Samstag, 11. August 2018 von Klaus Irion

Woher stammt der Name Irion?

Ich trage einen großen Namen, heißt eine beliebte Ratesendung des SWR, bei der Nachfahren von Persönlichkeiten nach erratenem Nachnamen aus dem eigenen Leben, aber vor allem aus dem Leben des nachnamensgleichen berühmten Vorfahren berichten. Nun kann ich nicht behaupten, dass ich einen berühmten Vorfahren namens Irion habe. Dafür kann ich sagen: Es ist ein außergewöhnlicher, weil eher seltener Nachname. So zumindest sehen es viele Zeitgenossen. Zwei Fragen, die mir in meinem Leben mit Sicherheit am meisten gestellt werden: „Woher kommt dieser Name?“ Und seit ich in Balingen lebe auch: „Sind Sie mit den Irions aus Geislingen oder denen aus Rosenfeld verwandt?“ Zu Frage eins: Die Herkunft meines Namens ist nach wie vor ungewiss. Es gibt die katholische Variante, wonach Irion dem Kölner Ortsheiligen Gereon geschuldet ist. Es gibt die evangelisch-französische Variante, wonach es ursprünglich ein Hugenottenname gewesen sein soll. Und es gibt die religiös neutrale Variante, wonach Irion aus dem alemannischen Sprachraum entstammt. Was die zweite Frage betrifft: Nein, ich habe – zumindest meines Wissens nach – keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen zu den wenigen Irions in Geislingen oder Rosenfeld. Ich bin ein vor vielen Jahren aus dem Südschwarzwald zugereister Irion, und meine Irion-Vorfahren stammen aus Flözlingen bei Rottweil. Diese Nicht-Verwandtschaft gilt auch zu unserer derzeitigen Redaktionspraktikantin Lea Irion aus Ratshausen. Auch wenn in der Öffentlichkeit – wieder einmal wohl unserem gemeinsamen seltenen Nachnamen geschuldet – bereits Verwandtschaftsgerüchte die Runde machen.

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Freitag, 3. August 2018 von Klaus Irion

Endlich einen Commodore 64

Nein, ich hatte Mitte der 1980er-Jahre keinen Commodore 64 oder Commodore 128, wie der eine oder andere aus meiner Straße. Mein erster Computer war einer von Texas Instruments, und als rudimentäres Speichergerät diente mein handelsüblicher Kassettenrekorder. Im Informatikunterricht einige Jahre später setzte man auf PCs der deutschen Marke Schneider. Und ja, man konnte im Computerraum meiner Schule damit auch ganz gut zocken. An der Decke hing ein heute unvorstellbares Beamer-Monster, das uns „Mission Impossible“ in der Schneider-Version auf die Leinwand projizierte. Aber es war eben doch alles nur ein müder Zocker-Abklatsch im Vergleich zu C64 und C128. Der eine oder andere wird sich noch daran erinnern. Commodore prangte damals selbst auf den Trikots von Bayern München. Lange her, und doch so neu. Denn mit 30-jähriger Verspätung habe ich ihn nun, meinen C64. Er ist zwar nur halb so groß wie das Original, das Gehäuse samt Tastatur reine Attrappe. Dafür hat das Innenleben der chinesischen C64-Hartplastik-Kopie Originalspiele im Angebot. Mit unglaublich mieser 1980er-Jahre Grafik und einem auf Original gemachten, „gefühlsarmen“ Joystick, der die eigentliche Herausforderung beim Zocken darstellt. Retroherz, was willst du mehr, ich bin begeistert.

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Dienstag, 10. Juli 2018 von Klaus Irion

Gelb-rot-gelb und schwarz-rot

In meinem Viertel weht in einem Privatgarten seit geraumer Zeit die schwarz-gelbe Landesfahne Baden-Württembergs. Einst geboren aus der schwarz-roten Flagge Württembergs und der gelb-rot-gelben Flagge Badens. Während man die württembergische Flagge heute in der Öffentlichkeit nur noch selten antrifft, ist die badische Flagge populärer denn je. Ein Blick in die Fußballstadien in Freiburg oder Karlsruhe genügt. War dies bislang eher der folkloristischen Heimatverbundenheit geschuldet, hat sich in Karlsruhe nun ein hochoffizieller, politischer Streit daran entzündet, dass das Stuttgarter Staatsministerium verboten hat, weiterhin die badische Flagge auf dem Karlsruher Schloss zu hissen. Der badische Protest wird täglich größer. Eine Online-Petition zur Wiederzulassung der badischen Flagge auf dem Schlossdach läuft und hat bereits über 10 000 Unterstützer. Übrigens auch von schwäbischer Seite. Der Streit passt in unsere Zeit. Je massiver die unübersichtliche Globalisierung, desto größer die Sehnsucht nach überschaubarer Regionalität. Bereits Ende der 1990er-Jahre habe ich (Badener) gemeinsam mit einem Mitstudenten (Schwabe) die Frage der zunehmenden Regionalisierung im Fußball in einer internationalisierten Welt als Zwischenprüfungsarbeit analysiert. So lange her und doch so aktuell.

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Dienstag, 26. Juni 2018 von Klaus Irion

Es ist nicht nur ein Spiel

Es ist doch nur ein Spiel. Gemeint ist das Treiben auf den großen Fußballbühnen dieser Welt. Dieser Satz hat eigentlich noch nie die Realität abgebildet. Seit Anbeginn internationaler Kickvergleiche waren die Stadien immer wieder mal auch ein Nebenkriegsschauplatz mit – wohlwollend betrachtet – patriotischem oder – negativ betrachtet – nationalistischem Hintergrund. Man denke nur an die „Folter-WM“ 1978 im damals diktatorisch regierten Argentinien. Was sich jedoch dieses Jahr bei der Weltmeisterschaft in Russland abspielt, sprengt meiner Ansicht nach alles bisher Dagewesene. Und ich meine jetzt nicht zuvorderst die Frage, ob diese WM ausgerechnet in Putins Reich hätte stattfinden müssen? Und auch nicht mehr die Diskussion um das Erdogan-Treffen von Özil und Gündogan oder das des ägyptischen Starspielers Mo Salah mit dem Tschetschenenführer Kadyrow. Was ich erlebe, ist ein serbischer Trainer, der den deutschen Schiri vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag sehen möchte. Sind serbische „Fans“, die albanischstämmige Schweizer auspfeifen, die wiederum mit dem albanischen Doppeladler-Jubel die Serben provozieren. Sind Spieler aus Kolumbien und Schweden, die nach einem Handspiel beziehungsweise einem Foul Morddrohungen aus den eigenen Reihen erhalten und im Fall des Schweden massiv rassistisch beleidigt werden. Da muss man ja fast schon froh sein, dass es die beiden Offiziellen des DFB-Trosses beim völlig sinnentleerten Beschimpfen der schwedischen Offiziellen und Ersatzspieler belassen haben. Ja, die Welt wird zunehmend unübersichtlicher und nationalistischer. Das färbt leider auch auf den Fußball ab. Es ist eben leider doch nicht nur ein Spiel.

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Dienstag, 24. April 2018 von Klaus Irion

Bitte weiterhin familiär bleiben

Zu wenig, das ist alles zu wenig.“ Der Besucher des Fußball-Oberliga-Derbys zwischen der TSG Balingen und dem SSV Reutlingen war nicht zu bremsen. Er meinte damit aber nicht die Leistung der Reutlinger, die vergangenen Freitag anerkennen mussten, dass die TSG derzeit das fußballerische Maß aller Dinge in der Region ist. Er beschimpfte eine TSG-Helferin, die an der Bonkasse für Speis und Trank ihren Dienst verrichtete und auf den nicht alltäglichen Ansturm – statt der üblichen 600 Zuschauer waren viermal so viel vor Ort – mit Gelassenheit reagiert hatte. Zumindest bis der völlig unflätige Stadionbesucher kam. Nach einer Schrecksekunde wies sie ihn zurecht in die Schranken. Liebe TSG-Verantwortliche: Bleibt bitte auch im Falle des Regionalligaaufstiegs so familiär wie bisher. Und wem das nicht passt, der soll auf seine Stadionwurst verzichten oder besser gleich ganz zu Hause bleiben.

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