Freitag, 8. Juni 2018 von Volker Bitzer

Mit Justitia gegen Spammer

Quillt Ihr Email-Postfach auch manchmal über? Vor lauter Werbebotschaften und Spam- Nachrichten unzähliger und vor allem absolut unerwünschter Absender. Sei es ein Angebot für einen Sofortkredit, eine Offerte für irgendwelche Pillen oder Einladungen, die ein oder andere dubiose Seite zu besuchen. Das ist so der Standard-Müll, der einem täglich in den elektronischen Briefkasten flattert. Leider.

?Ein wenig Abhilfe – man muss es zugeben – hat die DSGVO, die neue Datenschutz-Grundverordnung, schon gebracht. Aber gut ist es noch lange nicht. Das gezielte Abmelden oder Austragen aus Newslettern, zu denen man sich übrigens gar nie wissentlich angemeldet hatte, obgleich es einem die Versender gerne weismachen wollen, ist so mit manchen Tücken behaftet. Vor allem dann, wenn man dadurch auf eine Internetseite weitergeleitet wird, wo man nun seine Email-Adresse eintragen soll, um endlich keinen Werbemist mehr zu bekommen. Gerade dadurch wird nicht selten eine neue Flut erst ausgelöst. Schließlich wissen die Gauner nun, dass diese Mailadresse tatsächlich aktiv ist und genutzt wird.

?Manchmal hilft aber tatsächlich drohen. Nämlich dann, wenn die unerwünschten Mails von einer Firma (ob direkt oder von einem Werbedienst) versandt worden sind. So habe ich jüngst einem Unternehmen aufgrund der DSGVO mit juristischen Schritten gedroht. Prompt kam ein Entschuldigungsschreiben und die Versicherung, dass ich sogar händisch aus deren Verteiler ausgetragen worden sei. Na also, geht doch!

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Donnerstag, 7. Juni 2018 von Daniel Seeburger

Wo sind nur die Schwalben hin?

Hurra! Heute morgen habe ich einen Feldhasen gesehen. Er hoppelte einsam über ein Maisfeld, war auf der Suche nach einer Hecke, in der er Deckung suchen konnte. Feldhasen sind selten geworden. Genau so wie Schwalben. Die Vogelzählung vom 10. bis 13. Mai brachte ein ernüchterndes Ergebnis: es gibt 26 Prozent weniger der schwarz-weißen Gesellen als im vergangenen Jahr. Einer der Gründe dafür ist die Verdolung von Bachläufen. Denn die Schwalben holen den Baustoff für ihre Nester von Wasserstellen, die nicht mehr als 300 Meter von ihrem Brutort entfernt liegen. Ein weiteres Problem ist der schleichende Rückgang der Insekten. Durch den vermehrten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und eine intensivierte Landwirtschaft wird der Lebensraum für Insekten immer mehr eingeschränkt. Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten, hier auch im Kleinen Abhilfe zu schaffen. Brennnesseln im Garten sind kein Unkraut, sondern wichtig für Schmetterlinge. Totholz bietet Wildbienen und Hummeln Unterschlupf. Klinisch reine Gärten sind der Tod für viele Nutzinsekten. Und auch die Gemeinden können einiges für den Schutz von Insekten und Vögeln tun. Weshalb beispielsweise werden in vielen Städten und Dörfern im vier- bis sechswöchigen Rhythmus die Randstreifen an Straßen und Wegen abgemäht? Dass das an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen aus Sicherheitsgründen notwendig ist, ist klar. An allen anderen Wegen allerdings wird durch intensives Mähen die Lebensgrundlage zahlreicher Tiere und Pflanzen zerstört. Wie es mit den Insekten, Schwalben und Hasen in unserer Umwelt weiter geht, liegt an uns. Wir können unser Verhalten ändern, die Tiere nicht.

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Mittwoch, 6. Juni 2018 von Thomas Godawa

War das früher auch so?

Ich bin mir nicht sicher, ob das Wetter früher auch so war. Und mit früher meine ich vor 50 Jahren. Da bin ich im Sommer in kurzer Lederhose und barfuß durch die Gegend gesprungen und habe mir nichts Böses dabei gedacht. Es war warm, nachmittags bin ich mit Kumpels ins Freibad. Die Ausrüstung bestand aus einem Handtuch und ein paar Zehnpfennig-Stücken. Die waren entweder für Eis oder für Brausepulver aus der Tüte. Und ja, ab und zu gab es auch mal ein Gewitter. Dann wurde der Himmel schwarz, manchmal auch schon etwas gelblich, Blitze zuckten und Donner grollte und es schüttete heftig. Da bin ich dann schon mal völlig durchgeweicht wieder nach Hause gekommen. Aber war das mit dem Katastrophenszenario von heute zu vergleichen? Liegt es daran, dass wir heute mehr Bilder sehen. Neulich stellte sich in einer Fernsehsendung die Frage nach der gestiegenen Häufigkeit von Tornados in Europa und die Experten stellten fest, die gab es schon immer und die Zahl sei konstant geblieben. Tja, nun weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich habe ich das als kleiner Junge nicht so wahr genommen und es gab die Macht der Bilder noch nicht.

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Dienstag, 5. Juni 2018 von Rosalinde Conzelmann

Ein toter Wal zu viel

Es war ein qualvoller Tod für den Kurzflossen-Grindwal. Der stolze Meeressäuger verendete an mehr als 80 Plastiktüten im Magen in einem Kanal an der thailändischen Grenze zu Malaysia. Zuvor erbrach er fünf Plastiktüten. Vergeblich hatten Retter versucht, sein Sterben zu verhindern. Das Tier hat schlicht keine nährstoffhaltige Nahrung mehr aufnehmen können, sagen Biologen. Der tödliche Mageninhalt wog acht Kilogramm. Das Erschreckende daran: Es ist kein Einzelfall. Jährlich verenden zahlreiche Tiere, Schildkröten und Delfine, am Plastikmüll unserer Zivilisationsgesellschaft. Der Mensch vermüllt seinen eigenen Lebensraum; die Weltmeere verkommen zu Plastikgruben, das Wort Recycling klingt wie Hohn. So sinnlos und grausam der Waltod ist, vielleicht schreckt er die Menschen auf, ihr Verhalten zu ändern. Es gibt Projekte, wie den Quadrimaran zum Säubern der Meere des Schweizers Yvan Bourgnon. Diese sollten wir unterstützen und Wegwerfplastik aus unserem Alltag verbannen.

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Samstag, 2. Juni 2018 von Rosalinde Conzelmann

Ein schleimiger Ausputzer

Das derzeit feucht-warme Klima erfreut das Gärtnerherz, denn die Pflanzen schießen in die Höhe. Aber ebenso jubilieren die Schnecken, die sich ihre Bäuche vollfressen. Zum Ärger der Gartenbesitzer. Während meine Bekannten über die Schneckenplage klagen und fast verzweifeln, werden die Pflanzen in unserem Garten nur wenig angeknabbert. Woran das liegt? Ich habe da eine Vermutung. Denn ganz schneckenfrei ist meine grüne Oase nicht. Dort fühlt sich der Tigerschnegel heimisch, ein Artgenosse der Nachtschnecke mit Raubkatzen-Print. Sein Leibgericht sind Pilze und totes Pflanzenmaterial; er jagt aber auch andere Nacktschnecken und frisst deren Eier. Ein paar Mal schon bin ich dem einen oder anderen Tigerschnegel bei Nacht begegnet und habe mich für seine Arbeit bedankt. Ob die „Leopardenschnecke“ wirklich ihren gefräßigen Artgenossen den Garaus macht, habe ich persönlich noch nicht gesehen. Denn in Gärtnerkreisen ist ihr „Einsatz“ umstritten. Viele ekeln sich vor dem Tigerschnegel und sagen, dass er ebenso gerne den Salat wegfuttert wie die spanische Nachtschnecke; andere sind hellauf begeistert. So wie ich. Bei mir sind die schleimigen „Raubkatzen“ jederzeit willkommen.

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