14.07.2016

Leserbrief

Erhebliche Zweifel an den Behörden und den Gutachtern

 

Hat man die Erörterungsverhandlungen verfolgt, kommen erhebliche Zweifel auf, ob wir Behörden und Gutachten (von Holcim bezahlt) noch vertrauen können. Zum einen erhalten die Gutachter nur einen beschränkten Prüfungsauftrag. Es soll ja nur geprüft werden, ob die Erhöhung von 60 Prozent Abfallverbrennung auf 100 Prozent mehr belastet. Die vorhandenen Belastungen dürfen und werden nicht mit einbezogen. Die gesetzlichen obersten Grenzwerte pro cbm Luft werden ja sogar noch verbessert.

Auch in Endingen und Balingen soll es dadurch besser werden. Horch, horch! Von vorhandenen Überbelastungen, von Zusatzmengen durch Produktionserhöhung oder höheren Schadenstoffen durch Schwermetalle und andere Stoffe in den Abfällen – darf einfach nicht gesprochen werden. Wer also schon belastet oder verseucht ist, kann und muss noch mehr Schadstoffe ertragen, vielleicht aber auch höher belastendes Gemisch.

Konstante Messeinrichtungen sind nur bei wenigen Schadstoffen vorhanden, Schwermetalle werden nur an drei Tagen im Jahr auf Vorankündigung gemessen. Holcim gibt zu, dass in Müllanlagenfiltern hochgiftige Schwermetalle mindestens teilweise zurückgehalten werden.

Stand der Technik ist wohl, dass es auch für Zementwerke noch wesentlich bessere Filteranlagen gibt. Kontrollen werden fast ausschließlich von Holcim vorgenommen. Zugegeben wurde, dass im sogenannten Direktbetrieb die Hauptfilteranlage für den Schadstoffrückhalt wegen Wartungen (1200 Stunden) entfällt. Im Drehofen werden pro Stunde rund 160 000 Kubikmeter Luft durchgejagt, 24 Stunden, sieben Tage die Woche = 26,8 Millionen Kubikmeter.

Für Direktbetrieb und Störfälle wird eine Ausnahmegenehmigung, sprich Sonderbelastung der Umwelt, beantragt. Man benötigt wohl bis zu 150 000 Tonnen oder mehr Abfälle im Jahr, auch aus der Schweiz. Darf man diesen dort nicht verbrennen? Hinzu kommen noch Luftbelastungen für rund 400 000 Tonnen Schieferverbrennung, bei der die Filterauflagen und Grenzwerte der Belastungen noch viel geringer sind. Hier ist Genehmigungsbehörde das Landesbergamt in Freiburg und die TA Luft zuständig.

Wir wollen wissen, was in der Gesamtbelastung uns trifft, denn ob 10 000 Kubikmeter Luft oder 10 000 Tonnen Abfälle durchs Kamin gehen oder 100 000 ist auch ein Belastungsunterschied, der sich auf unsere Gesundheit auswirkt. Wir fordern die modernsten Umweltfilter- und Überwachungsanlagen. Pro-Plettenberg-Initiative wehrt euch und sichert uns!

Bernd Effinger
Weichhagenstraße 7,
Roßwangen

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