Donnerstag, 28. August 2008

Unser täglich Brot

Jetzt fahren sie wieder. Den ganzen Tag und fast die ganze Nacht, soweit es der Taupunkt hergibt. Die Rede ist von den Mähdreschern, die nun kleine und große Felder abernten. Immer darauf bedacht, dass der Stundeneinsatz stimmt. An den Rändern stellen die Bauern große Transportwagen auf, die das Getreide aufnehmen. Kaum ist einer voll, steht schon der nächste da, während der Bauer seine Ernte schnell ins Trockene bringt.

Wenig ist übrig geblieben von der verklärten Romantik vergangener Tage, die sich in Volksliedern widerspiegelt. Niemand spannt mehr den Wagen an, um die goldenen Garben einzuholen. Heute gibt es diese zu Garben gebundenen Getreidehalme nur noch zu Erntedank und zu Dekorationszwecken, den Herbst symbolisierend.

Auch die Müller sind schon seit Jahrzehnten aus unserem Lebensumfeld verschwunden. Nun folgen langsam die Bäcker nach. Immer weniger Gemeinden haben noch ihren Bäcker. Im Ausbreiten begriffen sind nur noch Backfilialen von Großbäckereien. Brot gibt es nur noch im Einkaufszentrum.

Aufgrund des Hochs Axel über Süddeutschland und der daraus resultierenden trockenen Witterung, wird auch in nächster Zeit unser täglich Brot gesichert sein – vielleicht fällt ja auch noch ein bischen Biosprit ab.

In Anbetracht dieser Aussichten schlucken wir gern den Ärger hinunter, versperrt ein Mähdrescher wieder einmal den flotten Weg nach Hause.

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Mittwoch, 27. August 2008

Höchste Zeit für Lebkuchen

Ja, ist denn heut’ schon Weihnachten? An dieses Zitat von Franz Beckenbauer in einem Werbespot für ein Mobilfunkunternehmen musste ich vorletzte Woche beim Einkaufsbummel durch Reutlingen denken. Bei der Suche nach kurzärmeligen Schnäppchen dröhnten himmelhochjauchzende Klänge aus den Lautsprechern. Sicherlich ein Versehen, denn noch gab es eine Etage tiefer keine Lebkuchen zu kaufen. Lange wird es aber wohl nicht mehr dauern, bis man uns wieder monatelange auf das Fest der Feste einstimmen möchte. Es ist auch höchste Zeit, denn zwischenzeitlich haben Kürbisse aus Ton, schauderhafte Gestalten, Vampirzähne und Gummispinnen schon Staub angesetzt. Damit diese Utensilien für Halloween, ein Ereignis, das man auch hierzulande immer ausschweifender feiert, für klingelnde Kassen sorgen, stehen sie schon seit geraumer Zeit einträchtig mit den Restposten an Sonnencremes in den Regalen. Es ist sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, dann gibt es bereits Nikoläuse und Schokohasen im Doppelpack Oder: Nimm drei Himmelsheilige, dann gibt’s ein Langohr gratis dazu. Verkehrte Welt? Stimmt! Aber zugegeben, ein bisschen freue ich mich auch schon wieder auf die Praline mit der Kirsche darin ...

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Dienstag, 26. August 2008

Spiderman trifft Robin Hood

Wer ist Ihr Filmheld: Superman, James Bond oder Robin Hood? Ich persönlich bin Batman-Fan. Der Fledermausgeselle aus Gotham City hat vielen anderen Filmhelden gegenüber einen Vorteil: Er muss nicht allein gegen das Böse kämpfen, sondern wird wenigstens zeitweise von Robin unterstützt. Dass so viele Filmhelden solo unterwegs sind, müsste gar nicht sein, wenn es nach jenen 1000 Männern ginge, die kürzlich bei der Umfrage eines Bierkonzerns mitmachten. Danach gefragt, welche Filmhelden sie am liebsten einmal im Duett sehen würden, wählten sie Spiderman und Robin Hood auf Platz eins, dicht gefolgt von Terminator und Lassie. Auf Platz drei landeten Nemo und Die Blues Brothers. Aberwitzige Paarungen! Man stelle sich vor, Terminator trifft auf Lassies Herrchen, den Bauernjungen Timmy, oder Clownfisch Nemo blubbert unter Wasser „Everybody Needs Someone To Love“.

Wer selber Filmheld-Ambitionen hat, kann im Internet übrigens einen Test machen, der verrät, welcher Held man im wahren Leben wären. Ich bin scheinbar am ehesten Forrest Gump oder Indiana Jones. Allerdings habe ich angeblich auch Ähnlichkeiten mit dem grünen Zeichentrickgesellen Schrek.

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Samstag, 23. August 2008

Dabei wollte ich nur helfen

„Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht“ ist so ein Sprichwort, dem ich im Normalfall herzlich wenig abgewinnen kann, da ich in der heutigen Zeit der Ellenbogen bereits gute Absichten hoch schätze. In sogar bester Absicht habe ich jüngst einer guten Freundin den eiligen Gang zur nächsten Tankstelle angeraten, um beim Auto Öl nachzufüllen. Wir hatten uns frühmorgens – Kinderferienspiele beginnen auch Samstags unglaublich zeitig – beim Kaffeetrinken getroffen, und sie erzählte, dass sie auf dem Weg ins Breisgau sei. Allerdings würde da so ein Lämpchen blinken.

Bei der Tankstelle wurde ihr dann auch gleich sehr freundlich geholfen, kräftig Öl nachgefüllt, und los fuhr sie gen Freiburg. Auf der Fahrt passierte es dann: zuerst ging ein Gang nicht mehr rein, dann blockierte der andere, dann ging gar keiner mehr rein...

Dem zu Hilfe gerufenen Automechaniker qualmte beim vorsichtigen Öffnen der Motorhaube nicht nur das unverschlossene, heiß-spritzende, offenbar zu hoch eingefüllte Öl entgegen, den dazugehörigen Deckel fand er bald darauf im Gang-Getriebe, wo er sich verklemmt und das Schalten zum Glücksspiel gemacht hatte. So viel zu gut gemeinten Ratschlägen. Na ja, jeder kann ja mal was vergessen, ist ja menschlich. Aber trotzdem: Nächstes Mal helf ich höchstpersönlich beim Ölnachfüllen – eines der wenigen Dinge, die ich am Auto erledigen kann.“

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Freitag, 22. August 2008

Bildung ist notwendig

Bildung ist mehr denn je notwendig - und berufliche Ausbildung gehört dazu. In einem Fernsehinterview neulich in der ARD wurde der Ausbildungsleiter eines Betriebes der Metallbranche befragt, warum er denn seine Ausbildungsplätze nicht besetzen könne? Nun, er habe wohl 150 Bewerberinnen und Bewerber für die Ausbildungsstellen gesichtet, aber keinen nehmen können, weil die ja noch nie etwas mit Metall zu tun gehabt haben. Aber hallo, wo leben wir denn ? Können wir uns tatsächlich den Luxus noch leisten, ausbildungswillige junge Menschen wegzuschicken.

Bereits vor gut einem Jahr hat auch die hiesige IHK in einem Aufruf ihre Mitgliedsbetriebe gemahnt, jetzt Auszubildende einzustellen, denn nach dem Jahr 2012 werde es keine mehr auf dem Markt geben. Wir können es uns also gar nicht mehr leisten, auch nur eine junge Frau oder einen jungen Mann nicht in Ausbildung zu bringen. Weder für die Aufrechterhaltung der Produktion, noch für die soziale und gesellschaftliche Zukunftsperspektive dieser jungen Generation und damit unserer Gesellschaft. Noch sind wir Exportweltmeister, weil sich unsere Kunden auf die Qualität unserer Produkte verlassen können. Doch das gute Image von „Made in Germany“ kann nur gehalten werden, wenn wir nicht eine einzige oder einen einzigen durch den Rost fallen lassen.

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