Donnerstag, 11. Oktober 2018 von Thomas Godawa

Die Tage werden kürzer

Es ist mal wieder so weit, der Sommer verabschiedet sich. Eigentlich kaum zu glauben nach diesem Sommer, der von April bis September ging. Und doch, die Tage werden kürzer, die Nächte kälter und irgendwo empfinde ich das auch als tröstlich, diese Abfolge der Jahreszeiten. Sie gibt einem das Gefühl von Bewegung, Dynamik und Fortschritt. Und es gibt einem die Sicherheit immer wiederkehrender Rituale, Feste, Familientreffen und neuer Begegnungen und Familienzuwachs. Das Leben wächst weiter in diesem gewohnten Rhythmus, der einem inzwischen vertraut ist. Über die Jahrzehnte hinweg. Und dabei wird mir bewusst, dass der Weg das Ziel ist, mit all seinen Niederlagen und Erfolgen unterwegs, mit den fröhlichen und den traurigen Momenten. Und ja, die Tage werden kürzer.

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Samstag, 15. September 2018 von Thomas Godawa

Wohin mit dem Auto?

Fast überall in England gibt es ein Problem mit dem Parkplatz für das Auto. Das mussten meine Frau und ich beim Urlaubsaufenthalt feststellen.

Nun, die Städte wurden gebaut, als es noch keine Autos gab. Jetzt gibt es sie und sie müssen untergebracht werden, wenn ich als Besucher komme. Natürlich wird die Park- and-Ride-Methode angeboten, weit außerhalb des Zielobjektes. In den Städten und Dörfern selbst gibt es auch Parkplätze, aber eben nur gegen Gebühr. Entweder ist diese über Karte an entsprechenden Automaten zu entrichten (wenn er denn funktioniert) oder es sind Münzen gefragt. Auch die Briten sind als Touristen im eigenen Land von dieser Vorgehensweise betroffen und finden das, nach eigenem Bekunden, ganz schön lästig. Für Touristen wie uns ist es deshalb ratsam, immer genügend Ein-Pfund-Münzen dabei zu haben.

Wir haben das sehr wohl beherzigt, um die Frage, wohin mit dem Auto, positiv und erfolgreich beantworten zu können. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Englische Gemeinden, die sich in einem Bürgerbegehren gegen den Gebührenwahn wenden und ihre Stadt „sauber“ halten wollen.

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Dienstag, 28. August 2018 von Thomas Godawa

Ein Urlaub in Cornwall

Meine Frau und ich waren in diesem Jahr zu Gast in Südengland, genauer Cornwall, Devon und den Cotswolds, also Mittelengland. Wir haben dort einen selbst organisierten Urlaub unternommen, haben wechselhaftes Wetter erlebt, wobei der Sonnenschein überwog und die Temperaturen durchweg mild waren. Cornwall hat eine raue Küste, gegen die der Atlantik anläuft mit einem Tidenhub von bis zu acht Metern. Die Menschen sind durchweg sehr freundlich. Die Landschaft, mit Steinmauern aufgeteilt, beruhigt das Auge, die Dörfchen sind malerisch. Die Verbindung zwischen eben solchen ist teilweise schwierig, die Straßen gerade noch so breit, dass ein Bus durchkommt, alle anderen müssen zurück- oder ausweichen. Alle fahren links, was in diesem Fall nichts ausmacht, aber auch geschaltet wird mit der linken Hand, was gewöhnungsbedürftig ist. Und vom Brexit ist noch nichts zu spüren. Der Besuch war spannend und entspannend und hat uns viele neue Eindrücke gebracht. Unter anderem, dass das Essen bei weitem besser ist als sein Ruf.

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Samstag, 4. August 2018 von Thomas Godawa

Einen kühlen Kopf bewahren

Nicht so ganz einfach, bei den derzeitigen Temperaturen einen kühlen Kopf zu bewahren. Und eigentlich ist es das falsche Bild, denn es geht darum, ruhig zu bleiben, nicht zornig zu werden, Souveränität zu zeigen. Auch nicht immer so ganz einfach in heutigen Zeiten. Um aber nicht am Kopf zu schwitzen und im Büro nicht den Kopf zu verlieren, gibt es etwas Neues. Meine Frau hat es entdeckt, nein, meine jüngste Tochter, und die wohnt in Berlin. Sie hat es für ihren Freund besorgt. Einen nassen Pinguin um den Hals. Hört sich komisch an und ist es auch, denn es ist kein Pinguin, das Tuch heißt nur so: Pinguin Hug.

In den mittleren Teil des Tuches sind Kügelchen in Kissen eingenäht. Diesen Abschnitt legt man in eine Schale kaltes Wasser und wartet eine Weile. Die Kügelchen saugen sich voll. Das Band legt man sich um den Hals und die Verdunstungskälte der Kügelchen kühlt den Hals und den Kopf angenehm und lang anhaltend. Cool.

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Samstag, 28. Juli 2018 von Thomas Godawa

Geht manchmal etwas länger

Passiert Ihnen das auch immer wieder. Sie gehen zum Einkaufen und haben dafür so über den Daumen eine halbe Stunde einkalkuliert. Der Einkaufszettel steckt griffbereit in der Brusttasche des Hemdes, um keine Zeit zu verlieren und in der Regalstraße und am Wurststand auch gleich immer das Richtige aus dem Sortiment herauszunehmen.

Und dann passiert es. Du triffst einen Bekannten, den Erich oder den Uwe oder eine Bekannte, die Sabine oder die Christa. Und schon stockt der ganze gut durchorganisierte Ablauf.

Aber ist das so schlimm? Eigentlich nicht, wenn nicht gerade irgendwelche vorher getroffenen Terminabsprachen in Mitleidenschaft gezogen werden. Oft ist es auch ganz angenehm aus dem Galopp etwas abgebremst zu werden, sich Zeit zu nehmen und sich zu erkundigen. Und nicht selten ist es gar eine Freude einen alten Weggefährten wieder zu treffen und einen kleinen Plausch zu halten. Dann geht das Einkaufen eben manchmal etwas länger.

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