Nach Bürgerentscheid: miteinander und nicht übereinander reden
Foto: Lydia Wania-Dreher
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Dotternhausen, 23.02.2017

Nach Bürgerentscheid: miteinander und nicht übereinander reden

Albvereinschefin und Gemeinderatsnachrücker glauben an eine Lösung.

Noch immer wirkt der Bürgerentscheid vom vergangenen Sonntag nach. Bürgermeisterin Monique Adrian und ihre langjährige Kollegin Elisabeth Menholz hatten das Ergebnis nicht als Misstrauensvotum gegen den Gemeinderat gesehen. Diese Meinung teilt auch Ilse Ringwald, zweite Bürgermeisterin und Albvereinsvorsitzende. Markus Schnekenburger, der für den zurückgetretenen Karl Haller nachrückte, und die ganze Vorgeschichte nicht als Gemeinderat erlebt hat, hat denselben Eindruck: „Es geht um die Grenzen.“

Ilse Ringwalds Analyse ist nüchtern. „Die Entscheidung der Bürger ist gefallen – ja, ich hätte sie mir anders gewünscht, aber ich glaube nach wie vor an eine Lösung“, sagt sie. Ein Patentrezept dafür habe sie derzeit aber noch nicht.

Ebenso wie Adrian und Menholz wertet sie das Ergebnis grundsätzlich nicht als Misstrauensvotum gegen den Gemeinderat. „Es ging hier um ein einziges Thema, das die Bürger zwar sehr beschäftigt hat, aber wir haben in Dotternhausen auch noch andere Themen und Aufgaben, die nicht so strittig sind und die wir als Gremium durchaus zum Wohl der Bürger gelöst haben – und weiterhin lösen werden“, stellt sie fest.

Im Übrigen glaubt sie an eine verträgliche Lösung, wie es der Albverein seit Jahrzehnten mit Holcim praktiziere. „Es galt und gilt, Nutzen, Pflege und Genuss der besonderen Landschaft auf dem Plettenberg im Verbund zu sehen“, meint Ringwald. Als Vorsitzende der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins trage sie ihren Teil dazu bei, dass dieser Verbund weiterhin funktioniere. „Denn es geht nur gemeinsam – mit der Gemeinde Dotternhausen, dem Zementwerk und den Naturschützern“, ist sie überzeugt.

Für Dotternhausen und seine Bewohner wünscht sich Ringwald weiterhin gutes Gedeihen, zufriedene Bürger und die erforderliche Gelassenheit, um auch in schwierigen Zeiten gut miteinander auszukommen.

Ihr neuer Ratskollege Markus Schnekenburger hat den Eindruck, dass der Streit um den Plettenberg das ganze Gremium mitnimmt. Gleichzeitig spüre er aber das Engagement und den Willen der Bürgervertreter, diese große Aufgabe zu erfüllen.

Schnekenburger hat sich ein persönliches Ziel gesetzt: „Ich möchte, dass wieder Ruhe im Ort einkehrt.“ Der angeschlagene Tonfall sei zum Teil nicht zu akzeptieren. „Wir müssen wieder miteinander und nicht übereinander reden“, fordert er.

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Plettenbergabbau.

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