25.07.2017

Leserbrief

Eine Mediation wäre hinfällig

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
zu: „Das größte Anliegen ist, gehört zu werden“, vom 24. Juli.
Die Diskussionen um die Süderweiterung des Kalksteinbruches auf dem Plettenberg nehmen in Dotternhausen und den Umlandgemeinden stark zu. Grund ist die vorgesehene Entscheidung in der kommenden Gemeinderatssitzung am Mittwoch. Nach den Sitzungsunterlagen stellt die Gemeinde Dotternhausen nun genau die Flächen für den weiteren Kalksteinabbau zur Verfügung, wie sie von 616 Bürgern beim Bürgerentscheid abgelehnt worden sind. Um die Bevölkerung zu beschwichtigen, soll dies nun in zwei Abschnitten erfolgen. So wird in Dotternhausen die Bürgermeinung ernst genommen.
Gleichzeitig wird die Verdreifachung des Pachtzinses als Erfolg der Bürgermeisterin und des Gemeinderates dargestellt. Tatsache ist jedoch, dass die Bürger für einen verträglichen Kalksteinabbau bereits zu Beginn der Diskussionen immer mindestens eine Verdreifachung des Pachtzinses gefordert haben. Unsere Forderung wurde sowohl vom Gemeinderat wie auch von Holcim immer als utopisch und für nicht durchsetzbar bezeichnet. Laut dem jetzigen Verhandlungsergebnis offenbar doch nicht. Mussten die Bürger für einen verträglichen Kalksteinabbau die Gemeinderäte beim Pachtzins erst auf Augenhöhe bringen? Die Pachtzinserhöhung ist nur ein Teil des Betrages, der durch ausbleibende Gewerbesteuer entsteht. Der Kalkstein ist somit immer noch deutlich unterbewertet.
Interessant ist auch, dass in der Gemeinderatsvorlage von einem neuen Standort für die Plettenberghütte gesprochen wird. Der Standort ist auch bereits in dem dazugehörenden Plan eingezeichnet. Somit ist damit zu rechnen, dass bei dem ebenfalls vorgesehenen Abbruch der bisherigen Plettenberghütte Holcim zu einem späteren Zeitpunkt weitere sieben Hektar Abbaufläche erhält. Weiter sollen die beiden Abschnitte der Süderweiterung am Samstag ausgesteckt und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Warum war dies nicht wie von vielen Bürgern seit langem gefordert vor der Entscheidung möglich?
Die Bürger für einen verträglichen Kalksteinabbau wurden zu einer Mediation aufgefordert, zu der sie auch ihre Zusage gaben, um den Gemeindefrieden wieder herzustellen. Erste Gespräche mit dem Mediator haben bereits stattgefunden. Wenn der Gemeinderat am Mittwoch der kompletten Süderweiterung zustimmt ist die Mediation hinfällig. Die Verantwortung für den gestörten Gemeindefrieden liegt dann bei der Bürgermeisterin und dem Gemeinderat.
Deshalb meine eindringliche Bitte an den Gemeinderat; Verschieben Sie diesen Tagesordnungspunkt bis die Mediation und der Dialogprozess mit Holcim abgeschlossen sind.
Otto Scherer
Zinkenstraße 6/2, Dotternhausen

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