Ein Nein heißt Stillstand
Um weiter Kalkstein für die Zementproduktion zu haben, braucht Holcim die Süderweiterung, sagt das Unternehmen.
Um weiter Kalkstein für die Zementproduktion zu haben, braucht Holcim die Süderweiterung, sagt das Unternehmen. Foto: Privat
Um weiter Kalkstein für die Zementproduktion zu haben, braucht Holcim die Süderweiterung, sagt das Unternehmen.
Um weiter Kalkstein für die Zementproduktion zu haben, braucht Holcim die Süderweiterung, sagt das Unternehmen. Foto: Privat

Dotternhausen, 25.01.2017

Holcim: Ein Nein heißt Stillstand

Die Firma Holcim braucht die weitere Abbaufläche auf dem Plettenberg schon im nächsten Jahr und startet daher eine Kampagne.

Holcim steht unter Druck. „Wir brauchen im Jahr 2018 das Rohmaterial“, sagt Werksleiter Dieter Schillo. Ohne ein Ja beim Bürgerentscheid käme es zu einer Verzögerung der Süderweiterung des Kalksteinbruchs auf dem Plettenberg. Für das Unternehmen hätte das gravierende Folgen. „Wir können das Werk nicht abstellen“, erklärt Schillo im Pressegespräch.

Daher setzt das Unternehmen nun auf die Kampagne „Ja zum Zementwerk“: mit Flyern, Plakaten und dem Holcim-Journal. „Uns ist es wichtig, dass sich die Menschen informieren und wählen gehen“, sagt Sabine Schädle, Leiterin der Kommunikation bei Holcim Süddeutschland. Ein Ja beim Bürgerentscheid würde bedeuten, dass die Gemeinde und das Unternehmen zeitnah auf Grundlage der abgestimmten Maximalgrenzen verhandeln können.

Der gesamte abbaufähige Kalksteinvorrat auf dem Plettenberg würde noch rund 40 Jahre ausreichen. Der aktuelle Vorschlag der Gemeinde reduziert den Abbau um circa zehn Jahre. Das entspricht nicht dem Wunsch des Unternehmens, sei aber eine Verhandlungsbasis, sagt Dieter Schillo. Wenn Holcim kein Kalkstein mehr vom Plettenberg bekommt, müsse dieser wo anders abgebaut werden, so der Werksleiter. Die nächste Möglichkeit sei Deilingen. Das Gebiet ist im Rohstoffsicherungsplan bereits ausgewiesen. „Die vermeintlichen Nachteile, wie etwa das Werk und die Emissionen, bleiben in Dotternhausen, aber Vorteile, wie der Förderzins, gingen an andere Gemeinden“, beschreibt Schillo eine mögliche Situation. Auch der Verkehr könne zunehmen.

„Wir möchten den Ängsten zum Plettenberg-Abbau Daten und Fakten entgegenhalten“, sagt Sabine Schädle. Dazu sei es dem Unternehmen nach wie vor wichtig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und Fragen zu beantworten. Eine Spaltung der Bevölkerung wolle man auf keinen Fall. Das sei man auch den Mitarbeitern schuldig. Aus ihren Reihen wurde die Kampagne „Ja zum Zementwerk“ mitorganisiert. Dazu gehört auch der direkte Informationsfluss. So tauschten sich die Mitglieder des Dotternhausener Schachclubs am Freitagabend mit dem Werksleiter über die Plettenberg-Problematik aus. Mit dabei waren auch Vertreter der Kirchengemeinde, des Albvereins, des Musikvereins und des Gemeinderats.

Bei der Einwohnerversammlung (Mittwoch, 19 Uhr, Festhalle Dotternhausen) wird Holcim passiv vertreten sein und keine Vorträge halten, sondern nur für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung stehen.

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