Freitag, 15. März 2019 von Volker Bitzer

Bio grotesk

Es sieht ganz danach aus, als würden die Deutschen zunehmend Wert auf qualitativ hochwertige Lebensmittel legen. Was für unsere Nachbarn in Frankreich oder Italien schon seit jeher gang und gäbe ist, setzt sich langsam aber sicher auch in den Köpfen hierzulande fest: Lieber frisch und möglichst bio als aus der Dose oder dem Glas. Die üblichen Supermärkte und gängigen Discounter haben den Trend erkannt und sich auf den Biozug aufgeschwungen. Die Frage ist nur wie.

Da liegen in transparente Frischhaltefolie eingepackte Biogurken direkt neben den uneingepackten Nicht-Bio-Vertretern. Bio-Bananen sind mit einem bunten Plastik-Klebeband umschnürt, die Normal-Bananen hängen am Haken oder liegen so in der Pappschachtel. Bio-Tomaten werden genauso in Kunststoff-Schalen mit Klarsichtfolie angepriesen wie ihre roten Verwandten ohne den Bio-Aufdruck. Die Spitze des Treibens zeigt sich bei Pomelos. Die Pampelmusen-Verwandten sind häufig in eine schalenenge Folie verschweißt und dann zusätzlich noch in ein Kunststoff-Netz gewickelt.

„Was soll das?“ fragt sich zwangsläufig ein halbwegs kritischer Verbraucher bei diesem Unsinn. Da wird auf der einen Seite mit dem Bio-Siegel geworben und dann andererseits ungeniert Verpackungsmüll generiert. Bio ist gut, dann aber bitteschön vom Produkt bis hin zur Verpackung.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 25. Januar 2019 von Volker Bitzer

Verlängerte Bescherung

Die Deutschen gehören sicherlich zu den fleißigsten Mülltrennern: Papier in die Blaue Tonne, Bio in die braune und die gelben Säcke werden auch kräftig befüllt. Obendrein zahlen die Bürger noch ordentlich Abgaben für die Müllentsorgung. In unserer Gegend an das Landratsamt, welches dafür zuständig und verantwortlich (!) ist, dass die Abholung auch reibungslos funktioniert. Derzeit scheint aber ziemlich Sand im Abfallwirtschafts-Getriebe zu sein. Vermutlich weniger auf den Amtsstuben, wo die Müllbeseitigung verwaltet wird, als vielmehr bei den beauftragten Entsorgungsfirmen.

Lang vor Weihnachten habe ich beim Landratsamt meine kaputte Blaue Tonne reklamiert: Durch einen langen Riss im Plastikdeckel sickert Wasser in den Behälter. „Kein Problem, wir lassen sie austauschen“ war die Antwort. Tatsächlich: Wenige Tage später meldete sich ein Mann des Entsorgungsunternehmens und kündigte an, meine Blaue Tonne auszutauschen. Ich erklärte noch genau, wie mein Exemplar eindeutig zu erkennen ist. Prompt aber wurde die (tadellose) Tonne des Nachbars mitgenommen.

Also wieder ein Anruf beim Landratsamt. Noch vor Weihnachten. Nichts passiert. Nach Weihnachten das gleiche Spiel: Anruf, Problem erneut geschildert. Erneut tut sich nichts. Beim nächsten Telefonat mit der Abfallwirtschaftsdame will sie, dass ich selbst bei der Recyclingfirma reklamiere. Gesagt getan. Mittlerweile dreimal. Weihnachten ist seit einem Monat vorbei. Die Bescherung mit meiner kaputten Blauen Tonne hält an. Sie wartet noch immer aufs Abholen. Ebenso wie die gelben Säcke vor unserem Grundstück, die eigentlich auch schon vor über eine Woche zur Abfuhr fällig gewesen wären.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Donnerstag, 17. Januar 2019 von Volker Bitzer

Wachsen oder warten

Viele Albstädter und natürlich alle anderen Höhenbewohner des Kreises, die fleißig Schneeräumen müssen, dürften nach den zurückliegenden Tagen einen spürbaren Zuwachs an Muskeln bekommen haben. Oder zumindest ziehende Schultern oder einen schmerzenden Rücken. Die Last mit der weißen Pracht hat Tücken. Wie vergangene Woche an dieser Stelle geschildert, klebt der Schnee häufig an der Schaufel. „Was tun?“ war die Frage.

Einige Leser haben sich gemeldet und Tipps gegeben, damit das Schippen besser flutscht. Ein Geislinger rät zum Einreiben der Schaufel mit hartem Skiwachs oder mit einer noch nicht ganz verbrauchten Adventskerze. Auch eine Tailfingerin hilft sich mit Kerzenwachs, allerdings sollte die Schaufel zuvor ganz trocken sein, so ihr Rat.

Eine besonders gut umsetzbare und obendrein gelenkschonende Lösung hat ein Meßstetter parat; wörtlich schreibt er: „Wir kommen gerade aus Ebingen, Markt- und Sonnenstraße. Unser Tipp: Machen Sie es wie die Ebinger Stadtverwaltung. Lassen Sie den Schnee einfach liegen. Der Schnee geht, wie er kam, von selbst.“

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 11. Januar 2019 von Volker Bitzer

Anhängliche Schneelast

Nun also haben wir den Salat: Schnee in solchen Mengen, die selbst eingefleischte Winterfans auf ihre Kosten kommen lassen sollten. Mag die weiße Pracht auf Feld und Flur schön anzusehen sein und die Natur in winterliche Ruhe betten, so ist der bisweilen extrem schwere Pappschnee für Autofahrer, Mieter und Grundstückseigentümer im wahrsten Sinne eine regelrechte Last.

Zusammen gerechnet täglich zwei Stunden Schneeschippen ist vor allem für die Albstädter – und alle anderen, die weit genug oben wohnen – derzeit keine Seltenheit. Und auch dann, wenn man das Positive daraus ableitet und sich einredet, das Fitness-Studio gespart zu haben, ist irgendwann Schluss mit lustig.

Ziemlich nervig ist, dass der nasse Schnee vielmals regelrecht an der Schaufel klebt. Das arme Kreuz also bei jedem Aufladen noch mehr heben muss, weil ein Teil vom „Vor“-Schnee noch am Metall, Plastik oder Holz haftet. Ich habe mal im Internet recherchiert, welche Lösungen es denn gibt, um Klebe-Schnee auf der Schaufel zu vermeiden. Manche raten zu Haushaltsöl, andere zu Silikonspray. Ersteres funktioniert nicht, das habe ich probiert. Zweiteres vielleicht? Oder haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, andere gute Tipps auf Lager? Sehen wir mal vom Verwenden einer Schneefräse ab.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 7. Dezember 2018 von Volker Bitzer

Biene Maja wird es danken

Das Frühstück ist für viele Menschen die wichtigste Mahlzeit. Als stärkender Start in den Arbeitstag. Aber auch am Wochenende oder im Urlaub, wenn man – frei von Hektik und ohne auf die Uhr zu schauen – gemütlich am Kaffeetisch verhocken kann. Und während der Zeitungslektüre die frischen Semmeln vom Bäcker genießt. Mit was drauf? Marmelade oder Honig? Beim flüssigen Gold gibt es wohl zwei klar getrennte Lager: Ausgesprochene Honigliebhaber und solche, die mit dem extrem süßen Brotaufstrich gar nichts anfangen können.

Die Zollernälbler verzehrten im vergangenen Jahr rund 214 Tonnen Honig. Diese Zahl nennt die IG Bauen-Agrar-Umwelt. Das entspricht statistisch gesehen 1,14 Kilogramm pro Einwohner. Interessant dabei: Die Bürger im Zollernalbkreis sind dabei exakt auf Augenhöhe mit dem Durchschnittsdeutschen, der 2017 ebenfalls 1,14 Kilogramm (Quelle: Statista.com) Honig verzehrt hat.

Häufig stammt das gelbe oder braune Naturprodukt von regionalen Imkern. Wie lange noch, das ist laut IG Bau offenbar fraglich. „Wenn wir in Zukunft überhaupt noch heimischen Honig essen wollen, dann muss es ein Umdenken in der Landwirtschaft geben“, fordert Regionalleiter Andreas Harnack. Mehr Vielfalt und weniger Einsatz von Chemie lautet dabei die Devise. Wichtig wäre vor allem ein Verbot von Glyphosat. Das Herbizid ist zuvorderst mitverantwortlich fürs zunehmende Bienensterben. Hoffen wir auf Einsicht der Bauern und Politiker, denn wir wollen auch in vielen Jahren noch – so wie heute – den Tag des Honigs feiern.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.