Sonntag, 30. November 2008

Stecker ziehen!

Lichterglanz, Kerzenschein, Feuerzauber – keine Zeit im Kalender ist so sehr mit Stimmungen und Romantik verbunden wie die Adventszeit. Auch ich freue mich jedes Jahr auf die ersten eiskalten Winterabende. Wenn man im Warmen sitzt, der Kaminofen bullert, der Wintertee lecker nach Zimt und Bratäpfeln duftet und die Teelichter zwischen Tannengrün in hohen Gläsern flackern. So haben sich schon unsere Großeltern auf Weihnachten eingestimmt. Heute aber scheint das vielfach „out“ zu sein. Weihnachten ist so sehr kommerzialisiert, dass einem die Vorfreude wahrlich vergehen könnte. Ich mag Lichterketten- und kerzen, wenn sie die Tanne im winterlichen Vorgarten schmücken. Nicht aber, wenn sie mir grell rot-blau-grün entgegenleuchten und dann auch noch blinken – im Sekundentakt. Bum. Bum. Wie auf einer viel befahrenen Straßenkreuzung. Oder diese Plastik-Nikoläuse, verzweifelt hängen sie an den Fensterscheiben. Schön oder gar romantisch? Nee. Ich weiß, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Ich jedenfalls bevorzuge „Omas Weihnachten“ mit echtem Kerzenschein und würde einfach die Stecker ziehen- wenn ich dürfte. Manchmal ist halt einfach weniger mehr.

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Samstag, 29. November 2008

Den Abstand bitte einhalten!

Seit Jahrhunderten ist die Schweiz demokratisch und neutral. Wie eine Insel der Glückseligen liegt sie inmitten Europas. Doch wer in den erlauchten Kreis der Schweizer aufgenommen werden will, muss sich einer harten Prüfung unterziehen. Legendär ist der Spielfilm „Die Schweizermacher“, in der Kabarettist Emil Steinberger staatskritisch und augenzwinkernd eine italienische Familie von Amts wegen penibel auf dem Weg zur Schweizerin, zum Schweizer begleitet. Fragen zu Land und Leuten inklusive.

Von den Schweizern lernen, heißt einbürgern lernen, ist man geneigt zu sagen. Schließlich müssen seit geraumer Zeit auch Menschen aller Herren Länder, die den deutschen Pass anstreben, einen Einbürgerungstest bestehen. So auch zum allerersten Mal im Zollernalbkreis am kommenden Montag in der Balinger Volkshochschule. Bestanden hat den Test nur derjenige, der aus 33 Fragen zu Deutschland mindestens 17 innerhalb einer Stunde richtig beantwortet und dabei im VHS-Raum den nötigen Anti-Abschreibe-Abstand zu den Banknachbarn vorn, hinten und nebenan von mindestens 1,25 Meter einhält. Letztere Maßangabe ist kein Witz, sondern Vorschrift des Bundesinnenministeriums. Kabarettist Steinberger, übernehmen Sie!

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Donnerstag, 27. November 2008

Aufgeschreckt durch Fehlalarm

Drei bis fünf Prozent aller Jugendlichen, die eine Muckibude besuchen, spritzen sich Anabolika. Der neue US-Präsident Barack Obama muss künftig an einem geheimen Ort zum Friseur gehen. Trotz der weltweiten Finanzkrise stürzen sich die Deutschen wie wild ins Weihnachtsgeschäft, Schuhe sind gerade der absolute Renner. Solche Sachen erfährt man, wenn man zu nachtschlafender Zeit vor der Glotze sitzt. So wie ich vorgestern – aufgeschreckt und aufgewühlt durch die Mitteilung, in Meßstetten würde es brennen. Schnell stellte sich heraus, dass es ein Fehlalarm war, ein mutwilliger obendrein. Von wegen vom Dach steigt Rauch hoch. Im Suff, aus Übermut oder aus Langeweile bei der Polizei anzurufen, ist wirklich kein Lausbubenstreich mehr. Hoffentlich schnappt man den Täter. Außerdem: Wer brav die Schule besucht oder morgens früh aus den Federn muss, kommt wohl nicht auf solchen Blödsinn, der braucht seinen Schlaf und liegt nach Mitternacht brav in seinem Bettlein. So wie ich normalerweise ...

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Mittwoch, 26. November 2008

Mein „Aufreger des Jahres“

Die besten Voraussetzungen, mein persönlicher „Aufreger des Jahres“ zu werden, hat das Thema „Managergehälter“. Um jeden Euro Gehaltserhöhung feilschen die Konzerne – während so genannte „Top-Manager“ Abfindungen und Gehälter in Millionenhöhe kassieren. Das stößt bei mir auf wenig Verständnis und mag vielen anderen Menschen genauso gehen. Äußerst passend beschrieb ein Redakteur der Süddeutschen Zeitung die Problematik: „Das Gerechtigkeitsempfinden stößt sich daran, dass der Bonus, der dem Porsche-Chef bezahlt wird, mehr ausmacht als die Bonus-Zahlungen für die Gesamtbelegschaft zusammengenommen.“ Da geht einem doch der Hut hoch!

Wer braucht 20 Millionen Euro im Jahr? Kein Manager, kein Fußballspieler, kein Star. Mir scheint, all diese Menschen haben jegliches Gefühl für Verhältnismäßigkeit verloren. Noch dazu bekleckern sich die Großverdiener unter den Managern nicht gerade mit Ruhm. Schwarzgeld-Skandale, Steuerhinterziehung etc.

Wie wäre es da mit einer Debatte nicht um Mindest-Löhne, sondern um Maximal-Löhne für eben diese Manager? Selbst der unterlegene US-Präsidentschaftskandidat John McCain forderte, dass hochrangige Manager einer Bank, die von der US-Regierung gerettet wird, höchstens soviel wie der US-Präsident erhalten sollten, also ein Gehalt von jährlich 400 000 Dollar. Fast zu schön, um irgendwann wahr zu werden. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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Dienstag, 25. November 2008

Warm anziehen

Fußballer sind echte Kerle, die blaue Flecken und ein lädiertes Schienbein tapfer bis zur 90. Spielminute ertragen. Auch die Spieler von der Zollernalb trotzen Sturm, Wetter und Wintereinbrüchen. Sofern man sie lässt. Denn Schiedsrichter scheinen weniger robust zu sein.

Der Herr, der am Samstag von Hockenheim nach Balingen reiste, um die Partie zwischen TSG und Offenburg zu leiten, wollte sich gar nicht erst warmlaufen. Schicke Halbschuhe soll er getragen haben, als er den Platz in Augenschein nahm, den ein Großaufgebot an Helfern in fünfstündiger, schweißtreibender Arbeit tipptopp geräumt hatte. Doch der Schiri sagte nein und kehrte der Alb schnell den Rücken. Zurück blieben fassungslose Ehrenamtliche und frustrierte Fans. Guter Rat: Das nächste Mal warm anziehen. Andernfalls gilt: Lieber ein Hartheimer als ein Hockenheimer. Da weiß man, was man hat.

PS: Wie gut, dass die Wasserschlacht von Frankfurt von einem Unparteiischen geleitet wurde, dem es nichts ausmachte, pitschnass zu werden. Damals, am 3. Juli 1974. Ein echter Kerl eben. Deutschland wurde Weltmeister.

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