Schlichemtal, 26.04.2017

„Eine Gefahr für die menschliche Gesundheit besteht nicht“

Das Regierungspräsidium nimmt Stellung zu den hohen Schwermetall- und Arsengehalten im Oberen Schlichemtal. Die Werte seien natürlich und geologisch bedingt, sagt die Tübinger Behörde.

 

Die Bürgerinitiative Pro-Plettenberg hat Bodenproben im Oberen Schlichemtal entnommen und diese untersuchen lassen. Die Belastungen seien hoch gewesen, teilte die Bürgerinitiative mit. Jetzt hat das Regierungspräsidium Tübingen Stellung genommen. Wir veröffentlichen die Stellungnahme in Ausschnitten:

„Bekanntermaßen bestehen in der Region um Schömberg und Dotternhausen natürlich hohe geologisch bedingte Schwermetall- und Arsengehalte. Dies belegen auch Boden- und Gesteinsuntersuchungen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg und des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB). Eine Gefahr für die menschliche Gesundheit besteht nicht. Vor diesem Hintergrund hält das Regierungspräsidium Tübingen die von der Bürgerinitiative Pro-Plettenberg geforderten Bodenprobennahmen durch Privatpersonen nicht für sinnvoll.

Die Bürgerinitiative Pro-Plettenberg hat im ersten Quartal 2017 im Raum Schömberg und Dotternhausen acht Bodenproben entnommen und hat diese auf Schwermetalle und Arsen untersuchen lassen. Die Untersuchungen ergaben jeweils die für die Region typischen erhöhten Schwermetall- und Arsengehalte. Das Gebiet um Schömberg und Dotternhausen liegt in der geologischen Formation des Unterjura (...) sowie im Übergangsbereich zum Mittleren Jura (...). Es ist bekannt, dass die gesamte geologische Schicht des Unterjura durch einen von Natur aus hohen Grundgehalt an Schwermetallen und Arsen geprägt ist. Besonders hohe natürliche Schwermetallgehalte innerhalb des Unterjura finden sich in den bituminösen Ölschiefern der Posidonienschiefer-Schicht (Lias epsilon). (...).

(...) Im Unteren Jura, zu dem auch die Region um Schömberg und Dotternhausen gehört, liegt beispielsweise der Mittelwert von Arsen aus insgesamt 24 genommenen Proben bei 16 mg/kg (Minimum: 9 mg/kg; Maximum: 32 mg/kg). Die von der Bürgerinitiative Pro-Plettenberg genommenen Bodenproben (Mittelwert: 10,8 mg/kg; Minimum: 6 mg/kg; Maximum: 27 mg/kg) stimmen insofern mit den behördlicherseits ermittelten natürlicherweise vorkommenden Grundgehalten überein.

Auch bei den Schwermetallen (Cadmium, Kupfer, Nickel, Thallium und Zink) liegen die Werte der Bürgerinitiative jeweils unterhalb beziehungsweise im Bereich der von der LUBW und dem LGRB ermittelten geologisch bedingten Werte. Dies gilt auch für die von der Bürgerinitiative Pro-Plettenberg ermittelten Uran-Gehalte (Mittelwert: 4,92 mg/kg; Minimum: 2,4 mg/kg; Maximum: 8,6 mg/kg). Die entsprechenden Vergleichswerte von LUBW und LGRB liegen bei 5,5 mg/kg, 2 mg/kg und 11 mg/kg.

Die Untersuchungsergebnisse spiegeln somit die bereits bekannten, relativ hohen Werte natürlichen Ursprungs wider. Eine Gefahr für die menschliche Gesundheit ist nicht zu erwarten. Das Regierungspräsidium Tübingen hält es daher nicht für erforderlich, dass Privatpersonen ohne konkreten Anlass zusätzliche Bodenproben entnehmen und diese auf ihre Zusammensetzung untersuchen lassen. (...)“

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Plettenbergabbau.

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