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Die Flüchtlinge kommen bislang mit Bussen aus Karlsruhe nach Meßstetten.
Die Flüchtlinge kommen bislang mit Bussen aus Karlsruhe nach Meßstetten. Foto: Nico Pannewitz
Die Flüchtlinge kommen bislang mit Bussen aus Karlsruhe nach Meßstetten.
Die Flüchtlinge kommen bislang mit Bussen aus Karlsruhe nach Meßstetten. Foto: Nico Pannewitz

Messstetten, 03.03.2015

Neue Adresse für Schleuser

LEA Meßstetten wird spätestens ab April eigenständige Erstaufnahme für Flüchtlinge

Alle Flüchtlinge, die in Meßstetten ankommen, hatten zuvor quasi ein Filtersystem in Karlsruhe durchlaufen. Ab April ist Meßstettens LEA erwachsen – die Flüchtlinge landen direkt auf der Alb.

Nicht mehr Karlsruhe, sondern das Regierungspräsidium Tübingen soll spätestens ab 1. April für Meßstettens LEA zuständig sein. Die Flüchtlingsaufnahmestelle erfährt eine Aufwertung. Sie wird eigenständige Vollaufnahme mit eigener Registrierung und Erfassung der Flüchtlinge. Was das bedeutet, weiß man in den verantwortlichen Stellen hierzulande: Künftig könnten Schleuser ihre „Kundschaft“ direkt vor den Toren der ehemaligen Meßstetter Kaserne abladen. Dabei ist die Situation aktuell bereits reichlich angespannt: Das Gros der Flüchtlinge stammt aktuell aus dem Balkan, es sind Serben und Kosovaren.

Keine einfache Klientel, wissen die Verantwortlichen in der LEA, in Landratsamt und Rathaus, aber auch die Ehrenamtlichen. Zudem drohen die Flüchtlingsunterkünfte schon heute aus allen Nähten zu platzen. Statt der geplanten 1000 Flüchtlinge sind nach unseren Informationen regelmäßig 1350 bis 1400 Menschen in Meßstetten untergebracht. Landrat Günther-Martin Pauli versteht die Situation: „Auch für Karlsruhe waren 2014 noch 6000 Flüchtlinge geplant, allein im vergangenen Februar ist diese Zahl für 2015 bereits gesprengt worden.“

Die Herausforderungen für Meßstettens Landeserstaufnahmestelle (LEA) dürften ab dem kommenden Monat deutlich ansteigen: Als eigenständige LEA wird sie erste Anlaufstelle für Flüchtlinge und illegale Schleußer-Unternehmen.
Die Herausforderungen für Meßstettens Landeserstaufnahmestelle (LEA) dürften ab dem kommenden Monat deutlich ansteigen: Als eigenständige LEA wird sie erste Anlaufstelle für Flüchtlinge und illegale Schleußer-Unternehmen.

Aller Erfahrung nach sei aber auch, so Mitarbeiter der Flüchtlingsunterkünfte, in wärmeren Monaten mit der Rückkehr eben dieser Klientel auf den Balkan zu rechnen. Damit ginge sicherlich eine dringend notwendige Entlastung einher. Landrat Pauli und Bürgermeister Lothar Mennig sind sich im Klaren, dass dennoch gehandelt werden müsse: Einerseits, „um das vorbildliche Ehrenamt in Meßstetten nicht über Gebühr zu belasten oder gar zu verschleißen“ und andererseits die tägliche Betreuung auch auf der Straße in professionelle Hände zu legen. So sei man auf intensiver Suche nach dem durchsetzungsstarken Streetworker, sagt Mennig. 

Gleichwohl halte er an mittelfristiger Zielsetzung fest: Nachdem Freiburgs Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon inständig hofft, in seiner 2016 freiwerdenden Polizeiakademie eine Landeserstaufnahmestelle einrichten zu können, bestünden gute Chancen für Meßstetten. „Ein Großgefängnis auf dem Geißbühl wäre nach wie vor das Beste, was uns passieren könnte“, verweist Mennig auf damit einhergehende Effekte in der gesamten Stadt.

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