Umstieg lohnt sich
Wer Strom anstatt Benzin oder Diesel tankt, kann kräftig Steuern sparen.
Wer Strom anstatt Benzin oder Diesel tankt, kann kräftig Steuern sparen. Foto: Pixabay
Wer Strom anstatt Benzin oder Diesel tankt, kann kräftig Steuern sparen.
Wer Strom anstatt Benzin oder Diesel tankt, kann kräftig Steuern sparen. Foto: Pixabay

Umstieg lohnt sich

Wer sich jetzt für ein Elektroauto entscheidet, kassiert nicht nur den staatlichen Umweltbonus, sondern profitiert auch von vielen steuerlichen Vorteilen.

von ots   Die Kommentarfunktion ist bei diesem Artikel deaktiviert

Ob Privatauto, privat genutzter Dienstwagen oder Elektrofahrrad S-Pedelec: Wer als Arbeitnehmer seit 1. Januar 2017 sein Elektrofahrzeug kostenfrei beim Arbeitgeber auflädt, zahlt für diesen geldwerten Vorteil keine Steuern. Außerdem: Besitzer eines Elektrofahrzeugs sind neuerdings länger von der Kfz-Steuer befreit. Darüber informiert aktuell die Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V.

Zehn Jahre keine Kfz-Steuer

Neu seit Januar 2017: Wer sich einen reinen Elektrowagen zulegt, wird zehn Jahre von der Kraftfahrzeugsteuer befreit. Das gilt für Elektrofahrzeuge, die in der Zeit vom 18. Mai 2011 bis zum 31. Dezember 2020 erstmals zugelassen wurden beziehungsweise werden. Bislang waren es lediglich fünf Jahre Kfz-Steuerbefreiung. Ebenfalls neu: Die zehnjährige Kfz-Steuerbefreiung gilt auch für Fahrzeuge, die in der Zeit vom 18. Mai 2016 bis zum 31. Dezember 2020 verkehrsrechtlich genehmigt zu reinen Elektroautos umgerüstet wurden beziehungsweise werden.

Steuerfrei: Elektroauto in der Firma aufladen

Morgens zur Arbeit fahren, dort das Auto an die Steckdose anschließen und abends mit dem aufgeladenen Wagen wieder nach Hause fahren – das muss Arbeitnehmer seit 1. Januar 2017 weder Geld noch Steuern kosten. Die Voraussetzungen dafür sind, dass der Arbeitgeber kostenfreien Strom für die entsprechenden Autos seiner Mitarbeiter zur Verfügung, stellt – und zwar zusätzlich zum Arbeitslohn. Außerdem müssen die betreffenden Autos reine Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge sein.

Für Arbeitnehmer mit einem entsprechenden privat mitgenutzten Dienstwagen gilt: Zahlen sie den Ladestrom aus eigener Tasche, kann der Arbeitgeber die Kosten dafür im Rahmen des Auslagenersatzes steuerfrei erstatten. Für Arbeitnehmer mit einem Elektrofahrrad gilt: Sie nutzen ein zulassungspflichtiges S-Pedelec, das schneller als 25 Stundenkilometer fährt.

Anders als bei anderen Arbeitgebervergünstigungen – etwa Essens- oder Tankgutscheine für Diesel- beziehungsweise Benzinfahrzeuge – wird das Aufladen von Elektroautos oder S-Pedelecs an ortsfesten betriebseigenen Ladestationen in der Regel nicht als geldwerter Vorteil versteuert.

Auch in punkto Ladevorrichtung können Arbeitgeber ihre Angestellten unterstützen: Stellt der Chef die Technik zum Aufladen eines Elektrofahrzeugs unentgeltlich beziehungsweise verbilligt zur Verfügung (gleichzusetzen mit Verleihen), fallen dafür keine Steuern für den Arbeitnehmer an.

Anders ist es, wenn der Arbeitgeber die Ladeeinrichtung übereignet (gleichzusetzen mit Verschenken): Das zählt als geldwerter Vorteil, weshalb grundsätzlich für den Arbeitnehmer pauschal 25 Prozent Steuern zuzüglich Kirchensteuer und Soli auf den Wert der übereigneten Ladeeinrichtung fällig werden.

Bis zu 4000 Euro Kauf-Prämie vom Staat

Bereits seit Juli 2016 können Käufer von Elektroautos eine Prämie beantragen: 4000 Euro für rein elektrische Fahrzeuge und 3000 Euro für Plug-in-Hybride. Diese Prämien sind steuerfrei. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zahlt diesen Zuschuss, den sich Bund und Industrie teilen. Der entsprechende Online-Antrag kann beim Bafa gestellt werden. Das Bafa vergibt die Förderung solange, bis die Bundesmittel von 600 Millionen Euro aufgebraucht sind; spätestens 2019 läuft das Programm aus.

Bundesregierung fördert Elektromobilität

Die verlängerte Kfz-Steuerbefreiung sowie die Steuervergünstigungen für das Aufladen von Elektroautos sind Bestandteile des Gesetzes zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität, das am 17. November 2016 in Kraft getreten ist und bis zum 31. Dezember 2020 gelten soll. Das Gesetz ergänzt das Maßnahmenbündel der Bundesregierung zur Förderung der Elektromobilität im Sektor Straßenverkehr.

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