03.08.2016

Leserbrief

50 Hektar Zerstörung sind genug

 

Zu dem Vorwurf von Herrn Dittberner, dass ich die Arbeitsplätze bei Holcim zerstören wolle und ich die Häuser in Dotternhausen beschmiere. Nun, ich denke das erledigt schon Holcim mit zirka 4000 Tonnen an Luftschadstoffe pro Jahr, die vom Himmel rieseln.

Sicher, die Arbeitsplätze sind in Gefahr, zum einen liegt es am rasanten Abbautempo und zum anderen, dass der Zementbedarf seit den 70er Jahren stark zurück geht. Die BI steht für einen Abbaustopp an den bisherigen Grenzen, denn 50 Hektar Zerstörung sind genug, um so mehr, da in der Genehmigung von 1977 nur von 30 Hektar gesprochen wird.

Eine Genehmigung über 50 Hektar konnte das Landratsamt bis heute nicht vorlegen, dies wird noch zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Weiter ist nicht einzusehen, dass die Schweizer Berge geschont werden und unser Berg zerstört wird. Wenn gewinnbringend, hunderttausende Tonnen Schieferabbrand und Zement in die Schweiz und nach Österreich gehen, können die Züge Kalkgestein nach Dotternhausen aus der Schweiz mitbringen, denn dort gibt es viel größere Ressourcen. Allerdings geht dies zu Lasten vom Gewinn, der reichlich erwirtschaftet wird.

Zum Umweltschutz, wenn Holcim moderne Filteranlagen nachrüstet, braucht es Arbeiter für Aufbau, Wartung und Anlagenführung, dies ergibt mehr Arbeitsplätze. Allerdings wieder zu Lasten des Gewinnes.

Vollkommen abwegig wird seine erste Aussage, wenn wir den Betrieb der Materialseilbahn betrachten. Hätte Holcim freiwillig mehr Personal für Wartung und Anlagenüberwachung eingestellt, wenn die BI nicht massiven öffentlichen Druck gemacht hätte? Zusätzliche Arbeitsplätze, die den Gewinn schmälern.

Es scheint, dass manche mehr Mitleid mit den reichen Holcim Aktionären haben, als mit denen, die durch den Abbau ein Stück Heimat verlieren und schlimmer noch, mit denen, die ihre Gesundheit wegen der Luftverschmutzung verlieren. Warum Herr Dittberner in seinem Leserbrief Einstein erwähnte? Sicher hätte Einstein heute auch für den Umweltschutz gekämpft, denn er dachte schon damals, weiter als die meisten Menschen heute.

Die BI Pro-Plettenberg steht zu den Arbeitsplätzen in Dotternhausen, allerdings nur, wenn die hohen Maßstäbe der Konzern Compliance in Sachen Umwelt-, Landschaftsschutz, Rekultivierung, Sicherheit und Sozialverantwortung auch gelebt und nicht nur haltlos versprochen werden. Es gibt genügend verantwortungsvolle Zementhersteller, die freiwillig weit mehr für Sicherheit, Umwelt- und Naturschutz tun als Holcim.

Martin Stussak
Sprecher BI Pro-Plettenberg
Römerweg 2, Schömberg

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