Hechingen-Sickingen, 29.04.2016

Weiterer Hochwasserschutz für die Gemeinde Bodelshausen: Sickingen sagt Nein

Der Nachbar hat die Nase voll

Sickingen ärgert sich über heimliche Aufschüttungen in Bodelshausens Seelosenstraße und lehnt mehr Hochwasserschutz auf seiner Gemarkung ab.

 

Bodelshausens Ortsbaumeister Walter Soulier wurde Opfer der früheren Rathauspolitik der Sickinger Nachbargemeinde. Sein Vorschlag, auf Sickinger Gemarkung einen halben Meter hohen Damm zu errichten, um Überschwemmungen zu vermeiden, wurde vom Sickinger Ortschaftsrat einstimmig zurückgewiesen.

Mit Sickinger Unterstützung hat Bodelshausen bislang problemlos seinen Hochwasserschutz im Grenzbereich umgesetzt. Drei der vier geplanten Hochwasserrückhaltebecken sind gebaut, wobei die beiden Becken links und rechts der Bodelshausener Straße die spektakulärsten sind. Für das vierte Becken am „Gashäusle“ sollen die Gespräche mit den Grundbesitzern wieder aufgenommen werden. Doch der jüngste Vorschlag aus Bodelshausen zu einem weiteren Hochwasserschutz auf Sickinger Gemarkung schürte alte Ressentiments gegen das Rathaus der Nachbargemeinde. Er wurde als Zumutung erachtet und abgelehnt. Bei einer gemeinsamen Begehung des Sickinger Grenzweges zeigte Ortsbaumeister Walter Soulier Häuser, deren Gärten und Kellerbereiche bei Starkregen vom Hangwasser überschwemmt werden. Ein Erdwall von einem halben Meter Höhe entlang des Weges würde für die Hausbesitzer Abhilfe schaffen, meinte der Ortsbaumeister.

Diesem Vorschlag widersprachen die Sickinger Räte. Zu hohen Grundstückspreisen habe die Gemeinde Bodelshausen in der Ära von Bürgermeister Bernd-Dieter Esslinger Baugrundstücke entlang der Seelosenstraße verkauft, die bis an die Gemarkungs- und Kreisgrenze reichten – inklusive des Abwassergrabens darauf. Beim Erdaushub für den Keller hätten die Bauherren die Erde dazu benützt, ihre Gärten zur Hangseite Richtung Sickingen einzuebnen und hätten den optisch störenden Abwassergraben zugeschüttet. Um das jetzt in die Gärten und Häuser dringende Hangwasser abzuwehren, hätten die Hausbesitzer, ohne bei der Nachbargemeinde anzufragen, bis zu drei Meter breit Erde auf Sickinger Gemarkung aufgeschüttet und mit Büschen bepflanzt.

Laut Sickinger Ortschaftsrat stehen die Gemeinde Bodelshausen und die Hauseigentümer in der Pflicht, eine eigene Lösung zu suchen und nicht noch mehr der Nachbargemeinde Sickingen zuzumuten. Die heimlichen Aufschüttungen hätten den Verlauf des Grenzweges geschmälert und verlegt. Da dort Traktoren fahren, wurden die in die angrenzenden Wiesen und Äcker abgedrängt. Schütte die Gemeinde Bodelshausen jetzt weiter auf, wiederhole sich das Ganze und das fördere den allgemeinen Ärger der Grundstücksbesitzer, sagten die Sickinger Ortschaftsräte.

Ein anderes Hochwasserproblem wurde am „Gashäusle“ angesprochen. Dort sammelt sich das Hangwasser und bildet einen See, weil es aufgrund der Topographie dort nicht in die dafür vorgesehene Dohle abläuft. Der Sickinger Harry Nerz dokumentierte dieses Naturphänomen in der nachfolgenden Sitzung mit einer ganzen Fotoserie.

Ortschaftsrat Gebhard Daiker nutzte den Vororttermin, um bei Ortsbaumeister Walter Soulier ein absolutes Halteverbot in der Sickinger Straße zwischen der Robert-Schuhmann-Straße und der Seelosenstraße in Richtung Sickingen zu beantragen. Parkende Autos führen dort täglich zu Verkehrsgefährdungen. Daiker sprach ein weiteres Problem an: Eine Vertiefung in der Sickinger Straße führe dazu, dass Autos selbst bei einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometer absacken und bei Glatteis von der Straße abkommen.

Nach der Inspektion der Rückhaltebecken wiesen die Ortschaftsräte darauf hin, dass der historische Grenzstein durch die Anhebung der Straße fast in der Erde verschwunden ist und wieder angehoben werden muss. Er markiert den Weg zwischen den ehemaligen Königreichen Württemberg und Preußen.

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