14.06.2017

Leserbrief

Wo sind wir nach 30 Monaten angekommen?

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Plettenbergabbau
Seit 30 Monaten geht es um Holcim und die Gemeinde und alles was damit zusammenhängt. Viel wurde veröffentlicht. Wer hat noch den Überblick ? Sind wir von der BI die Störenfriede für den Dorffrieden? Wir haben den Ball ins Rollen gebracht. Für wen und was kämpfen wir? Fakten und Abläufe. Die Gemeinde wollte alles schnell durchwinken. Bürgerfragen wurden erschwert. Die Einsicht in Verträge und Akten war und ist unvollständig. Die wichtigsten Inhalte wurden unkenntlich gemacht. Gespräche mit uns wurden abgelehnt.
Antworten auf wichtige Fragen erhielten wir nicht oder unzureichend. Drei einst kritische Gemeinderäte verließen das Gremium. Der jetzige Rat ist einer Meinung und steht zu 100 Prozent zur Bürgermeisterin. Auch Holcim wollte nichts mit uns zu tun haben. Sie bestehen auf maximale Abbaugrenzen. Ein Zementpreis von rund 110 Euro pro Tonne soll nicht mehr als rund 25 Cent je Tonne als Abbaugebühr für Kalkstein rechtfertigen. Der Abbau wurden in den vergangenen zwölf Jahren um rund 300 Prozent gesteigert. Für Schiefer in Dormettingen wird wohl nichts bezahlt. Alle Grenzwerte bei der Verbrennung werden angeblich eingehalten. Riesengewinne aus Dotternhausen werden durch Verschiebungsmechanismen so gestaltet, dass am Ende null Euro herauskommt, Vereine, Institutionen werden gesponsert und damit insgeheim mundtot gemacht. Gemeinsam mit der Gemeinde erklärte Holcim vor dem ersten Bürgerentscheid, dass sie bei einem Nein nicht mehr verhandeln können. Vieles ist Geplänkel, Schall und Rauch und unwahr. Man kann und muss ja so oder so weiterverhandeln. Nach Prüfung der Verträge stellt sich nun heraus, es ist nicht alles so eindeutig wie ursprünglich dargestellt. Ist der Vertrag von 1952 also aus der Nachkriegszeit vor 65 Jahren gültig? Oder kann der Erweiterungsantrag von 1986 nach 31 Jahren noch bearbeitet werden? Die Auffassungen von Holcim, Gemeinde, Landratsamt sind nicht einheitlich und keineswegs rechtssicher.
In den Verträgen sollte aber grundsätzlich nicht nur stehen, auf was das Zementwerk einen Anspruch hat, sondern auch was es dafür geben soll und muss. Fragen über Fragen. Alles Dinge die wir aufgedeckt oder geklärt haben wollen. Denn der Gemeinderat ist für das Gesamtwohl (Finanzen) und die Gesundheit (Luftverschmutzung) verantwortlich. Die ganze Energie wird nun verwendet, unser erneutes Bürgerbegehren wegen eines angeblich geringen Formfehlers abzulehnen. Es gibt keine Kennzeichnung der angedachten Grenzen oder Aussagen über verbesserte Bedingungen. Seitens der Gemeinde kommt erneut die Aussage der Gemeindefrieden sei gestört. Wer ist Schuld? Bilden Sie sich ihr eigenes Urteil. Nach aller bisherigen Ignoranz uns gegenüber kommt nun Holcim und die Gemeinde auf uns zu und wollen mit uns in zwei getrennten Verfahren mit verschiedenen von ihnen beauftragten hochrangigen Mediatoren verhandeln. Ein Schelm, wer böses denkt. Ich sage, es stinkt an allen Ecken und Enden. Aber wir stellen uns dem.
Günter Schäfer
Johann-Sebastian–Bachstr. 15,
Dotternhausen

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Plettenbergabbau.

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