17.02.2017

Leserbrief

Der Dialog muss weitergehen

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Kalksteinabbau und Bürgerentscheid am Sonntag in Dotternhausen.
Das Thema Plettenberg und Zementwerk stellen mich vor eine persönliche Herausforderung. Es gibt logische Argumente, die den Kalkstein und Ölschieferabbau begründen, und auch der Einsatz von Ersatzbrennstoffen ist nachvollziehbar. Der Werkstoff Zement (Beton) ist nicht weg zu diskutieren und auch nicht zu ersetzen. Wird dieses Produkt nicht in Dotternhausen hergestellt, dann mit Sicherheit woanders. Wird bei der Produktion anstatt Primärenergie (Öl oder Gas) Müll (Erstzbrennstoff) verwendet, dann finde ich das sinnvoll. Sehe ich den geschundenen Plettenberg, dann benötige ich sehr viel Fantasie, jetzt und hier die ökologische Artenvielfalt und den Mehrwert für unsere Umwelt zu erkennen.
Ich möchte jetzt ausdrücklich nicht auf rechtliche Fragen der Jahre 1986 und früher eingehen. Ich denke, es gibt aber Protokolle und Verträge, die öffentlich gemacht gehören. Im Amtsblatt Nr. 3 vom 18. Januar 2017 von Dotternhausen/ Dautmergen wurde zumindest eine Chronlogie von 1952 bis 2016 veröffentlicht. Dass die Gemeinde Dotternhausen in der Zeit „Rohrbach“ finanziell mehr bekommen hat, darüber besteht bestimmt Einigkeit. Aber das Finanzielle sollte an dieser Stelle nicht über dem ökologischen stehen, denn mit mehr Gewerbesteuer oder Abbauzins wird es nicht ökologischer.
Vor und nach dem Besuch bei der Firma Holcim am 31. Januar war ich mir bewusst, dass sich das Unternehmen positiv zu seinen Aktivitäten und Forderungen präsentieren wird. Das ist auch legitim und trotzdem hatte ich den ehrlichen Eindruck, dass die Verantwortlichen in der Firma um einen Konsens bemüht sind. Die Fragestellung beim Bürgerentscheid ist unklug und ungenau. Über was sollen den die Bürger abstimmen? Zementwerk ja oder nein, welche Grenzen? Schade um diese vertane Chance. So wird, egal wie dieser Bürgerentscheid ausgeht, immer ein Teil der Bürger, unzufrieden sein.
Der Dialog muss auch nach dem Bürgerentscheid weitergeführt werden, er muss intensiver und transparenter sein. Die Lösung muss ein Miteinander werden und nicht ein Gegeneinander. Holcim als Global Player und Konzern muss mehr tun als die Gesetze fordern vor allem in der Filtertechnik, der Rekultivierung, der Abbaugeschwindigkeit. Die Menschen rund um den Plettenberg müssen akzeptieren, dass dieses Zementwerk ein Teil unseres Wohlstandes ist.
Erwin Feucht
Die Grünen
KV Zollernalb/ OV Balingen
Benzstraße 3, Balingen

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