17.02.2017

Leserbrief

Schadstoffbelastung nähme zu

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Holcim versucht derzeit mit aller Macht und lauteren und unlauteren Mitteln, den Bürgerentscheid für sich zu entscheiden. Dabei wird mit Halbwahrheiten versucht, die Öffentlichkeit zu beeinflussen. Als Beispiel wird die Gewerbesteuer genannt. Bei 400 000 bis 500 000 Euro Gewerbesteuereinnahmen ist man schon mit 100 000 Euro größter Gewerbesteuerzahler der Gemeinde. Auf Grund der Gewinne von Holcim müsste die Gewerbesteuer in der Gemeinde bei 1,5 bis zwei Millionen Euro liegen. Dem Landkreis gehen ebenfalls jährlich 500 000 Euro Kreisumlage verloren.
Holcim trägt vor, dass bei einem größeren Abbauvolumen der Förderzins je Tonne höher sein wird als bei einem geringeren Abbauvolumen. Meiner Ansicht nach hat die Tonne Kalkstein einen in die Kalkulation einfließenden bestimmten Wert. Eine Erhöhung des Förderzinses um 300 Prozent würde nur 0,7 Prozent des Zementpreises betragen. Ich frage mich, wäre dies nicht zumutbar ob nun die Abbaumenge 20 Millionen oder 25 Millionen Tonnen beträgt?
Warum weicht Werksleiter Schillo auf die Frage nach dem Bau eines Förderbandes auf den Plettenberg aus, obwohl doch schon Gespräche mit den Fachbehörden stattfanden. Wird hier bereits die Voraussetzung für eine erneute Produktionserhöhung geschaffen? Schillo macht auch keine Aussage zur Abböschung des Steinbruches zum Naturschutzgebiet hin. Liegen hier noch die Möglichkeiten zum Verhandeln, wenn an Stelle der 25 Prozent Abböschung laut Gemeinde dann 50 Prozent laut Wunsch Holcim werden. Das wären nochmals fünf Millionen Tonnen mehr Kalksteinabbau.
Damit in Ruhe weiter diskutiert werden kann, ist deshalb am Sonntag beim Bürgerentscheid ein klares „Nein“ erforderlich. Dann kann auch die Gemeinde nochmals die Bürger über die Maximalgrenzen vor Ort auf dem Plettenberg informieren. Gleichzeitig stärken wir der Gemeinde den Rücken für Verhandlungen auf Augenhöhe. Anderslautenden Erklärungen der Gemeinde darf somit kein Glauben geschenkt werden.
Noch ein Wort zu den Gesundheitsgefährdungen. Schillo ist nur 35 Stunden in der Woche den Belastungen ausgesetzt. Die Konzernoberen aus der Schweiz keine Stunde. Wir Bürger in Dotternhausen und die der gesamten Raumschaft rund um die Uhr. Durch immer weitere Produktionssteigerungen und Gewinnmaximierung nimmt auch die Schadstoffbelastung zu.
Deshalb darf es einem erlaubt sein, für den Erhalt der Natur und die Gesundheit zu kämpfen.
Otto Scherer
Zinkenstraße 6/2, Dotternhausen

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