Tödlicher Hundebiss: Hundehaltung war Landratsamt nicht bekannt
In Frohnstetten wurde am Dienstagabend eine Rentnerin von einem Hund angegriffen und tödlich verletzt. Dass auf dem Grundstück Hunde gehalten werden, war dem Landratsamt nicht bekannt.
In Frohnstetten wurde am Dienstagabend eine Rentnerin von einem Hund angegriffen und tödlich verletzt. Dass auf dem Grundstück Hunde gehalten werden, war dem Landratsamt nicht bekannt. Foto: Benno Schlagenhauf
In Frohnstetten wurde am Dienstagabend eine Rentnerin von einem Hund angegriffen und tödlich verletzt. Dass auf dem Grundstück Hunde gehalten werden, war dem Landratsamt nicht bekannt.
In Frohnstetten wurde am Dienstagabend eine Rentnerin von einem Hund angegriffen und tödlich verletzt. Dass auf dem Grundstück Hunde gehalten werden, war dem Landratsamt nicht bekannt. Foto: Benno Schlagenhauf

Sigmaringen/Frohnstetten, 01.06.2017

Hundehaltung war Landratsamt nicht bekannt

Nach dem tödlichen Hundeangriff in Frohnstetten hat das Sigmaringer Landratsamt eine Stellungnahme abgegeben. Laut der Behörde war in dem Haus keine Hundehaltung bekannt.

von Gudrun Stoll/Pressemitteilung des Sigmaringer Landratsamts  

„Wir sind tief betroffen über den grausamen Tod der Frau und sprechen der Familie unser aufrichtiges Beileid aus“, teilt das Landratsamt in seiner schriftlichen Stellungnahme mit.  

Laut Pressemitteilung war der Veterinärdienst des Landratsamts im Dezember 2012 und im Juni 2013 vor Ort, um die Tierhaltung auf dem Grundstück zu kontrollieren. Dabei wurden lediglich Katzen, jedoch keine Hunde angetroffen.

Der Veterinär begutachtete den Zustand der rund 20 dort lebenden Katzen. Diese waren laut Angaben des Landratsamts gesundheitlich unauffällig und wurden von der Tierhalterin in akzeptabler Weise versorgt. Die Tierhaltung sei somit aus tierschutzrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden gewesen. Nach derzeitigem Kenntnisstand gingen seither beim Landratsamt keine Anzeigen wegen Hundehaltung ein.

Unseren Informationen zufolge, hat die 43-Jährige zwei Hunde bei der Gemeinde korrekt angemeldet: einen im Jahr 2012, den zweiten Ende 2016. Erst seit der dritte Hund im Haus war - bei ihm handelt es sich um den Kangal, der aus dem Grundstück ausgebrochen und die Frau angefallen hat, mieden viele Anwohner den Fußweg. Aus Angst. 

Nicht äußern wollte sich der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hechingen am Donnerstag zu der Frage, wem der Hund gehöre. Sowohl gegen die 43-jährige Halterin wie auch gegen ihren getrennt von ihr lebenden Ehemann werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Wer am Tag des Unglücks die Verantwortung für den anatolischen Hirtenhund hatte, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, sagte Markus Engel auf Anfrage.

Ihm sei bekannt, ergänzte er, dass die 43-jährige in einem auf Bild.de veröffentlichten Videointerview gesagt habe, der Hunde gehöre ihr gar nicht. Sie habe ihn erst drei Wochen gehabt und im Internet zum Kauf angeboten.

Wie berichtet, wurden der aggressive Kangal und zwei weitere auf dem Anwesen lebende Hunde noch am Abend der schrecklichen Geschehens erschossen und ins staatliche tierärztliche Untersuchungsamt Aulendorf gebracht. Von der Sektion erhoffen sich die Behörden Rückschlüsse auf mögliche Krankheiten und den Zustand und die Versorgung mit Futter am Unglückstag – die Hundehalterin hatte das Haus in aller Früh verlassen und war erst gegen 23.30 Uhr zurückgekehrt.

Die Frohnstetter sind auch zwei Tage nach dem tödlichen Drama zutiefst bestürzt über das Schicksal der 72-jährigen Frau, die vor gut fünf Jahren mit ihrem Mann in den Ort gezogen ist, um hier den Lebensabend zu verbringen. Das kinderlose Ehepaar habe sich rührend umeinander gekümmert.

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