Dienstag, 4. Dezember 2018 von Lydia Wania-Dreher

Ein Engel ohne Flügel

Es gibt sie. Die menschlichen Engel, die ganz unverhofft kommen und Licht ins Dunkel bringen. So erreichte uns vor einigen Tagen ein Brief von Marianne Fischer. Sie schrieb uns, dass sie in der Bahnhofstraße in Balingen geparkt hatte und einige Besorgungen machte. Als sie zurückkam, rutschte ihr der Autoschlüssel aus der Hand und fiel zwischen den Eisenstreben hindurch in einen Schacht. „Angesichts von zwei Terminen, die zeitnah wahrgenommen werden wollten, stand ich nun da und eine leise Panik begann sich in mir auszubreiten“, beschreibt sie die Situation. Die Menschen auf dem Gehweg eilten vorbei. Niemand nahm sich ihrer an. In ihrer Not betrat sie das in unmittelbarer Nähe liegende Antalya Kebab Haus. „Alle waren beschäftigt, gleichwohl wurde mir sofort aufmerksam, anteilnehmend zugehört und augenblicklich bahnte sich eine Lösung an“, schreibt Marianne Fischer. Ein freundlicher türkischer Mann angelte kurzerhand mit einem gebogenen Draht den Schlüssel aus dem Schacht. Erleichtert und glücklich konnte Marianne Fischer weiterfahren. Dank einem Menschen, der zuhörte, sich Zeit nahm und half.

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Samstag, 1. Dezember 2018 von Rosalinde Conzelmann

Ein Unbehagen bleibt

Jetzt ist sie da: die Zeit der Weihnachtsmärkte. Seit dem Anschlag auf den Breitscheidplatz in Berlin vor zwei Jahren, als elf Menschen durch Terroristenhand getötet wurden, ist dieser romantische Weihnachtsbrauch entzaubert. Eine schreckliche Realität hat ihn eingeholt. Es ist einfach anders. Auch für mich. Obwohl ich weit weg bin von den Metropolen Berlin, Hamburg oder München und mich auf die Märktle in Heselwangen und Erlaheim freue – ohne eine Spur von Angst. Die Berliner haben für 2,5 Millionen Euro Betonwände zum Schutz der Besucher aufgestellt. Zudem werden Polizisten patrouillieren. In Ulm sollen tonnenschwere Spatzen den Besuchern ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Alles nur Fassade, Augenwischerei? Denn die Gefahr vor Terroranschlägen ist deswegen nicht geringer. Vielleicht ist die Angst aber bei den einen oder anderen kleiner. Wir werden damit leben und umgehen müssen und sollten den Zauber auch hinter Betonwänden suchen.

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Donnerstag, 22. November 2018 von Lydia Wania-Dreher

Plastik schlägt auf den Magen

Vier Plastikflaschen, 115 Plastikbecher, 25 Plastiktüten, ein Nylonsack, zwei Flipflop-Sandalen und mehr als 1000 weitere Plastikteile. All das fanden kürzlich Forscher im Magen eines verendeten Wals, der an der Küste von Indonesien gestrandet war. Der Müll aus dem knapp zehn Meter großen Meerestier wog insgesamt 5,9 Kilogramm. Solche Nachrichten machen mich traurig und auch nachdenklich. Immer wieder überlege ich mir, was ich ganz konkret machen kann, um Plastik und so auch Plastikmüll zu vermeiden. Denn ich bin der Meinung: Auch Kleinvieh macht Mist. So nehme ich seit mehreren Monaten statt einer Plastikflasche eine mit Leitungswasser gefüllt Glasflasche mit ins Büro. Dazu benutze ich einfach eine herkömmliche Milchflasche. Günstig und leicht zu reinigen.

Doch allzu oft greife ich immer noch ganz selbstverständlich zu Plastik – zum Einfrieren, zum Abdecken, zum Transportieren. Dann habe ich manchmal ein schlechtes Gewissen, weil die durchsichtige Folie nur wenige Stunden im Gebrauch war. Dann denke ich an den Wal.

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Samstag, 17. November 2018 von Gudrun Stoll

Aber schön muss er sein

O b im Kanzleramt kurz vor dem Fest fröhliche Weihnachtslieder gesungen werden, wissen wir nicht. Der Christbaum für Angela Merkel jedenfalls kommt aus Hechingen.

Und auf dem Stuttgarter Schlossplatz illuminieren wieder 40 000 LED-Lämpchen die Rotfichte aus dem Albstädter Stadtwald? Nicht ganz. Der Weihnachtsbaum für die Landeshauptstadt kommt heuer aus dem knapp 40 Kilometer nordöstlich von Stuttgart gelegenen Welzheimer Wald. Nicht, dass die Stuttgarter unzufrieden gewesen wären mit den Gewächsen von der Zollernalb. Obwohl: Im vorigen Jahr sollen laut einer Umfrage der Bild-Zeitung Passanten gemosert haben, der Baum sei nicht hübsch genug. Dass in 2018 eine 55 Jahre alte und 25 Meter hohe Rotfichte aus dem Rems-Murr-Kreis den Königsbau erleuchten wird, hat aber andere Gründe. Es gab einen Wechsel bei den Partnern, welche die Bäume im Auftrag der Veranstaltungsgesellschaft „in.Stuttgart“ liefern. Der neue Unternehmer stammt aus dem Welzheimer Wald. Da lag es nahe, in heimischem Bestand nach einem Prachtexemplar zu suchen. Die Albstädter sind nicht gram. Der Bestand an Solitärbäumen mit Gardemaß ist begrenzt. Wusste das Vorjahresgewächs vom Albstädter Ochsenberg nicht allen Stuttgartern zu gefallen, kam der Welzheimer Baum mit Verspätung an: Der Schwertransport war breiter als angemeldet und verzögerte sich durch Wartungsarbeiten in Tunneln und durch Baustellen.

Nun drücken wir alle fest die Daumen, dass die schön gewachsene und sorgsam ausgewählte Kanzlertanne, die heute in Begleitung des THW Hechingen auf die Reise geht, ohne Zwischenfälle und strahlend schön in Berlin ankommt.

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Mittwoch, 14. November 2018 von Rosalinde Conzelmann

Keller anstatt Kompost

Bye, bye Geranien hatte ich in meinem Tagebuch im Oktober angekündigt. Das hat eine Leserin, die ein Herz für Geranien hat, auf den Plan gerufen. Sie hat mir in einem Brieflein den Tipp gegeben, wie ich die dankbaren Blüher über den Winter bringe. Sie hatte sich zuvor sogar auf den Weg zur Redaktion gemacht, mich allerdings nicht angetroffen, weil ich unterwegs war.

Als ich die netten Zeilen erhalten habe, war es leider zu spät und meine Geranien schon auf dem Kompost beziehungsweise in der Biotonne. Ich werde den Zettel mit der Anleitung aber aufheben und im nächsten Jahr den Versuch wagen, die Blumen zu überwintern. Und an die aufmerksame Blumenfreundin sende ich ein dickes Dankeschön.

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