Dienstag, 28. August 2018 von Thomas Godawa

Ein Urlaub in Cornwall

Meine Frau und ich waren in diesem Jahr zu Gast in Südengland, genauer Cornwall, Devon und den Cotswolds, also Mittelengland. Wir haben dort einen selbst organisierten Urlaub unternommen, haben wechselhaftes Wetter erlebt, wobei der Sonnenschein überwog und die Temperaturen durchweg mild waren. Cornwall hat eine raue Küste, gegen die der Atlantik anläuft mit einem Tidenhub von bis zu acht Metern. Die Menschen sind durchweg sehr freundlich. Die Landschaft, mit Steinmauern aufgeteilt, beruhigt das Auge, die Dörfchen sind malerisch. Die Verbindung zwischen eben solchen ist teilweise schwierig, die Straßen gerade noch so breit, dass ein Bus durchkommt, alle anderen müssen zurück- oder ausweichen. Alle fahren links, was in diesem Fall nichts ausmacht, aber auch geschaltet wird mit der linken Hand, was gewöhnungsbedürftig ist. Und vom Brexit ist noch nichts zu spüren. Der Besuch war spannend und entspannend und hat uns viele neue Eindrücke gebracht. Unter anderem, dass das Essen bei weitem besser ist als sein Ruf.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Samstag, 25. August 2018 von Gudrun Stoll

Nicht nur eine Frage des Alters

Im Panoptikum auf der Hamburger Reeperbahn steht seit wenigen Tagen eine neue Wachsfigur von Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit typischer Raute, aber auch ihren Marionettenfalten, die in jüngster Zeit ausgeprägter geworden sind. Die Kanzlerin altert. Wie ein jeder Mensch. Die stete Präsenz auf der Bühne der Weltpolitik hat Spuren hinterlassen. Nun gehört Merkel nicht zu den Frauen, die zum Ausbügeln der Falten zum Schönheitschirurgen rennen oder Botox tanken. Aber charmant ist die öffentliche Darstellung ihres Alterungsprozesses nicht - erinnert sei an die ausgeprägte Eitelkeit von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der den Streit um seine angeblich gefärbten Schläfen bis vors Bundesverwaltungsgericht (!) trug. Die Kanzlerin weiß sich wenigstens in guter Gesellschaft: Die Ehre, ein zweites Mal in Deutschlands ältestem Wachsfigurenkabinett verewigt zu werden, wurde außer ihr bisher nur Helmut Schmidt zuteil.

Ab wann ein Mensch zu alt ist, um noch Auto zu fahren, diskutieren unsere Leser eifrig in den sozialen Medien, nachdem der Landkreis diese Woche quasi eine Prämie in Form eines Jahresabos für Bus und Bahn in Aussicht stellt, wenn Senioren ihren Führerschein freiwillig abgeben. Nun macht das Alter allein noch lange keinen schlechten Fahrer – trotz spektakulärer und schlimmer Unfälle. Und es wäre gewiss eine Überlegung wert, dem Beispiel einiger EU-Länder zu folgen, in denen die Leistungsfähigkeit von Senioren am Steuer regelmäßig getestet wird. Aber ab wann ist man zu alt zum Autofahren? Diese Frage lassen Landratsamt und Kreisseniorenrat offen. Wie Senioren problemlos und schnell mit dem Bus zum Einkaufsmarkt oder zum Arzt in die Stadt kommen, ebenso. Schade.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 24. August 2018 von Rosalinde Conzelmann

Vuole un caffè?

H at man Ihnen beim Lebensmitteleinkaufen schon einmal einen Kaffee angeboten? Mir ist dies zum ersten Mal dieses Jahr im Urlaub passiert. In unserem kleinen Lebensmittelladen in dem verwinkelten ligurischen Dörfchen Costarainera habe ich morgens immer Pane und duftende Brioche geholt und wurde jedes Mal freundlich willkommen geheißen. An einem Morgen plauderten die beiden Betreiberinnen mit einer Kundin, jede hielt eine kleine Kaffeetasse aus Plastik in der Hand. Auf mein „Buon giorno“ folgte ein Lächeln und die Frage, ob ich nicht auch ein Tässchen möchte: Voule un caffè , Signora? Ich habe dankend abgelehnt, die Geste aber hat mich richtig gefreut. Bei uns werden die Lebensmittelmärkte immer größer und anonymer; während es in Italien nahezu in jedem Dörfchen noch einen Tante-Emma-Laden gibt. Dort ist die Auswahl zwar nicht riesig, aber man findet wirklich alles für den täglichen Bedarf. Auch wenn man viel Zeit mitbringen muss, denn die netten Mitarbeiter lassen sich weder beim Schinkenaufschneiden noch beim Abwiegen der Pfirsiche aus der Ruhe bringen, hat mir dieses Einkaufserlebnis gut gefallen. Und beim nächsten Mal werde ich annehmen: Volentieri!

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Donnerstag, 23. August 2018 von Volker Bitzer

Kreisel – fast eine runde Sache

Der Kreisverkehr ist eine tolle Erfindung. Sorgt er doch für einen flüssigen Verkehrsfluss aus zeitgleich mehreren Richtungen. Vorausgesetzt natürlich, dass ihn die Autofahrer auch richtig und zügig anwenden. Aber hier kommen manche automobilen Zeitgenossen immer noch gerne ins Stocken: Selbst in der Kreiselstadt Albstadt, wo das runde Verkehrsscharnier bereits in den 1990er-Jahren in großem Stil wiederbelebt worden ist und mittlerweile an zirka 20 Stellen schnelles Durchkommen garantieren soll. Halten sich alle an die Regeln, klappt das bestens. Nein, man braucht beim Einfahren nicht zu warten, bis der komplette Kreisel fahrzeugfrei ist. Beherzt einfahren ist die Devise. Ohne Blinker! Der ist überflüssig, denn wohin, außer rechts im Kreis herum, soll es denn gehen? Ja, er kann sogar in die Irre führen, wenn ein Wartender das Lichtzeichen falsch interpretiert.

? Raus aus dem Kreisel dafür mit Blinker. Nur das zeigt einem Wartenden, dass eine Lücke entsteht und er flugs reinfahren kann. Es wäre schön, wenn Blinkmuffel wenigstens hier nicht nur Egoismus walten ließen. Schließlich profitieren sie ja auch davon, wenn andere Verkehrsteilnehmer ihren Abbiegewillen – korrekterweise – per orangefarbenem Lichtzeichen zeitig kund tun. Das Prinzip Kreisverkehr ist ein solidarisches und funktioniert dann am besten, wenn alle richtig mitspielen.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Mittwoch, 22. August 2018 von Holger Much

Die bunten Zecken kommen

I ch gestehe, dass es mich allein bei dem Gedanken ganz kräftig gruselt: Hyalomma heißt die Art Zecken, die eigentlich die Trocken- und Halbtrockengebiete von Afrika, Asien und ganz Südeuropa mögen. Doch nun mögen sie offenbar auch unser deutsches Klima.

In Niedersachsen und Hessen wurden bereits mehrere Exemplare der Parasiten gefunden, die mit einer schaurigen Größe von rund zwei Zentimetern Länge deutlich größer sind als unser Gemeiner Holzbock. Zudem haben die herzigen Tierchen hübsch gestreifte Beine.

Fast allen Tieren gegenüber, vom flauschigen Kaninchen bis zur warzigen Kröte, empfinde ich herzliche Zuneigung. Doch bei Zecken schaudert es mich. Allein die Vorstellung, so ein Tier krabbelt auf mir herum, verursacht mir Grausen. Diese neue tropische Art kann zudem noch Zeckenfleckfieber übertragen. Zudem gelten sie als wichtige Überträger des Krim-Kongo-Fiebers. Ich glaube, ich gehe künftig nur mit Ganzkörper-Schutzanzug spazieren. Oder ich bleibe am besten ganz zu Hause.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.