Mittwoch, 25. Juli 2018 von Gudrun Stoll

Wo geht's denn hin?

Sind die Koffer schon gepackt? Baden-Württemberg startet am Donnerstag in die Schulferien. Als vorletztes Bundesland. Wohin es die Schwaben zieht, hat das Online-Reisebüro „Ab in den Urlaub“ aus den bereits gebuchten Reisen ausgewertet. Wenn es um die schönsten Tage im Jahr geht, lassen sich die Menschen ihre Urlaubspläne weder vom Fußballdebakel, der Rassismusdebatte, den peinlichen Herren aus dem DFB-Elfenbeinturm noch vom Alleinherrscher am Bosporus vermiesen: Ganz oben auf der Liste der Ziele steht die türkische Riviera. Dorthin zieht es 15,8 Prozent der Reisenden.

Obwohl die Mallorquiner die Invasion der Touristen und deren Feierexesse gründlich satt haben, belegt die Baleareninsel im Sommer 2018 Platz zwei auf der Beliebtheitsskala.

Gerne verbringen die Badener und Württemberger den Sommer auch in den ägyptischen Badeorten am Roten Meer oder fliegen auf eine der zahlreichen griechischen Inseln. Auf Korfu oder Kreta, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, gelten Touristen nicht als lästige Plage. Die Einheimischen schreiben Gastfreundschaft und Freundlichkeit groß.

Ein Klassiker bleibt Italien. Und wer gerne zu Hause ausspannt, braucht sich nicht zu verstecken: Auch das Ländle ist „besonders“. Und man muss nicht mal Hochdeutsch können.

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Dienstag, 24. Juli 2018 von Holger Much

Herzensworte aus dem All

Diese wenigen Minuten waren sicher etwas vom Beeindruckendsten, was ich jemals erlebt habe – zumindest im Rahmen eines Konzertes. Denn ich war dabei, als Alexander Gerst zusammen mit den Elektro-Legenden der Gruppe Kraftwerk deren Song „Spacelab“ auf einem Tablet-PC mitspielte – als Liveschaltung aus 400 Kilometern Höhe über dem Atlantik, während er in der ISS mit unglaublichen 28 000 Kilometern pro Stunde im Weltraum um die Erde raste.

„Wir begrüßen nun Alexander Gerst“, sagte Kraftwerk-Gründer und Chef Ralf Hütter plötzlich mitten im Lied, und dann tauchte der sympathische Astronaut auf der rieseigen Leinwand auf dem Stuttgarter Schlossplatz auf und grüßte die 7000 Konzertbesucher. Diese Kombination aus kompletter Überrumpelung , faszinierender Technik und unerwarteter Kreativität begeisterte an sich schon. Doch dann waren da noch die Worte von Alexander Gerst, der erzählte, wie auf der Raumstation für die Forschung mehr als 100 Nationen friedlich nebeneinander und miteinander arbeiten, „um das tägliche Leben auf der Erde besser zu machen“.

Der erhobene Zeigefinger fehlte. Dennoch, oder gerade deshalb, kam diese wunderbare, positive Botschaft des Friedens, unterstützt noch von der universellen Sprache der Musik, so direkt in den Herzen an. Eine Botschaft, die in unseren Zeiten so wichtig ist und deshalb so gut tut.

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Samstag, 21. Juli 2018 von Volker Schweizer

Auf geht's nach Hartheim

Als mich vor über drei Jahren der Hartheimer Ortsvorsteher Bodo Schüssler kontaktierte, um mit mir über die Vorbereitungen für die 1250-Jahr-Feier zu sprechen, dachte ich „Jetzt schon?“. Dass so ein Jahrhundertereignis einen langen Vorlauf braucht, wurde mir dann aber sehr schnell klar. Denn wenn auf dem Großen Heuberg gefeiert, dann richtig, dann gibt es keine halbe Sachen. Bodo Schüssler hat zusammen mit engagierten Bürgern in vielen unzähligen Stunden ein Fest auf die Beine gestellt, das sicherlich als weiterer Meilenstein in die ohnehin schon ereignisreiche Chronik des kleinen Dorfes eingehen wird.

Höhepunkt bildet am morgigen Sonntag der große Umzug mit 90 Gruppen und weit über 1000 Teilnehmern. Geschichtsinteressierte sollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Es gibt wohl nur wenige Hartheimer, die daran nicht beteiligt sind. Alles ist bestens vorbereitet, alle sind in guter Stimmung und in Vorfreude – nur ein Unsicherheitsfaktor bleibt: das Wetter. Trocken, aber nicht zu heiß, das wären die optimalen Voraussetzungen.

Die Hartheimer sollten sich von der Vorhersage nicht beirren lassen. Petrus wird, muss einfach gnädig sein.

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Mittwoch, 18. Juli 2018 von Gudrun Stoll

Bruno in der Postmoderne

Um Himmels Willen nein: Ich will im Juli nicht in weihnachtliche Themen abschweifen. Man kann ja froh sein über jeden sonnigen und warmen Tag, der Lust macht auf Freibad, Freizeit und die bald beginnenden Ferien. Aber bis der letzte Schultag endlich naht und auch in den Firmen und Handwerksbetrieben die Arbeit für kurze Zeit ruht, heißt die Parole: Mindestens einmal am Tag ganz langsam bis Zehn zählen, den Stress wegatmen und die Gehirnzellen mal kurz durchlüften. Kurz vor der Sommerpause herrscht eine Hektik und Terminfülle, wie man sie aus den so gern als besinnlich verbrämten Tagen kennt, bis sich am 24. Dezember das letzte Türchen am Adventskalender öffnet – womit wir wieder beim Thema wären. . .

Gemeinderäte und Kreistag packen in ihre letzten Sitzungen vor der Sommerpause eine Themenfülle, die jegliches Maß sprengt. Der Veranstaltungskalender fürs anstehende Wochenende ist angehäuft mit Events, die ausreichen würden für ein Monatsprogramm. Dann folgt die Saure-Gurken-Zeit, früher ein Fall für Nessie, Problembär Bruno oder Kaiman Sammy. Heute stopfen Selfies und aufgepeppte Onlinenachrichten die scheinbare Langeweile des Sommerlochs.

Schade, denn wir gönnen uns auch in der Sommerfrische keine Ruhe mehr. Dabei hätten wir diese Zeit der Reflexion über diese irre gewordene Welt und ihre aus dem Ruder laufenden Politiker bitter nötig.

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Mittwoch, 18. Juli 2018 von Nicole Leukhardt

Von Hamstern und Ministern

Meine Tochter saß neulich wutschnaubend auf dem Sofa. Einerseits, weil die Rabenmutter darauf bestanden hat, dass der Fernseher ausgemacht wird. Andererseits, weil ich herzlich über ihren Verhörer gelacht hatte. „Ich will Erwin und die Chipmunks sehen“, hatte sie protestiert. Ich habe vergeblich versucht, sie zu überzeugen, dass der Anführer der Comic-Streifenhörnchen Alvin und nicht Erwin heißt. Sie ahnen es – ich hatte keine Chance. Dabei habe ich mich auch schon öfter völlig verhört. Dass es in dem Lied der Gruppe „Ich + Ich“ nicht um einen sich echauffierenden Nager handelt, habe ich recht schnell verstanden. Der Sänger singt nämlich „Es tobt der Hass, da vor meinem Fenster“. Einen tobenden Hamster vor dem Fenster finde ich persönlich aber einfach witziger. Erst vor wenigen Monaten allerdings hat mein Mann mir unter schallendem Gelächter erklärt, dass die Kriegsminister aus Nenas Hit 99 Luftballons keineswegs eine liebevolle Beziehung zum Treibstoff haben. Ich hatte nämlich immer „99 Kriegsminister streichelten Benzinkanister“ gesungen. Das Streichholz habe ich da nie gehört.

Wie geht's Ihnen, haben Sie sich auch schon mal über seltsame Textzeilen gewundert? Schreiben Sie's mir, Erwin, der Hamster und ich freuen uns schon!

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