Trotz Trump und Brexit: Die heimische Wirtschaft brummt
Der Geschäftsklimaindex von 2006 bis 2017 zeigt die Stimmung der Unternehmen.
Der Geschäftsklimaindex von 2006 bis 2017 zeigt die Stimmung der Unternehmen. Foto: Quelle: IHK
Der Geschäftsklimaindex von 2006 bis 2017 zeigt die Stimmung der Unternehmen.
Der Geschäftsklimaindex von 2006 bis 2017 zeigt die Stimmung der Unternehmen. Foto: Quelle: IHK

Zollernalbkreis, 13.02.2017

Trotz Trump und Brexit: Die heimische Wirtschaft brummt

Der Konjunkturklimaindex, der die Erwartungen der Unternehmen aus der Region abbildet, legt sogar noch leicht zu.

von IHK-Pressemitteilung  

Die Wirtschaft in der Region ist nicht so leicht aus dem Tritt zu bringen. Der drohende Brexit und mögliche Handelsbeschränkungen im Geschäft mit den USA würden derzeit nicht auf die Konjunktur durchschlagen, sagt die Industrie- und Handelskammer Reutlingen (IHK).

Der regionale Konjunkturklimaindex, er bildet Lage und Erwartungen der Unternehmen ab, legt in der neuesten Umfrage der IHK Reutlingen sogar erneut zu und erreicht 140 Punkte (Herbst: 139). Seit Beginn des Jahrtausends kommt der Index überhaupt erst zum dritten Mal auf einen Wert von 140 oder mehr.

„Die Firmen sehen durchaus die Gefahren einer Welt, die sich dem Freihandel verschließt. Noch überwiegt aber der Optimismus, dass sich lange bestehende und gute Handelsbeziehungen nicht von heute auf morgen schädigen lassen“, kommentiert IHK-Präsident Christian O. Erbe.

Der Anstieg des Indexes basiere auf der noch einmal verbesserten Geschäftslage. 58 Prozent der befragten Firmen sagen, dass sie mit ihren Geschäften zulegen konnten, 39 Prozent berichten über eine unveränderte Lage. Bei den Aussichten sind die Antworten etwas gedämpfter: 35 Prozent erwarten bessere Geschäfte (Herbst: 37 Prozent), 58 Prozent erwarten keine Veränderung (Herbst: 54 Prozent). Hier deutet sich eine Abschwächung an. Erbe: „Wir sind aktuell auf einem Zenit, der sich in Rekordbeschäftigung, stabiler Binnenkonjunktur und florierendem Exportgeschäft niederschlägt. Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich dieser Höhenflug absehbar auf ein normaleres Maß reduziert.“

Diese Einschätzung werde dadurch gestützt, dass 45 Prozent der Firmen ein Abschwächen der Konjunktur befürchteten, heißt es in den Ausführungen der IHK.

Bei den Aussichten am Arbeitsmarkt ist das Bild ebenfalls zweigeteilt: Fast 28 Prozent der Betriebe wollen weiter einstellen (Herbst: 25,6 Prozent). Zugleich wollen 13 Prozent der Firmen ihre Belegschaft verkleinern (Herbst: 11,8 Prozent).

Die positive Gesamteinschätzung der regionalen Konjunktur wird von der Industrie getrieben. 53 Prozent dieser Betriebe bezeichnet die Lage als gut (Herbst: 49 Prozent). Bei 49 Prozent ist der Umsatz gestiegen, lediglich 21 Prozent setzten zuletzt weniger um. In den kommenden zwölf Monaten rechnen über 44 Prozent der Industriebetriebe mit besseren Geschäften. Auch bei den Investitionsabsichten liegt die Industrie deutlich über dem regionalen Schnitt. 36 Prozent wollen ihre Investitionen ausbauen. Über alle Branchen liegt der Wert bei 30 Prozent.

Konjunkturelles Schlusslicht ist in der Region Neckar-Alb derzeit der Großhandel. 49 Prozent der Betriebe sehen eine gute Lage. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als noch im Herbst. Im Großhandel haben sich insbesondere die Erwartungen eingetrübt. Der Anteil jener Unternehmen, die mit einer besseren Geschäftsentwicklung rechnen, ist von 42 auf jetzt 28 Prozent zurückgegangen.

Digitalisierung

Für viele Betriebe ist die Digitalisierung die zentrale Herausforderung der nächsten Zeit. „Die Firmen müssen sich den Entwicklungen stellen, gerade im Groß- und im Einzelhandel“, so der Präsident. Die IHK werde diesen Prozess mit Beratung und Veranstaltungen begleiten, heißt es aus Reutlingen. „Die Digitalisierung wird die Geschäftsmodelle der Unternehmen in einer Art und Weise verändern, die wir uns derzeit noch kaum vorstellen können.“

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