01.09.2016

Leserbrief

Modernste Filteranlagen wie bei der Müllverbrennung notwendig

 

Ich habe bereits einen Leserbrief zu den Erörterungsverhandlungen des Regierungspräsidiums über die Glaubwürdigkeit der Behördenverfahren und Holcim geschrieben und gleichzeitig gefordert, dass modernste Filteranlagen wie bei der Müllverbrennung eingebaut werden. Die erhebliche Schadstoffbelastung bei der Ersatzbrennstoffverbrennung könnte dann wenigstens auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Nun haut es bei jedem endgültig die Füße weg, wenn man den ZAK-Bericht Dioxin . . . und den Leserbrief von Gemeinderat Rall liest. Es hat noch in der Erörterungsversammlung geheißen, dass sich an den Gesamtanlagen und der Müllverbrennung (Ersatzbrennstoff) nichts Gravierendes ändern werde. Es ist alles schon vorhanden. Nun soll wie aus Zauberhand für 5,2 Millionen alleine in Lager- und Verbrennungstechniken für Kunststoffverbrennungen investiert werden. Dies muss sich wohl lohnen! Die Genehmigungen für die weiteren Verbrennungen sind noch nicht einmal vorhanden! Oder wurden diese schon lange mit dem Regierungaspräsidium ausgehandelt? Die Planung einer solchen Millionenanlage dauert ja auch nicht nur wenige Wochen. Wo bleiben die Projekte für die Rauchgasentgiftung und die Dauermesseinrichtungen?

Die Mengennachfrage wurde von den Holcimvertretern wohl nicht beantwortet, nur dass eine Tonne Kunststoff eine Tonne Kohle ersetzen soll. Der Lastwagenverkehr würde sich aber nicht ändern, sogar verbessern. Meiner Erkenntnis nach ist aber doch Kunststoff viel voluminöser und leichter als Kohle und zudem entwickeln sich ganz andere Brennstoffgase.

In einem Internetbericht habe ich auch gelesen, dass bei Abfall und Kunststoffen die Rauchgaswerte erheblichen Schwankungen im Gegensatz zur Kohle ausgesetzt sind. Nur, Kohle ist halt teurer und was einmal zum Kamin draußen ist, kann nicht mehr nachgewiesen, viel weniger überwacht werden. Das geschlossene System soll eine Entstaubung und Filteranlage nicht erforderlich machen, laut Holcim.

Im Pressebericht von Bürgermeisterin Adrian beruhigt sie die Einwohner aber: Die Anlagen werden jedoch über Absaugung und Filteranlagen entstaubt. Wo bleibt dann das bei Abkühlungen entstehende Dioxin? Wem soll man glauben? Staub sieht man, Dioxine, Stickoxide, Schwermetalle nicht. Warum hinterfragen eigentlich die Presseberichterstatter nicht selbst solche gravierenden Widersprüche? Mindestens würde man dies von einem betroffenen Gemeindeorgan erwarten. Herr Rall, lassen Sie sich nicht einschüchtern!

Bernd Effinger
Weichhagenstraße 7, Balingen

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