Samstag, 22. November 2008

Frieren für die Fichten

Ich bin ein Sommermensch. Während andere den Schnee vermissen, hoffe ich schon wieder auf die ersten Frühlingsblumen und sehne mir die warmen Sonnenstrahlen herbei. Nun ist es ja gerade einmal „richtig Winter“ und noch lange nicht Frühling – aber in Ebingen für mich als Balingerin definitiv zu kalt. Da kam es gerade richtig, dass die Albstädter zwei ihrer Heidefichten auserkoren hatten, die Stuttgarter Innenstadt zu schmücken und ich zur Fällung derselben durfte.

Gemeinsam mit den Förstern, Waldarbeitern und Landschaftsgärtnern wartete ich stundenlang gespannt auf das Fällen und Aufladen der ersten Fichte – eingepackt in vier, fünf Schichten, ausgerüstet mit Schal, Handschuhen und Gedanken an wärmere Jahreszeiten. Doch wie der Schalk es will, war ich schuhtechnisch ganz und gar nicht auf die schon winterlichen Temperaturen eingestellt. Durch dünne Söckchen und Schühchen kroch der nasskalte Winter an mir hoch.

Nach drei Stunden, die mir trotz der spannenden Aktion wie eine Ewigkeit vorkamen, fuhr, nein fror ich nach Hause. Erst warmes Wasser taute meine tauben Füße wieder auf. Für solche Termine sind ab jetzt Wanderschuhe und warme Socken Pflicht! Der Respekt vor Mitmenschen, die im Herbst und Winter draußen arbeiten müssen, kam ganz von selbst.

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Freitag, 21. November 2008

Keine Panik !

Panikmache, untypisch für die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes, doch offensichtlich färbt die von Sensations- und Mediengier geprägte Tätigkeit manch kommerzieller privater Wetterdienste auch auf die staatlichen Wetterfrösche ab. Wie sonst sind Prophezeiungen zu werten, dass der uns heute Nachmittag oder Abend bevorstehende Wintereinbruch das spektakulärste Wetterereignis seit dem Orkan Kyrill im Januar 2007 werden könnte.

Zumindest wird heute niemand sagen können, man sei vom plötzlichen Wintereinbruch überrascht worden. Demjenigen, der noch mit Sommerreifen Auto fährt, ist nicht zu helfen, wenn er günstigen Falls hängen bleibt, hoffentlich jedoch niemand schädigt. Außer Schnee und Glatteis wird auch der stürmische Wind am heute und morgen ein Thema sein, vielleicht auch ein kurzes Gewitter.

Übrigens ist es ja nicht der erste Winter, den man auf der Schwäbischen Alb auch ohne Panikmache und ohne Sensationsstatistik von Kachelmann und Co. überstanden hat. 20 oder auch 30 Zentimeter Neuschnee waren doch nie ein Thema!

Wer sich verantwortungsbewusst auf die mit der kalten Jahreszeit verbundenen Gefahren und Risiken einstellt, kann sich auch über die schönen Seiten des Winters freuen. Noch, denn zukünftige Winter ohne Schnee sind ja auch bereits ein Thema. Doch noch scheint „Frau Holle“ nicht auf Hartz IV angewiesen zu sein.

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Donnerstag, 20. November 2008

Jedes Jahr das gleiche Drama

Der Mensch braucht Halt, Sicherheit und Beständigkeit. Schön daher, wenn sich manche Dinge nie ändern. Jedes Jahr dasselbe:

Kaum hat man sich ans Frieren gewöhnt und beginnt Frieden zu schließen mit dem Gedanken, dass der Sommer nun vorbei ist, schießen bereits Mitte November die Weihnachtsbäume aus dem Boden. Im Café nebenan buddeln sie die sentimentalen George-Michael-CDs aus, nur „Last Christmas“ traut man sich noch nicht zu spielen, die Hausfrauen kramen glücklich in den Kisten mit Lichterketten und Erzgebirgsfiguren, Gutsle, Breedle und die gute Weihnachtsschokolade mit Bratapfelgeschmack starten schon Wochen vor dem Fest ihre hinterhältigen Angriffe auf die mehr oder minder schlanke Linie und irgendwie geht einem alles zu schnell. Zudem ist man noch überhaupt gar nicht in Festtagsstimmung.

Bloß kein Weihnachtsterror, denkt man sich da und versucht statt dessen, die viel gerühmte Beschaulichkeit, den Frieden und die Ruhe im Alltag zu finden. Während man die selbigen noch emsig sucht ist es – schwupps – schon ein Tag vor Heilig Abend und es fällt einem ein: Ich habe noch gar keine Weihnachtsgeschenke! Und wie jedes Jahr reiht man sich dann ein ins Heer der Verzweifelten, die mit fiebrigem Blick die Einkaufspassagen auf und ab hetzen. Es wird auch dieses Jahr unausweichlich passieren, ich weiß es.

Und was ist mit Ihnen? Haben Sie schon ihre Weihnachtsgeschenke? Ansonsten sieht man sich. Am Tag vor Heilig Abend.

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Mittwoch, 19. November 2008

Ein Frage des Vertrauens

Ganz ehrlich: Wie hoch ist Ihr Vertrauen in Politiker ? Wenn Sie an deren Glaubwürdigkeit zweifeln, Fensterreden und Wahlkampfparolen ebenso satt haben wie leere Versprechungen und biegsames Rückgrat - Sie stehen mit dieser Meinung nicht alleine da. Für eine Studie wurden 25 000 Menschen in 15 europäischen Länden befragt, welchem Berufsstand sie am meisten Vertrauen entgegenbringen. Das Ergebnis muss Abgeordneten, Ministern und Staatschefs die Schamesröte ins Gesicht treiben. Sie sind auf Platz 20 gelandet. Schlusslicht im Ranking. Die Regierenden - der größte Flop Europas.

Wer macht's besser ? Zum Beispiel die Bauern. Der bestellte Acker genießt mehr Respekt als der rote Teppich. Die Landwirte belegen Rang sieben in der Vertrauensskala. Auch Lehrer und Ärzte haben den Sprung unter die ersten Zehn geschafft ebenso Pfarrer, Polizisten und - man staune - die Wetterfrösche vom Dienst.

Zu unseren Besten gehören die Krankenschwestern, die Apotheker und die Piloten. Getoppt werden die Kapitäne der Lüft nur noch von einer Gruppe. Sie trägt in der Regel ebenfalls Uniform und steht täglich in Rufbereitschaft. 95 Prozent aller befragten Bürger halten die Männer und (wenigen) Frauen, die Brände bekämpfen, Menschen aus Flammen, Fluten und zerbeulten Autos retten für die glaubwürdigste Berufsgruppe. In 15 europäischen Ländern. Chapeau für die Feuerwehr.

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Dienstag, 18. November 2008

In stillem Gedenken

Über die Hälfte des besinnlichen Monats liegt nun hinter uns. Allerheiligen und Allerseelen vom Anfang des Monats verblassen schon langsam. Der überkonfessionelle Volkstrauertag – 1922 eingeführt um der Gefallenen zu gedenken – liegt gerade hinter uns. In allen Gemeinden wurde für den Frieden gebetet und ein Kranz niedergelegt. Dabei erscheint unsere Welt momentan alles andere als friedlich. Während mancher Automobilzulieferer noch nicht weiß, ob es für ihn und seine Belegschaft ein ruhiges, friedvolles Weihnachtsfest geben wird, feilschen Banken und Automobilfirmen nicht mehr um Millionen- sondern Milliardenhilfen vom Staat.

Dabei steht uns noch der Buß- und Bettag bevor. Bis zur Einführung der Pflegeversicherung noch ein staatlicher Feiertag, der der Besinnung über das menschliche Zusammenleben diente. Mit dem Totensonntag, auf katholischer Seite dem Christkönigs-Sonntag endet dann das Kirchenjahr. Was mag uns die Zukunft bringen. Bei soviel täglichen Hiobsbotschaften und Schwarzmalerei darf man gespannt sein, was die Zukunft bringt. Es wird schwierig sein die Innere Ruhe und Gelassenheit zu bewahren. Sicher ist jedoch das Knecht Ruprecht in diesem Jahr die Arbeit nicht ausgeht, wenn er all den nicht braven Buben die Rute geben soll.

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