Mittwoch, 16. Mai 2018 von Volker Bitzer

Wo bleibt die Rücksicht?

Mit Sicherheit gehöre ich nicht zu jenen Verkehrsteilnehmern, die überall das vorgeschriebene Tempolimit einhalten; vielleicht vergesse ich auch mal das Blinken (aber eher selten); mit 100-prozentiger Sicherheit würde ich jedoch niemals mein Auto auf einem Behinderten-Parkplatz abstellen.

? Zunehmend fällt mir auf, dass sich viele Autofahrer einen Kehricht darum scheren, ob ein Platz für Behinderte ausgewiesen ist oder nicht, besonders auf Supermarkt-Parkplätzen. Sie parken trotzdem. Hauptsache, keinen Schritt zu viel tun. Für mich ist ein solches Verhalten inakzeptabel. Deshalb fehlt es mir nicht an der nötigen Zivilcourage, die Nicht-Gehandicapten darauf anzusprechen. So gut wie immer ernte ich arrogante Kommentare oder dumme Sprüche, nur selten gibt es ein Zeichen der Einsicht.

? Parkplätze für Behinderte sind in der Straßenverkehrsordnung besonders geschützt. Hier darf nur parken, wer über einen entsprechenden Ausweis verfügt; nicht jener, der gerade mal das Bein im Gips hat. Im Gegensatz dazu sind „Frauenparkplätze“ oder „Familien-Stellplätze“ nur moralisch reserviert. De facto kann hier zu jeder Zeit jeder parken. Ohne Strafe! Logisch eigentlich, ansonsten müsste es hierfür ja auch Ausweise geben.

? Ein toller Spruch prangt mittlerweile an vielen Albstädter Behinderten-Parkplätzen: „Sie bekommen meinen Parkplatz, wenn Sie meine Behinderung übernehmen!“ Aber selbst solche, eigentlich eindringlichen Worte, lassen leider viele kalt. Angebracht wäre, dass der Gemeindevollzugsdienst regelmäßig diese Parkbuchten kontrolliert. Gerade auch auf Supermarktplätzen, wo ja meist die allgemeine Straßenverkehrsordnung gilt. Da wäre ruckzuck viel Geld im Stadtsäckel. Zudem hätte man einer benachteiligten Gesellschaftsgruppe Gutes getan.

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Dienstag, 15. Mai 2018 von Rosalinde Conzelmann

Besuch bei den „Froschkindern“

Sehr gut gemacht, liebe Geislinger Feuerwehr! Am Wochenende haben mein Mann und ich bei unserer Radtour die Kinderstube der Gelbbauchunken besucht, die die Wehr, wie schon berichtet, ganz spontan und unbürokratisch vor dem Austrocknen gerettet hat. Das Wasser steht jetzt zehn Zentimeter hoch in dem Graben und die „Kinderschar“ tummelt sich in der Pfütze vor der Verdolung. Zwischen den schwarzen „Tupfen“ mit Füßchen und dem Schilfgras lugt schon der eine oder andere kleine Lurch hervor. Leider hat auch eine Ringelnatter die „Speisekammer“ entdeckt und sich bedient. Auch dieses Tier ist geschützt und gefährdet und hoffentlich nicht allzu gefräßig. Gut, dass ein Teil der Kaulquappen von Naturfreunden auch noch in andere Gewässer gebracht worden sind. Auch Jogger Dirk Müller, der die Rettungsaktion angestoßen hat, ist happy und sagt Danke. Er hofft, dass dieses Beispiel Schule macht.

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Samstag, 12. Mai 2018 von Holger Much

Vom Grend zum Bräschdleng

Ich muss ja durchaus gestehen, dass ich, wenn es nur um das rein ästhetische Klangempfinden geht, den schwäbischen Dialekt nicht unbedingt als den Schönsten empfinde, obwohl ich selbst, in Albstadt geboren, aufgewachsen und hier bis heute hängengeblieben, schwäbisch „schwätze“. Was ich am Schwäbischen aber von Herzen liebe, sind die wunderbaren Worte und Begriffe, die sich immer wieder im Schatzkästlein unseres Dialektes finden lassen.

Erst jüngst stolperte ich im übertragenen Sinne über den „Grend“, womit der Schwabe, die meisten Leser werden es wissen, den Kopf meint. In dem Zusammenhang fällt gleich der „Riasl“ ein, ein Begriff, der ebenfalls den Kopf bezeichnet, aber wohl auch ein Begriff für einen schmutzigen Mund ist. Bei genauem Hinhören mag man in diesem Wort gar den „Rüssel“ entdecken. Ein wunderbares Wort ist „Bräschdling“, mein momentanes schwäbisches Lieblingswort, nicht nur, weil das damit bezeichnete Ding so lecker schmeckt. Haben Sie auch ein schwäbisches Lieblingswort?

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Freitag, 11. Mai 2018 von John Warren

Die Kunst steht vor der Person

Vor 114 Jahren wurde der spanische Künstler Salvador Dalí geboren.

Ich bin zwar selbst bei weitem kein Kunstexperte, doch Werke wie die Beständigkeit der Erinnerungen, das Bild mit den geschmolzenen Taschenuhren, beeindrucken mich sehr. Auch ein Besuch des Dalí-Museums in seiner katalanischen Heimatstadt Figueres sei jedem Spanien-Touristen sehr zu empfehlen.

So beeindruckend die Kunst Dalís auch sein mag, so umstritten ist seine Persönlichkeit. Der Spanier war nicht nur ein ausgesprochener Narzisst, für seine Kunst mussten auch Tiere leiden. Außerdem war er ein Sympathisant des faschistischen Franco-Regimes.

Trotz allem finde ich, dass man die Kunst auch unabhängig von der Person ihres Schaffers betrachten und genießen kann. Sie ist ohnehin omnipräsent, ob es mir nun gefällt oder nicht. Das Logo der Lutscher-Marke Chupa Chups hat Dalí nämlich ebenfalls entworfen. Kann ein Markenlogo Kunst sein? In meiner Vorstellung kann es das.

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Mittwoch, 9. Mai 2018 von Nicole Leukhardt

Kind, sag die Wahrheit

Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit, sagt man. Zumindest was die Kinder angeht, habe ich einschlägige Erfahrungen. Ich war neulich mit meiner Tochter in der Stadt. Nach einem ausgedehnten Bummel vermeldete das Kind plötzlich Hunger, der keinesfalls mehr den Weg bis zum heimischen Kühlschrank aushalten konnte. Wir suchten also die nächste Bäckerei auf und besorgten gleich Brötchen fürs Abendessen. Nachdem wir bezahlt hatten, reichte die Verkäuferin eine kleine Brezel über die Ladentheke. Zwar bedankte sich meine Tochter artig, konstatierte aber beim ersten Bissen noch im Laden: „Mama, die kannst Du essen, die ist bockelhart.“

Dass nicht nur ich so ein wahrheitsliebendes Kind habe, haben auch andere Eltern schon erlebt. Neulich stand ich auf dem Kindergartenparkplatz und plauderte noch kurz mit einer anderen Mama. Meine Tochter war bereits eingestiegen, als sich ein Kindergartenkumpel neugierig über sie beugte, um unser Auto von innen in Augenschein zu nehmen. Als der Kleine wieder auftauchte, sagte er anerkennend: „Tolle Ausstattung.“ Unnötigerweise fügte er an: „Aber halt dreckig wie d'Sau.“

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