Mittwoch, 1. August 2018 von Volker Bitzer

Die Grande Dame der Alpen

Sie ist nicht mehr die Jüngste und hat auch schon ganz schön was schaffen müssen in ihrem mittlerweile 90 Jahre währenden Leben. Trotzdem kommt sie in feschem Rot daher, hat eine sportliche Figur und verlässt sich weiterhin auf ihre guten stählernen Verbindungen, die seit dem Jahre 1928 eine Lebensversicherung sind. Nicht nur für die älteste, noch im Original erhaltene Seilbahn der Welt selbst, vor allem für ihre Millionen an Passagieren.

? In etwas mehr als acht Minuten kommen die Fahrgäste von Bad Reichenhall, steil am Hang entlang mit bis zu 75 Prozent Steigung, hinauf auf den Predigtstuhl. Das ist recht schnell, aber auch gut so. Fasst eine der beiden, im Grundriss zwölfeckigen Gondeln, doch nur 25 Fahrgäste. Extrem wenig für heutige Verhältnisse. Langes Anstehen – sowohl in der Tal- als auch der Bergstation – ist also vorprogrammiert; erst recht bei schönem Alpenwetter.

? Aber keine Minute des Wartens ist vergeudet. Zum einen erwartet jeden eine spektakuläre Seilbahnfahrt, oben auf dem Gipfel belohnt ein atemberaubendes Panorama. Vor allem aber macht es großen Spaß, mit einem technischen Denkmal zu fahren.

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Freitag, 29. Juni 2018 von Volker Bitzer

Die Magie eines Fußballtrikots

Nein, ich habe in der Nacht auf Donnerstag nicht vom Fußball geträumt. Trotzdem setzte sich bei mir in einer wachen Minute ein kurioser Gedanke fest, der mich lange nicht mehr losließ: Habe ich womöglich eine Mitschuld an der Pleite der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland? Denn das allererste Mal in meinem Leben überhaupt habe ich – nicht gerade als der passionierte Fußball-Fan verschrien – gestern zur Fernseh-Übertragung einen original Deutschland-Dress getragen. Das grüne Auswärtstrikot war's. Jenes, in welchem Jogis Jungs gegen Südkorea einen Schlaftabletten-Kick auf den Rasen legten und letztlich erbärmlich untergingen. Omen? Aberglaube? Oder was auch immer ... Es sind ja oft die abstraktesten Bilder, die einen nachts im Bett beschäftigten. Noch nie in der WM-Geschichte waren die Deutschen so schlecht. Noch nie hatte ich bisher ein Deutschland-Trikot. Kaum bin ich Fußball-Laie einmal richtiger Fan und schon geht es so etwas von in die Hose. Welch merkwürdiger Zusammenhang? Wäre das tatsächlich so, dann wüsste ich nun zumindest, welches neue Trikot ich die nächsten Tage noch anziehen würde. Portugal vielleicht? Oder doch lieber Frankreich? Nein, Schweiz nicht. Denen drücke ich dann lieber die Daumen.

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Dienstag, 19. Juni 2018 von Volker Bitzer

Schwäbisch freundlich

Nedd g'scholta isch g'nuog globt. So heißt's. Klar, es ist ja hinlänglich bekannt, dass es der typische Schwabe nicht besonders mit dem Würdigen von Dingen oder Taten hält. Sagt er also gar nix, ist das schon eine recht hohe Anerkennung. Trotzdem erscheinen so manche ruppigen Schwäbisch-Floskeln bisweilen doch ein wenig deplatziert. So zum Beispiel im Restaurant.

? So habe ich in den vergangenen Wochen doch tatsächlich in gleich mehreren unterschiedlichen Gasthäusern vom Bedienpersonal beim Abtragen nach dem Essen ein und dieselbe Frage gehört: „Isch's reacht g'sei?“ Kurz und schmerzlos und offensichtlich überhaupt nicht despektierlich gemeint. Natürlich wollten die Kellner und Bedienungen vielmehr fragen: Hat es Ihnen denn geschmeckt? Oder: War alles in Ordnung und zu Ihrer Zufriedenheit? Sie wählten halt den urig schwäbischen Fragestil.

? Im Nachhinein habe ich mir überlegt, wie es aber wohl wäre, wenn ich im Wirtshaus die obligate Kellner-Nachfrage mit den gleichen Worten beantworten würde: „S'isch reacht g'sei!“ Da würde vermutlich so mancher recht große Augen bekommen.

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Freitag, 8. Juni 2018 von Volker Bitzer

Mit Justitia gegen Spammer

Quillt Ihr Email-Postfach auch manchmal über? Vor lauter Werbebotschaften und Spam- Nachrichten unzähliger und vor allem absolut unerwünschter Absender. Sei es ein Angebot für einen Sofortkredit, eine Offerte für irgendwelche Pillen oder Einladungen, die ein oder andere dubiose Seite zu besuchen. Das ist so der Standard-Müll, der einem täglich in den elektronischen Briefkasten flattert. Leider.

?Ein wenig Abhilfe – man muss es zugeben – hat die DSGVO, die neue Datenschutz-Grundverordnung, schon gebracht. Aber gut ist es noch lange nicht. Das gezielte Abmelden oder Austragen aus Newslettern, zu denen man sich übrigens gar nie wissentlich angemeldet hatte, obgleich es einem die Versender gerne weismachen wollen, ist so mit manchen Tücken behaftet. Vor allem dann, wenn man dadurch auf eine Internetseite weitergeleitet wird, wo man nun seine Email-Adresse eintragen soll, um endlich keinen Werbemist mehr zu bekommen. Gerade dadurch wird nicht selten eine neue Flut erst ausgelöst. Schließlich wissen die Gauner nun, dass diese Mailadresse tatsächlich aktiv ist und genutzt wird.

?Manchmal hilft aber tatsächlich drohen. Nämlich dann, wenn die unerwünschten Mails von einer Firma (ob direkt oder von einem Werbedienst) versandt worden sind. So habe ich jüngst einem Unternehmen aufgrund der DSGVO mit juristischen Schritten gedroht. Prompt kam ein Entschuldigungsschreiben und die Versicherung, dass ich sogar händisch aus deren Verteiler ausgetragen worden sei. Na also, geht doch!

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Mittwoch, 16. Mai 2018 von Volker Bitzer

Wo bleibt die Rücksicht?

Mit Sicherheit gehöre ich nicht zu jenen Verkehrsteilnehmern, die überall das vorgeschriebene Tempolimit einhalten; vielleicht vergesse ich auch mal das Blinken (aber eher selten); mit 100-prozentiger Sicherheit würde ich jedoch niemals mein Auto auf einem Behinderten-Parkplatz abstellen.

? Zunehmend fällt mir auf, dass sich viele Autofahrer einen Kehricht darum scheren, ob ein Platz für Behinderte ausgewiesen ist oder nicht, besonders auf Supermarkt-Parkplätzen. Sie parken trotzdem. Hauptsache, keinen Schritt zu viel tun. Für mich ist ein solches Verhalten inakzeptabel. Deshalb fehlt es mir nicht an der nötigen Zivilcourage, die Nicht-Gehandicapten darauf anzusprechen. So gut wie immer ernte ich arrogante Kommentare oder dumme Sprüche, nur selten gibt es ein Zeichen der Einsicht.

? Parkplätze für Behinderte sind in der Straßenverkehrsordnung besonders geschützt. Hier darf nur parken, wer über einen entsprechenden Ausweis verfügt; nicht jener, der gerade mal das Bein im Gips hat. Im Gegensatz dazu sind „Frauenparkplätze“ oder „Familien-Stellplätze“ nur moralisch reserviert. De facto kann hier zu jeder Zeit jeder parken. Ohne Strafe! Logisch eigentlich, ansonsten müsste es hierfür ja auch Ausweise geben.

? Ein toller Spruch prangt mittlerweile an vielen Albstädter Behinderten-Parkplätzen: „Sie bekommen meinen Parkplatz, wenn Sie meine Behinderung übernehmen!“ Aber selbst solche, eigentlich eindringlichen Worte, lassen leider viele kalt. Angebracht wäre, dass der Gemeindevollzugsdienst regelmäßig diese Parkbuchten kontrolliert. Gerade auch auf Supermarktplätzen, wo ja meist die allgemeine Straßenverkehrsordnung gilt. Da wäre ruckzuck viel Geld im Stadtsäckel. Zudem hätte man einer benachteiligten Gesellschaftsgruppe Gutes getan.

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