Dienstag, 4. September 2018 von Dagmar Stuhrmann

Verzweifelte Gläsersuche

Der heiße Sommer bleibt nicht ohne Folgen: Die Natur schüttet ihr Füllhorn in Form einer reichen Zwetschgenernte aus. Die Bäume sind so voll, dass die Äste zu brechen drohen. Da hilft nur, sie von ihrer Last zu befreien und aus den Früchten Kuchen, Kompott und Marmelade zu machen. Ich hatte mich für Letzteres entschieden – sah mich bei der Umsetzung des Plans dann aber mit einem überraschenden Problem konfrontiert. Auf der Suche nach Schraubverschlussgläsern für meine Marmeladekochaktion wanderte ich von Geschäft zu Geschäft. Überall das gleiche frustrierende Bild: Dort, wo die Marmeladegläser stehen sollten, nichts als leere Regale. Im Fachgeschäft meines Vertrauens – wo ich tatsächlich noch ein paar Exemplare ergattern konnte – erfuhr ich, dass die Gläserproduzenten im Moment total hinterherhinken und vor allem die gängigste und gefragteste Gläsergröße nicht geliefert werden kann. Die Händler müssen deshalb ungläubig dreinblickenden Kunden erklären, warum sie keinen Gläsernachschub heranschaffen können. Eine kuriose Erfahrung in unserer Überflussgesellschaft, in der es doch ansonsten von allem immer mehr als genug gibt.

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Samstag, 1. September 2018 von Benno Schlagenhauf

Heimspiel in der Fremde

Am Sonntag treten die Fußballer der TSG Balingen gegen den amtierenden Meister der Südwest-Regionalliga an. Mit dem FC Saarbrücken kommt ein Klub, der bereits in der Bundesliga gespielt hat und dank treuen Fans auch zahlreiche Gästezuschauer mitbringt. Jedoch nicht nach Balingen. Denn das Heimspiel – sicherlich eines der Saison-Highlights für Aufsteiger Balingen – wurde wegen Sicherheitsbedenken von der Bizerba-Arena ins Stadion des SSV Reutlingen verlegt.

Darüber, ob die Einstufung als Hochsicherheitsspiel und die hohen Auflagen in diesem Fall gerechtfertigt sind, kann man streiten. Es macht für Saarbrückens Ultras sicherlich einen großen Unterschied, ob sie zu einem Spiel gegen einen langjährigen Rivalen oder gegen einen ihnen unbekannten Aufsteiger spielen. Aber sei's drum: Es ist halt so entschieden worden.

Bleibt zu hoffen, dass die Balinger neben den verpassten Einnahmen im eigenen Stadion und den Mehrkosten in Reutlingen nicht auch noch den Heimvorteil einbüßen müssen.

Denn wenn genug Balinger die Reise nach Reutlingen antreten und ihr Team unterstützen, hält vielleicht auch „auswärts“ im Stadion an der Kreuzeiche die beeindruckende Serie: Seit 18. März 2017 hat die TSG kein Heimspiel mehr verloren.

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Freitag, 31. August 2018 von Gudrun Stoll

Wer hat an der Uhr gedreht ?

Um's salopp zu sagen: 4,6 Millionen Europäer. Noch nie haben sich so viele EU-Bürger an einer Online-Befragung beteiligt. Mit eindeutigem Ergebnis: 80 Prozent der Teilnehmer sprachen sich für die Abschaffung der Zeitumstellung aus, weil sie das ewige Hin und Her zwischen Frühjahr und Herbst satt haben. Die Teilnehmer konnten auch ankreuzen, ob lieber dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit gelten sollte. Das Pendel schlug klar zugunsten einer ganzjährigen Sommerzeit aus. Kein Wunder, haben sich doch drei Millionen Deutsche an der Umfrage beteiligt. Und wir schätzen halt das Quäntchen mehr an Lebensgefühl, das uns diese eine Stunde im Sommer beschert: Es ist am Abend länger hell, man kann länger draußen sitzen in Gartenwirtschaft oder Park.

Bindend ist diese Erhebung nicht. Doch auf Grundlage der Ergebnisse sowie anderer Studien und Meinungen will die Brüsseler Behörde entscheiden, ob sie dem EU-Parlament einen Vorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorlegt. Die Parlamentarier wären sicher gut beraten, auf Volkes Stimme zu hören – und die Umsetzung einheitlich zu regeln. Damit nicht jedes Land für sich entscheidet, welche Zeit genehm ist. Da wären wir Deutschen sicher wieder Klassenprimus im Diskutieren und Abwägen aller Vor- und Nachteile.

In diesem Jahr müssen wir die Uhren nochmals zurückstellen - Sie kennen ja die Eselsbrücke mit dem Cafébesitzer, der am Ende der Saison die Stühle ins Winterquartier bringt. Aber eine rechtsgültige, klare und schnelle Entscheidung fürs Wahljahr 2019 würde die Lust am Urnengang und an Europa steigern.

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Donnerstag, 30. August 2018 von Dagmar Stuhrmann

Ein Hoch auf die Smileys

Jeder kennt sie, jeder benutzt sie: die Emojis, diese lustigen kleinen Symbole, die nicht nur Whatsapp-Chats so wunderbar auflockern, sondern auch, wenn man sich's mal richtig überlegt, unsere tägliche Kommunikation einfacher machen. Statt wortreicher Erklärungen dazu, wie es denn nun um die eigene Gefühlslage bestellt ist, genügt ein Daumen-hoch-Symbol oder ein Smiley mit heruntergezogenem Mundwinkel – und schon ist alles klar.

Mit Hilfe der Emojis, die im übrigen immer mehr werden, kann man im digitalen Austausch auch prima Zwischentöne ausdrücken – was manchmal tatsächlich sehr wichtig ist. Das Schriftliche hat nämlich seine Tücken: Der eine meint's ironisch, beim anderen kommt es aber bitterernst an – und schon hat man ein Problem. Hier rettet ein vorab wohlbedachter und gut platzierter Smiley die Sache.

Nicht alle Emojis sind jedoch gleichermaßen beliebt. Ganz vorne auf meiner persönlichen Meist-genutzt-Skala liegt das Daumen-hoch-Symbol. Weltweit gesehen wird aber offenbar der tränenlachende Smiley am häufigsten verschickt. Aber Vorsicht: Während das hierzulande „ich lach mich kaputt“ bedeutet, steht dieses Emoji im Nahen Osten für Trauer.

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Mittwoch, 29. August 2018 von Volker Schweizer

Ich hab's überlebt

Laut aktuellen Umfragen ist das Smartphone auch im Urlaub ständiger Begleiter. Mehr als die Hälfte der Befragten nennen das Handy als wichtigstes Utensil, das auf jeden Fall mit ins Reisegepäck muss.

Bei mir ging es dieses Jahr drei Wochen „ohne“. Und ich muss sagen: Ich habe die techniklose Zeit überlebt, ja sogar genossen, ganz ohne Entzugserscheinungen. Zugegebenermaßen war es am Anfang schon ungewohnt, Nachrichten nicht mehr checken zu können oder schnell mal ein Bild zu knipsen. Entgangen ist mir – außer ein paar Anrufen und unbeantworteten Mails – aber nichts. Selbst in den kleinsten italienischen Dörfern gab es vor jedem Geschäft einen Zeitungsständer. Und wenn man beim Stadtbummel unerwartet auf Bekannte aus dem Zollernalbkreis trifft, kommt man nicht umhin, auch über das lokale Geschehen zu plaudern. Die vielen Sehenswürdigkeiten hielt ich mit der klassischen Kamera fest.

Wie heißt es doch so schön, der Urlaub ist zum Abschalten da. Und dazu gehört für mich auch künftig, dass ich in der schönsten Zeit des Jahres offline bin.

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