17.02.2017

Leserbrief

Weshalb langfristige Verträge?

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Die Aggressionen, welche zur Zeit in Dotternhausen entstehen, sind mir unverständlich. Es geht doch nur um zwei verschiedene Standpunkte, die eine Partei ist gegen die Maximalgrenzen beim Abbau des Plettenbergs und die andere Partei ist für diese Maximalgrenze. Es geht auch nicht gegen die Firma Holcim. In einer Demokratie, in der wir zum Glück leben, kann doch jeder seine Meinung frei vertreten. Der Bürgerentscheid wird zeigen, wo die Mehrheit liegt.
Früher wurden Teilverträge über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren geschlossen. Nun wollen Holcim und die Gemeindeverwaltung die Genehmigung der Maximalgrenze zum Abbau für ca. 40 Jahre. Dann ist der Plettenberg komplett abgebaut. Ich frage mich, weshalb nicht nur eine Genehmigung für etwa 15 bis 20 Jahre Abbau erteilt werden kann? Die Gemeinderäte von Dotternhausen und Frau Adrian wurden zwar von uns Bürgern gewählt, aber wir haben ihnen nicht das Mandat erteilt, über die Gemeindeentwicklung der nächsten 40 Jahre zu bestimmen.
Heute kritisiert man die langfristigen Verträge von früher. Damals hieß der Partner Rohrbach. Wenn dieser heute noch produzieren würde, würde der Kalksteinabbau sicher langsamer verlaufen und die Vorräte reichten vielleicht noch 100 Jahre. Holcim baut mit wesentlich erhöhter Geschwindigkeit ab.
Nun will die Gemeinde langfristige Verträge abschließen. Nur ist die Zeit viel schnelllebiger geworden wie vor 60 Jahren. Wer weiß denn heute schon, welche Voraussetzungen in 20 Jahren gegeben sind? Unsere nachfolgenden Generationen sollten doch auch noch die Möglichkeit haben, über ihre Gemeinde und den Plettenberg zu entscheiden.
Noch eines zur Verbrennung der Ersatzbrennstoffe. Die Bürger sorgen sich vermehrt um den Ausstoß der Schadstoffe. Vom Gemeinderat und von Frau Adrian gibt es hierzu leider keine Äußerungen. Holcim sagt, alles sei innerhalb der Grenzwerte. Diese Grenzwerte sind von der Politik gemacht und wer sagt mir, dass diese Grenzwerte nicht auch schon gesundheitsschädlich sind. Durch Rauchgassäuberungen würden diese Belastungen massiv reduziert. Dies wurde bei anderen Zementwerken schon bewiesen. Die Kosten müsste Holcim sicher nicht alleine tragen. Da kämen wahrscheinlich vom Staat Zuschüsse dazu, und abschreiben kann die Firma die Kosten ebenfalls. Holcim betont immer: „Die Gesundheit der Bevölkerung und unserer Mitarbeiter ist uns wichtig.“ Handeln Sie danach!
Renate Ritter
Haydnstraße 11, Dot ternhausen

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