Dienstag, 11. Dezember 2018 von Pascal Tonnemacher

Oh, Tannenbaum!

Alle Jahr wieder im Dezember stellt sich die Frage: Wann besorgt man sich einen Christbaum? Vor dem zweiten Advent ist es definitiv zu früh, wird der eine oder andere sagen. Überhaupt einen zu kaufen, lehnt unser Größter, derzeit drei Jahre alt, ohne Begründung ab. Da wir angekündigt hatten, demnächst einen Tannenbaum kaufen zu wollen, den er dann schmücken darf, legte er seinen eigenen Auszug nahe. Er wird dann bei Oma und Opa wohnen, so seine Entscheidung. Was er nicht mit einberechnet hat: Auch seine Großeltern werden selbstverständlich einen großen grünen Baum im Haus stehen haben. Weitere Tage zogen ins Land. Ich holte dann einen Baum, nachdem ich den Großen in die Kita gebracht hatte. Ins Netz gepackt, lehnte er bis zum Mittag an der Hauswand. Natürlich nicht zur Freude des Juniors.

Am Wochenende befreiten wir ihn aus dem Netz, stellten ihn in den Ständer und ließen ihn die Äste entfalten. Schon jetzt glänzten die Augen des großen Kleinen. „Oh, wow, das ist ein cooler Tannenbaum“, sagte er voller Freude. Tja, kann er seine Koffer wieder ausräumen. Frohe Weihnachten, Leander!

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Freitag, 17. August 2018 von Pascal Tonnemacher

Fluch oder doch Segen?

Einkaufen. Kampf und Krampf zugleich, vor allem wenn es Richtung Kasse geht. Ja, ein bisschen zugespitzt ist das schon. Aber die Warterei zu den Stoßzeiten, die sich manchmal nicht vermeiden lassen, kann nerven. Ein wahrer Segen sind da sogenannte Selbstbedienungskassen. Gespenstisch leer sind diese Bereiche meistens, so meine Erfahrung. Die Leute scheinen sich nicht ranzutrauen, dabei ist es recht simpel. Alles abscannen, abstellen, bezahlen, gehen. Wer sich dann doch rantraut, ist nach 30 Sekunden mit einem kleinen Einkauf auch schon wieder am Auto. Und wenn es Probleme oder Unsicherheiten gibt, helfen erstens eine ausführliche Anleitung oder bislang immer nette und verständnisvolle Mitarbeiter. Für die kann diese Erfindung jedoch ein Fluch sein. Setzt sich der Trend durch, werden ihre Jobs an der Kasse wohl bald überflüssig. Der Kunde macht die Kassierer-Arbeit einfach selbst, der Konzern spart eine Menge Geld. Ob es dann wirklich schneller geht, wenn alle normalen Kassen durch SB-Kassen ersetzt wurden, bezweifle ich. Doch für kleine Einkäufe sind sie eine tolle Sache. Denn leider nicht jeder dreht sich in der Kassenschlange um und sagt „Oh, Sie hend nur paar Sacha, ganged se ruhig vor!“

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Donnerstag, 9. August 2018 von Pascal Tonnemacher

Warum denn nicht beides?

Ja, ja, die Jugend von morgen wird nur noch am Smartphone kleben und Bücher schon gar nicht mehr kennen. Diese landläufige Kritik am Medienwandel rund um Handys, smarte Lautsprecher und Co. entkräftet mein Großer schon mit drei Jahren. Fürs Wohnzimmer hatten wir uns bereits vor Weihnachten eine Alexa angeschafft. In den letzten Monaten freundeten sich die Kids immer mehr mit ihr an. Ist natürlich unterhaltsam, wenn das kleine schwarze Ding auf Sprachbefehl miaut oder das Intro von Feuerwehrmann Sam abspielt. Auch aus dem anfänglichen „Letza“ wurde ein „Aletza“ – reagieren will sie darauf immer noch nicht, aber es ist ein Schritt nach vorne. Nun bekam der Große in sein Kinderzimmer auch eine Alexa. Die Bibi-Blocksberg-Kassetten-Sammlerei hat damit (irgendwie auch leider) ein Ende. Spotify hat sie alle und noch viel mehr. Doch selbstverständlich bekommen er und sein kleiner Bruder tagsüber von Mama und abends von Papa Bücher vorgelesen – wenn sie denn wollen. Das ist der Knackpunkt meines Erachtens. Denn die Kinder wissen sehr wohl die Vorzüge klassischer als auch neuer Medien zu unterscheiden. So ist der Große beinahe durchgedreht, als „Aletza“ seinen Lieblingssong nicht stoppen wollte, weil er genug hatte und lieber in Ruhe mit Mama reden wollte. Aber auch da wächst er noch rein!

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Samstag, 7. Juli 2018 von Pascal Tonnemacher

Die sieben Schläfer

In unserer gestrigen Ausgabe hatten wir beim monatlichen Wetterbericht auf der Balinger Seite und auf ZAK Aktuell einen Siebenschläfer zur Illustration ausgewählt. Auf die Bauernregel rund um den Siebenschläfertag am 27. Juni ist jedoch nicht immer Verlass. Das belegen Statistiken. Auf unsere Leser können wir aber immer zählen: Gestern Morgen wurden wir prompt darauf aufmerksam gemacht, dass das „sooo süße und putzige Tierchen“ (Zitat einer Kollegin) wenig mit dem meteorologisch mehr oder weniger bedeutsamen Tag zu tun hat. Eine kurze Recherche bestätigt das: Den Namen verdankt dieser Tag der alten Legende der Sieben Schläfer von Ephesus. Diese sieben junge Christen suchten in einer Berghöhle in der Zeit der Christenverfolgung im dritten Jahrhundert Zuflucht. Dort wurden sie entdeckt, lebendig eingemauert und schliefen jahrhundertelang. Schlussendlich wurden sie wieder entdeckt, wachten aus ihrem Schlaf auf und bezeugten den Glauben an die Auferstehung der Toten. Sie starben wenig später. So lautet eine Version der Legende. Jacob von Sarug berichtete jedoch von acht jungen Männern, im Koran ist die Sprache von sieben Männern und einem Hund. Und der Name des kleinen Nagers rührt von seiner langen Ruhephase, die jedoch oftmals neun und nicht sieben Monate lang ist. Wie Sie sehen, ist es nicht so einfach mit der Wahrheitsfindung rund um den Siebenschläfer und „seinen“ Tag. Aber süße Tierfotos gehen doch immer.

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Dienstag, 29. Mai 2018 von Pascal Tonnemacher

Komm und schnapp' sie dir

Ein Großteil des Erziehungsstil bei den eigenen Kindern ist, zumindest bei mir, geprägt von eigenen Erfahrungen. Was fand ich gut von meinen Eltern, was schlecht? So pickt man sich das raus, was in Retrospektive wirklich sinnvoll war. Die eigenen Kinder sollen es ja möglichst sogar besser haben, als man es selbst hatte. Ein großes Thema unserer Zeit: Medienkonsum. Für Facebook, Instagram und Co. sind meine Kleinen, nicht nur laut AGB, noch zu jung. Was aber immer geht, ist bei schlechtem Wetter gemütlich auf dem Sofa fernzusehen. Natürlich nicht zu viel, am besten gar nicht, ist ja gar nicht gut für die Entwicklung und so. Wenn ich mich aber an meine Kindheit zurückerinnere, dann merke ich, dass bei uns nach der Schule und auch sonst Fernsehen quasi Pflichtprogramm war. Und so misslungen sind wir 90er-Kinder ja auch nicht. Pflichtprogramm am Nachmittag war – unter anderem – Pokémon. Etliche Stunden meines Lebens fraßen die kleinen Viecher, ob Fernsehserie, Sammelkarten oder am Gameboy. Die erste Folge der ersten Staffel der klassischen ersten Fernsehserie kennt mein Größter nun mit knapp drei Jahren auch (endlich). Möge er den Traum vom Pokémon-Trainer-Sein lange hegen. Denn ungleich vieler Kritiker (die die Serie wohl nie gesehen haben) gibt es für Kinder viel über Zusammenhalt, Freundschaft, Enttäuschung und das Leben zu lernen. Ja, ein kleiner Teil des Erziehungsstils ist auch, etwas des vermeintlichen Quatsches weiterzugeben, den man selbst geliebt hat – und der einem auch nicht per se das Leben versaut.

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