ähnlich ergehen. Denn wir Schwaben haben ja auch so eine magische Altersgrenze: die 40! Mit Vierzig wird der Schwabe gscheit. Und hat auch schon den ein oder anderen Kilometer auf dem Buckel und vielleicht auch Kratzer im Lack. Nun wird es also am Wochenende soweit sein: Mein Autole wird endlich gscheit! Ich halte Sie auf dem Laufenden. Für ein Beweisfoto folgen Sie uns auf Twitter: @zak_redaktion.

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