Flensburg, 02.06.2017

Abschied ohne Titel

Flensburg-Handewitt hatte große Ziele, diese jedoch nun alle verpasst.

 

Mindestens einen Titel wollte die SG Flensburg-Handewitt in dieser Saison erspielen. Seit Mittwoch steht definitiv fest: Ljubomir Vranjes wird sich ohne eine Trophäe in seiner letzten SG-Saison verabschieden.

Nur noch wenige Tage, dann wird Ljubomir Vranjes den Bundesligisten verlassen und beim ungarischen Top-Klub Veszprém eine neue Herausforderung annehmen. Eigentlich hatte der Schwede bei den Norddeutschen noch einen Vertrag bis 2020, doch schon kurz vor der Jahreswende war bekannt geworden, dass Vranjes großes Interesse am Angebot vom Plattensee hat. Am Ende gab Flensburg-Handewitt dann nach und erteilte dem 43-Jährigen die Freigabe.

Nachdem Vranjes in Flensburg Spieler, Co-Trainer und Team-Manager gewesen war, übernahm er im November 2010 das Traineramt. Als Titel wie die Champions League (2014) oder der DHB-Pokal (2015) an der deutsch-dänischen Grenze landeten, häuften sich die Offerten für den 43-jährigen Schweden. Er war als Nationaltrainer von Serbien, Deutschland oder Schweden im Gespräch, schlug jedoch in den vergangenen Jahren alle Angebote aus. Nun aber waren der Wechselwunsch des kleinen Schweden und der finanzielle Anreiz für den Verein zu groß geworden. Über die Höhe einer möglichen Ablösesumme wurde zwischen den Parteien zwar Stillschweigen vereinbart, sie soll sich aber im Bereich von einer Million Euro bewegen.

Vranjes Zukunft ist geklärt, mit der Gegenwart ist er zurzeit jedoch nicht wirklich glücklich. Die Norddeutschen von der dänischen Grenze wird der Titel „ewiger Zweiter“ weiterhin verfolgen. Zum zwölften Mal in 25 Bundesliga-Jahren belegt die SG den Vize-Platz. Grund dafür war zum einen die Niederlage im Topspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen. „Das tut mehr weh als normal“, stöhnte Vranjes nach der 21:23-Pleite. Und wenige Tage später brachte eine weitere Niederlage gegen Göppingen die endgültige Entscheidung.

Der Patzer im Titelrennen ist nicht die erste Enttäuschung, die die Flensburger in dieser Saison einstecken mussten. Schon der Pokalsieg blieb Vranjes & Co. versagt. „Wenn man Finals gewinnen will, muss man auf den Punkt in allen Bereichen konzentriert sein. Da muss man sich aufopfern, und das haben wir gegen Kiel nicht getan“, sagte Geschäftsführer Dirk Schmäschke nach der 23:29-Niederlage im Finale gegen den THW. Und auch die Teilnahme am Endrundenturnier der Champions League verpasste die SG. Da war im Viertelfinale gegen Vardar Skopje Schluss.

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