Freitag, 12. Oktober 2018 von Volker Bitzer

Ziemlich abgekühlt

Ein jedes neue Auto hat mittlerweile eine Klimaanlage an Bord. Bei guter Ausstattung sogar eine Klimaautomatik mit mehreren Zonen. Eingestellt wird die gewünschte Grad-Zahl und flugs soll der Innenraum auf die Wohlfühltemperatur – je nachdem – gekühlt oder beheizt werden. Beim Wärmen hat die Elektronik der drei deutschen Premiumhersteller aber so ihre Probleme. Das habe ich schon mehrfach getestet. Mit Thermometer. Beispiel gestern: Zuhause in der Garage steht die Quecksilbersäule auf 15 Grad. Die Klimaautomatik ist auf 23 Grad eingestellt. Heizen ist also gefragt.

Aber was passiert? Zwar kommt nach einigen gefahrenen Kilometer warme Luft aus den Düsen, aber nicht lange. Noch während mein Hand-Thermometer um die 19 Grad zeigt, wird bereits wieder leicht gekühlt. Warum? Häufig argumentieren die Hersteller mit Sonneneinstrahlung. Gerade im Herbst, wenn es draußen 14 Grad hat, aber die Sonne scheint, wird es tatsächlich problematisch. Dabei ist es doch ganz einfach. Wenn ich 23 Grad einstelle, dann will ich auch, dass der Innenraum 23 Grad (plus minus eins) hat und nichts anderes. Sonne hin oder her. Ich möchte mich als Kunde von den Autoherstellern nicht bevormunden lassen, wo mein Empfinden 23 Grad fühlt. Das ist eine physikalische Größe, also messbar.

Während in München die Ingenieure noch am ehesten die echten Temperaturen in den Innenraum bekommen, sieht es bei jenen in Stuttgart schon schlechter aus. Ganz schlimm ist es jedoch in Ingolstadt, wo offenbar ganzjährig tropische Verhältnisse herrschen.

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Dienstag, 2. Oktober 2018 von Volker Bitzer

Alles auf die Ohren

Lärm muss nicht zwingend laut sein. „Als Lärm oder auch Krach werden Geräusche bezeichnet, die durch ihre Struktur auf die Umwelt störend, belastend oder gesundheitsschädigend wirken“ – so lautet die Wikipedia-Definition. Was für den einen Lärm, ist für den anderen vielleicht nur ein Geräusch am Rande, das er womöglich gar nicht bewusst wahrnimmt. Denn um die Wahrnehmung dreht sich alles.

Sei es ein tieffliegender Düsenjet, der werkelnde Nachbar in der Wohnung über einem oder der laut telefonierende Kollege im Großraumbüro. Jeder empfindet anders, was in einem bestimmten Augenblick Lärm ist und stört. Ein wenig kann sich jeder gegen unliebsame Geräusche schützen. Idealerweise mit dämmenden Ohrstöpseln. Oder Kopfhörern, die entweder Schall absorbieren oder über die spezielle Musik oder Geräusche eingespielt werden. Es gibt sogar Internetshops, um bestimmte Geräuschteppiche zu erwerben. Vom Presslufthammer einer Baustelle über Großstadt-Wirrwarr bis hin zu sanften Vogelstimmen im Wald.

Ein Mediziner, der sich mit auditiver Wahrnehmung beschäftigt und gestern im Radiointerview zu hören war, hat herausgefunden, dass Lärmteppiche im Büroalltag die Arbeitsleistung von Menschen deutlich mindern. Die Konzentration leidet und dadurch die Qualität der Arbeit. Seine Empfehlung lautet sinngemäß, und analog zum Dieselproblem: „Man muss etwas an der Hardware, sprich der Einrichtung verändern! Nur mit einem individuellen Softwareupdate ist es nicht getan!“

Zum Lärmschutz kommt mir noch eine E-Mail eines Gehörschutz-Ladens in den Sinn, die ich neulich im elektronischen Postfach fand. Selbst für Hunde gibt es nun Ohrenschützer. Fehlt nur noch der passende Geräuschteppich für den Vierbeiner-Kopfhörer. Wie wäre es mit Katzenmusik?

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Mittwoch, 5. September 2018 von Volker Bitzer

Dicke Luft unter dem Schirm

Sommerzeit ist Freiluft-Vergnügen. Was gibt es Schöneres, als draußen im Biergarten oder auf der Terrasse eines Restaurants die warmen Monate zu genießen? Bei einem kühlen Pils, 'nem schönen Rosé, einem Eisbecher oder einem Cappuccino. Das am besten im wohltuenden Schatten, von obenher gut beschirmt gegen die Sonne.

? Ja, das kann so richtig Spaß machen. Wäre da nicht hin und wieder richtig dicke Luft unter den großen Sonnenschirmen, die – geschickt überlappend aneinander gereiht – wie ein Dach für Behaglichkeit sorgen. Allerdings so auch den stinkenden Qualm der Raucher wie eine Dunstglocke über den Tischen halten. Das kann bisweilen so schlimm sein, dass man selbst im Sommer lieber im rauchfreien Innenraum sitzt.

? Die Gastronomie – bislang leider nur die etwas gehobenere – hat aber dankenswerterweise reagiert: Hier darf auch im Außenbereich nicht an allen Tischen frei drauflos gepafft werden. Hier gibt's, ausreichend distanziert, das Rauchereck: mit hindernislosem Abzug des blauen Dunstes gen Himmel. Freie Bahn also für ungesunde Laster. Und frischere Luft für leidende Mitmenschen.

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Donnerstag, 23. August 2018 von Volker Bitzer

Kreisel – fast eine runde Sache

Der Kreisverkehr ist eine tolle Erfindung. Sorgt er doch für einen flüssigen Verkehrsfluss aus zeitgleich mehreren Richtungen. Vorausgesetzt natürlich, dass ihn die Autofahrer auch richtig und zügig anwenden. Aber hier kommen manche automobilen Zeitgenossen immer noch gerne ins Stocken: Selbst in der Kreiselstadt Albstadt, wo das runde Verkehrsscharnier bereits in den 1990er-Jahren in großem Stil wiederbelebt worden ist und mittlerweile an zirka 20 Stellen schnelles Durchkommen garantieren soll. Halten sich alle an die Regeln, klappt das bestens. Nein, man braucht beim Einfahren nicht zu warten, bis der komplette Kreisel fahrzeugfrei ist. Beherzt einfahren ist die Devise. Ohne Blinker! Der ist überflüssig, denn wohin, außer rechts im Kreis herum, soll es denn gehen? Ja, er kann sogar in die Irre führen, wenn ein Wartender das Lichtzeichen falsch interpretiert.

? Raus aus dem Kreisel dafür mit Blinker. Nur das zeigt einem Wartenden, dass eine Lücke entsteht und er flugs reinfahren kann. Es wäre schön, wenn Blinkmuffel wenigstens hier nicht nur Egoismus walten ließen. Schließlich profitieren sie ja auch davon, wenn andere Verkehrsteilnehmer ihren Abbiegewillen – korrekterweise – per orangefarbenem Lichtzeichen zeitig kund tun. Das Prinzip Kreisverkehr ist ein solidarisches und funktioniert dann am besten, wenn alle richtig mitspielen.

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Mittwoch, 1. August 2018 von Volker Bitzer

Die Grande Dame der Alpen

Sie ist nicht mehr die Jüngste und hat auch schon ganz schön was schaffen müssen in ihrem mittlerweile 90 Jahre währenden Leben. Trotzdem kommt sie in feschem Rot daher, hat eine sportliche Figur und verlässt sich weiterhin auf ihre guten stählernen Verbindungen, die seit dem Jahre 1928 eine Lebensversicherung sind. Nicht nur für die älteste, noch im Original erhaltene Seilbahn der Welt selbst, vor allem für ihre Millionen an Passagieren.

? In etwas mehr als acht Minuten kommen die Fahrgäste von Bad Reichenhall, steil am Hang entlang mit bis zu 75 Prozent Steigung, hinauf auf den Predigtstuhl. Das ist recht schnell, aber auch gut so. Fasst eine der beiden, im Grundriss zwölfeckigen Gondeln, doch nur 25 Fahrgäste. Extrem wenig für heutige Verhältnisse. Langes Anstehen – sowohl in der Tal- als auch der Bergstation – ist also vorprogrammiert; erst recht bei schönem Alpenwetter.

? Aber keine Minute des Wartens ist vergeudet. Zum einen erwartet jeden eine spektakuläre Seilbahnfahrt, oben auf dem Gipfel belohnt ein atemberaubendes Panorama. Vor allem aber macht es großen Spaß, mit einem technischen Denkmal zu fahren.

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