19.01.2017

Leserbrief

Es geht um ein „So nicht!“

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Holcim geht in die Offensive, um ein „Ja“ beim Bürgerentscheid zu erhalten. Das „Ja“ soll für die Zukunft, die Region, die Umwelt, die Wirtschaft, Ausbildungs-und Arbeitsplätze stehen. Dies wird durch Werbeplakate und Großanzeigen verdeutlicht. Beim Bürgerentscheid und dem geforderten „Ja“ geht es jedoch nicht um die generelle Infragestellung des Werkes, sondern um die vom Gemeinderat und Holcim vorgeschlagenen Abbaugrenzen, die den Plettenberg zerstören. Diese würde vermutlich vom Landratsamt auch so genehmigt.
Die Alternative „Nein“, die wir dringend empfehlen, hätte nie und nimmer die Existenz des Werkes zur Folge. Denn diese stand nie zur Diskussion und wäre nach unserem Vorschlag bis 2045 gesichert. Es geht lediglich um ein „So nicht“ im Interesse unserer Nachkommen. Die Verantwortlichen des Werkes sollen endlich spüren, dass nicht alles nach ihren Vorstellungen ablaufen darf. In Infojournalen wird die Bevölkerung eingelullt. Ebenso werden Vereine geködert. Mitarbeiter zu Leserbriefen angehalten.
Der angeblich verlässliche Partner verschiebt seine Gewinne komplett nach Hamburg. Vielleicht kommt ein Bruchteil zurück, mit diesem wird dann geworben. Für den Kalkstein wird etwa 0,25 Euro pro Tonne bezahlt. Schiefer ist kostenlos. Dotternhausen ist zwischenzeitlich eine der finanzschwächsten Kommunen. Die Bahnlinie wurde fast ausschließlich für Klinkertransporte von Holcim in die Schweiz wieder eröffnet. Der Zementvertrieb erfolgt zwischenzeitlich bei rund 40 Silozügen ohne Werbeaufschrift. Somit kann man auch nicht nachvollziehen wohin die in den letzten zwölf Jahren um 300 Prozent gesteigerte Zementproduktion verkauft wird. Alle Holcimwerke in der Schweiz sparen erhebliche Mengen Kalkstein und Energie zu Lasten der umweltbelastenden Schieferverbrennung mit enormen Stickoxid- und außergewöhnlichen Schwefeldioxinbelastungen.
Von 56 Hektar des bisherigen Abbaugebietes wurden in den vergangenen zwei Jahren lediglich 7,1 Hektar renaturiert. Wir benötigen Betriebe deren Gewerbesteuer im Ort bleibt. Bürger, die all dies aufzeigen, werden teilweise öffentlich der Lüge bezichtigt. Man sollte nun bei einer so wichtigen Entscheidung den Bürgern die Möglichkeit gegeben, über die Abbaugrenzen selbst zu entscheiden. So wie jedoch der Stimmzettel verfasst ist, wissen viele Bürger nicht wie der Ablauf vor sich geht.
Günter Schäfer
Joh.-Seb.-Bachstr. 15,
Dotternhausen

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Plettenbergabbau.

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