02.03.2017

Leserbrief

Apokalypse bald?

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zum Streit über die Erweiterung des Kalksteinbruchs auf dem Plettenberg.
Wie geht es mit unserem Berg weiter? Kann er gerettet werden? Können leichtsinnige Wanderer, wie bisher, nur nach außen hinabfallen oder doch bald auch nach innen? Antwort kann vielleicht ein Blick in die Zukunft geben.
Wir schreiben das Jahr 2067, 20 Jahr nach dem Bergsturz, der Hausen und Ratshausen verschwinden ließ. Es gab dank schneller Evakuierung keine Opfer und die Menschen fanden in Tannhausen auf der Hochfläche bei Täbingen eine neue überflutungssichere Heimat. Bald danach wurden im Steinbruch auf 899 Meter Höhe „Dotternhausen 2“ eröffnet, das Zementwerk der kurzen Wege und des Emissions-Exports in große Höhen, und die nun flacher verlaufende Mega-Material-Hängebahn, die 40-t-Silos direkt zu Zug und LKW bringt. Nach dem Ende der EU wurden unsere Berge von Berlin zu nationalen Rohstoffquellen erklärt, aus denen auch in die neutrale Schweiz nichts mehr ausgeführt werden durfte. So kam auch endlich der von Holcim geforderte Abbau am Ortenberg in Gang. Das hatte natürlich seinen Preis!
Beim Gespaltenen Fels musste Holcim den Eselssteig als Erinnerungspfad ins Gestein treiben; fürs ganze Dorf gab es kostenlose Fernwärme aus den beiden Drehöfen; Lärmschutzwände um „Dotternhausen 1“; Sonder-Gewerbesteuer für Holcim mit halbjährlicher Anpassung; Nostalgie-Sonnwendfeier auf dem 1:50- Modell des Plettenbergs beim Dormettinger Friedhof mit Freibier. Die Holcim-Aktionäre raufen sich die Haare, wenn sie Dotternhausen hören. Sind doch aus den „peanuts“ der Rohrbach-Übernahme richtige Walnüsse geworden! Also lohnt es sich, für unseren Berg und unsere Zukunft zu kämpfen: Weiter so, BI!
Lothar Kallmann
Marktstraße 8, Dotternhausen

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Plettenbergabbau.

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