Dotternhausen, 25.07.2017

Schallende Ohrfeige und geradezu grotesk

Naturschutzverbände sind überrascht über das Vorhaben, bereits morgen Nägel mit Köpfen zu machen.

 

„Ungeachtet der tatsächlichen Verhältnisse treten Naturschutzbeauftragte beim Landratsamt sowie die Natur- und Umweltschutzverbände seit wenigstens 1974 dafür ein, den Kalkabbau auf dem Plettenberg zu beenden und den ganzen Plettenberg unter Naturschutz zu stellen. Daran hat sich bis heute nichts verändert. Aus diesem Grund haben wir schon seither sowohl die Ausweisung einer Vorrangfläche für Gesteinsabbau durch den Regionalverband als auch die beantragte Teilzurücknahme des Landschaftsschutzgebiets Großer Heuberg abgelehnt.“ formuliert der Vorsitzende des Naturschutzbüros, Siegfried Ostertag, in einer aktuellen Mitteilung.

Weil die Naturschutzverbände allerdings nicht die Einflussmöglichkeiten eines internationalen Industriekonzerns verkennen würden, unterstützten sie jedoch jede Maßnahme, die im vorliegenden Fall den möglichst großen Teil der Hochfläche erhalten hilft, heißt es weiter. Dass gemeinsam mit der Bevölkerung versucht werden solle, einen möglichst breiten Konsens zu erzielen, sehen die Naturschützer positiv, wenngleich sie sich irritiert davon zeigen, dass es gleich zwei Mediationsverfahren geben soll.

Als geradezu grotesk erscheint es Ostertag jedoch, dass nun offenbar geplant sei, die nächste Sitzung des Gemeinderats dazu zu verwenden, bereits Nägel mit Köpfen zu machen und einen Beschluss über die Abbaugrenzen herbeizuführen. Eine Haltung der Art „redet mal nur miteinander – wir machen, was wir wollen“ stelle eine schallende Ohrfeige für all jene dar, die an einen am öffentlichen Wohl orientierten demokratischen Grundkonsens in einem gewählten Gremium wie dem Gemeinderat glaubten.

Info

Weitere Infos, wie zum Beispiel die Stellungnahme des damaligen Naturschutzbeauftragten Hans-Dieter Stoffler von 1974 gibt's unter www.naturschutzbuero-zollernalb.de.

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