Plettenberg
Foto: Siegfried Seeburger/Archiv
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Dotternhausen, 23.01.2017

Kritische Fragen vor der Einwohnerversammlung

Die Vertreter des verträglichen Kalksteinabbaus lassen nicht locker und wollen Antworten. Auch die Verbrennung von Ersatzstoffen beobachten sie weiter kritisch.

Die „Vertreter der Bürger zum verträglichen Kalksteinabbau auf dem Plettenberg“ um den früheren Bürgermeister Norbert Majer haben vor der morgigen Einwohnerversammlung einige Fragen an die Gemeinde geschickt. So möchten sie unter anderem wissen, welche Laufzeit der Pachtvertrag hat, ob für die geplante Süderweiterung ein neuer Vertrag abgeschlossen wird und welche prozentuale Pachtpreiserhöhungen es seit dem Jahr 1950 gab. Wie hoch die Gesteinsabbauzahlen in den vergangenen 30 Jahren in Kubikmetern und Tonnen waren und welche prozentuale jährliche Steigerung es dabei gab, wollen die kritischen Bürger ebenfalls wissen. Dabei handele es sich nicht um Betriebs- oder Steuergeheimnisse, sondern betreffe den Eigentümer und das seien die Einwohner. Zudem interessiert sie, wann der Gemeinderat erstmals von der Süderweiterung erfahren hat sowie wann nichtöffentlich und öffentlich darüber beraten wurde. Als letzten Punkt in ihrem Schreiben fragen die Vertreter, warum die Wunschgrenzen von Holcim nur kurzzeitig für die Klausurtagung des Gemeinderats auf dem Plettenberg abgesteckt und danach gleich wieder entfernt wurden. Jeder Einwohner solle sich vor dem Bürgerentscheid selbst vor Ort ein Bild machen können, über was er genau abstimmt.

Die „Bürger für einen verträglichen Kalksteinabbau“ informieren zudem in einem Flugblatt über ihre Belange. Darin sprechen sie auch den Einsatz von sogenannten Ersatzbrennstoffen bei der Firma Holcim an. Das Unternehmen plant in Zukunft mehr von diesen Stoffen zu verbrennen.

Besonders umstritten ist hier der Einsatz von einem mit Flammschutzmittel behandeltem Dämmstyropor, sogenanntem HBCD-haltigem Styropor. Holcim erklärte, solches nicht zu verbrennen. Auch die Firma Korn Recycling teilt schriftlich mit, dass sich in denen von ihnen gelieferten Ersatzbrennstoffen für die Firma Holcim kein solches Styropor befindet. Die Vertreter des verträglichen Kalksteinabbaus möchten hier auf Nummer sicher gehen und stellten daher eine entsprechende Anfrage beim Regierungspräsidium Tübingen. Sie möchten wissen, woher Holcim den sogenannten Fluff, das steht im Fachjargon als Abkürzung für „flugfähige Fraktionen“ und ist ein Produkt aus Gewerbeabfall, bekommt. Zudem fragen sie, ob davon Rückstellproben entnommen werden und ob HBCD-haltiges Styropor darin enthalten ist. Wenn nicht, möchten sie auf Grundlage des Umweltinformationsgesetzes wissen, wohin die Firma Korn das Styropor liefert.

Info Am Mittwoch findet die Einwohnerversammlung zum Kalksteinabbau auf dem Plettenberg statt. Beginn ist um 19 Uhr in der Dotternhausener Festhalle. Nach kurzen Sachvorträgen können Bürger Fragen stellen oder Anregungen einbringen.

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Plettenbergabbau.

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