Donnerstag, 9. August 2018 von Pascal Tonnemacher

Warum denn nicht beides?

Ja, ja, die Jugend von morgen wird nur noch am Smartphone kleben und Bücher schon gar nicht mehr kennen. Diese landläufige Kritik am Medienwandel rund um Handys, smarte Lautsprecher und Co. entkräftet mein Großer schon mit drei Jahren. Fürs Wohnzimmer hatten wir uns bereits vor Weihnachten eine Alexa angeschafft. In den letzten Monaten freundeten sich die Kids immer mehr mit ihr an. Ist natürlich unterhaltsam, wenn das kleine schwarze Ding auf Sprachbefehl miaut oder das Intro von Feuerwehrmann Sam abspielt. Auch aus dem anfänglichen „Letza“ wurde ein „Aletza“ – reagieren will sie darauf immer noch nicht, aber es ist ein Schritt nach vorne. Nun bekam der Große in sein Kinderzimmer auch eine Alexa. Die Bibi-Blocksberg-Kassetten-Sammlerei hat damit (irgendwie auch leider) ein Ende. Spotify hat sie alle und noch viel mehr. Doch selbstverständlich bekommen er und sein kleiner Bruder tagsüber von Mama und abends von Papa Bücher vorgelesen – wenn sie denn wollen. Das ist der Knackpunkt meines Erachtens. Denn die Kinder wissen sehr wohl die Vorzüge klassischer als auch neuer Medien zu unterscheiden. So ist der Große beinahe durchgedreht, als „Aletza“ seinen Lieblingssong nicht stoppen wollte, weil er genug hatte und lieber in Ruhe mit Mama reden wollte. Aber auch da wächst er noch rein!

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Samstag, 7. Juli 2018 von Pascal Tonnemacher

Die sieben Schläfer

In unserer gestrigen Ausgabe hatten wir beim monatlichen Wetterbericht auf der Balinger Seite und auf ZAK Aktuell einen Siebenschläfer zur Illustration ausgewählt. Auf die Bauernregel rund um den Siebenschläfertag am 27. Juni ist jedoch nicht immer Verlass. Das belegen Statistiken. Auf unsere Leser können wir aber immer zählen: Gestern Morgen wurden wir prompt darauf aufmerksam gemacht, dass das „sooo süße und putzige Tierchen“ (Zitat einer Kollegin) wenig mit dem meteorologisch mehr oder weniger bedeutsamen Tag zu tun hat. Eine kurze Recherche bestätigt das: Den Namen verdankt dieser Tag der alten Legende der Sieben Schläfer von Ephesus. Diese sieben junge Christen suchten in einer Berghöhle in der Zeit der Christenverfolgung im dritten Jahrhundert Zuflucht. Dort wurden sie entdeckt, lebendig eingemauert und schliefen jahrhundertelang. Schlussendlich wurden sie wieder entdeckt, wachten aus ihrem Schlaf auf und bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten. Sie starben wenig später. So lautet eine Version der Legende. Jacob von Sarug berichtete jedoch von acht jungen Männern, im Koran ist die Sprache von sieben Männern und einem Hund. Und der Name des kleinen Nagers rührt von seiner langen Ruhephase, die jedoch oftmals neun und nicht sieben Monate lang ist. Wie Sie sehen, ist es nicht so einfach mit der Wahrheitsfindung rund um den Siebenschläfer und „seinen“ Tag. Aber süße Tierfotos gehen doch immer.

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Dienstag, 29. Mai 2018 von Pascal Tonnemacher

Komm und schnapp' sie dir

Ein Großteil des Erziehungsstil bei den eigenen Kindern ist, zumindest bei mir, geprägt von eigenen Erfahrungen. Was fand ich gut von meinen Eltern, was schlecht? So pickt man sich das raus, was in Retrospektive wirklich sinnvoll war. Die eigenen Kinder sollen es ja möglichst sogar besser haben, als man es selbst hatte. Ein großes Thema unserer Zeit: Medienkonsum. Für Facebook, Instagram und Co. sind meine Kleinen, nicht nur laut AGB, noch zu jung. Was aber immer geht, ist bei schlechtem Wetter gemütlich auf dem Sofa fernzusehen. Natürlich nicht zu viel, am besten gar nicht, ist ja gar nicht gut für die Entwicklung und so. Wenn ich mich aber an meine Kindheit zurückerinnere, dann merke ich, dass bei uns nach der Schule und auch sonst Fernsehen quasi Pflichtprogramm war. Und so misslungen sind wir 90er-Kinder ja auch nicht. Pflichtprogramm am Nachmittag war – unter anderem – Pokémon. Etliche Stunden meines Lebens fraßen die kleinen Viecher, ob Fernsehserie, Sammelkarten oder am Gameboy. Die erste Folge der ersten Staffel der klassischen ersten Fernsehserie kennt mein Größter nun mit knapp drei Jahren auch (endlich). Möge er den Traum vom Pokémon-Trainer-Sein lange hegen. Denn ungleich vieler Kritiker (die die Serie wohl nie gesehen haben) gibt es für Kinder viel über Zusammenhalt, Freundschaft, Enttäuschung und das Leben zu lernen. Ja, ein kleiner Teil des Erziehungsstils ist auch, etwas des vermeintlichen Quatsches weiterzugeben, den man selbst geliebt hat – und der einem auch nicht per se das Leben versaut.

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Samstag, 24. März 2018 von Pascal Tonnemacher

Und, was sammeln Sie?

Ob Steine, Autos, Briefmarken oder Schuhe: So gut wie jeder sammelt im Laufe seines Lebens. Das behaupte ich aus Erfahrung. Mein Opa sammelte unter anderem unzählige Bierdeckel, mein Vater kleine Spielzeuglastwagen. Ich selbst gab als Kind und Jugendlicher Unsummen für Fußball-Aufkleber aus. Sammeln macht Spaß, kann entspannen und ein tolles Hobby sein. Die Kollegen in Ulm, die die Mantelseiten des ZOLLERN-ALB-KURIER liefern, widmen sich deshalb ab heute in ihre Redaktionsserie verschiedenen Sammelleidenschaften. Auch wir würden gerne von den Sammelleidenschaften unserer Leser berichten. Wenn Sie Lust darauf haben, dann melden Sie sich telefonisch in den Redaktionen oder per E-Mail unter zak@zak.de und erzählen Sie uns, was Sie sammeln oder gesammelt haben.

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Freitag, 12. Januar 2018 von Pascal Tonnemacher

Eine Lüge der Kindheit

Uno!“ – „Uno, Uno!“ Das beliebte Kartenspiel Uno hat wohl schon so manchen verregneten Sonntagnachmittag gerettet. Ebenso wird das Spiel – wenn zu ernst angegangen – Freundschaften zerstört haben. Vor allem die „Zieh Vier Farbenwahlkarte“ des Sitznachbars bringt Spieler in jeder Situation zur Weißglut und Verzweiflung. Nun hat sich in den vergangenen Tagen herausgestellt: Wir haben Uno wohl unser Leben lang falsch gespielt! Denn die Spielregeln sind wohl doch nicht so einfach gewesen wie immer gedacht: Die „Zieh Vier“ darf nämlich laut offiziellem Regelwerk nicht immer gelegt werden. Uno-Hersteller Mattel legt Wert darauf, dass der Spieler die Karte nur dann legen darf, wenn er keine andere Karte in der Farbe des Ablegestapels legen kann. Stimmt die Zahl oder hat man eine andere Aktionskarte, müssen diese erst gelegt werden. Es kann aber geblufft werden. Der Gegenspieler kann die Hand kontrollieren. Hat er Recht, muss man selbst vier Karten ziehen – er ansonsten ganze sechs. Außerdem: Hat man die „Zieh vier“ schon zu Beginn , muss sie zurückgelegt werden.

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