Alles nach Plan: Meßstetter LEA schließt zum Jahresende
Breites Themenspektrum in lockerer Atmosphäre: Regierungspräsident Klaus Tappeser (links) und sein Pressesprecher Dr. Daniel Hahn stellten sich beim ZAK-Redaktionsgespräch in Balingen den Fragen der Journalisten.
Breites Themenspektrum in lockerer Atmosphäre: Regierungspräsident Klaus Tappeser (links) und sein Pressesprecher Dr. Daniel Hahn stellten sich beim ZAK-Redaktionsgespräch in Balingen den Fragen der Journalisten. Foto: Nicole Leukhardt
Breites Themenspektrum in lockerer Atmosphäre: Regierungspräsident Klaus Tappeser (links) und sein Pressesprecher Dr. Daniel Hahn stellten sich beim ZAK-Redaktionsgespräch in Balingen den Fragen der Journalisten.
Breites Themenspektrum in lockerer Atmosphäre: Regierungspräsident Klaus Tappeser (links) und sein Pressesprecher Dr. Daniel Hahn stellten sich beim ZAK-Redaktionsgespräch in Balingen den Fragen der Journalisten. Foto: Nicole Leukhardt

Meßstetten, 17.08.2017

Alles nach Plan: Meßstetter LEA schließt zum Jahresende

Der Tübinger Regierungspräsident Klaus Tappeser kündigte beim ZAK-Redaktionsgespräch am Donnerstag eine große Abschlussveranstaltung an. Mit Video

Wenn Regierungspräsident Klaus Tappeser auf Sommertour geht, dann hat er etwas zu erzählen: Beim Exklusiv-Interview mit der ZAK-Redaktion sagte er am Donnerstagmorgen, dass das Regierungspräsidium Tübingen die Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) Meßstetten wie geplant zum 31. Dezember 2017 schließen werde.

Die derzeit in der LEA untergebrachten Flüchtlinge werden in andere Einrichtungen des Landes verlegt, so dass die Meßstetter LEA bereits zum 30. September geräumt sein wird. „Bis zum vertraglich geregelten Schließungszeitpunkt, dem Jahresende 2017, verbleibt damit ausreichend Zeit, um die Einrichtung planmäßig zurückzubauen“, so Tappeser. Die weiteren Schritte würden eng mit allen vom Rückbau betroffenen Personen und Institutionen vor Ort abgestimmt.

 

 

Der Meßstetter Bürgermeister Frank Schroft sei ebenso informiert worden wie Landrat Günther-Martin Pauli. Er finde es besser, den Umzug noch vor dem Winter über die Bühne zu bringen, weil dies organisatorisch einfacher zu bewerkstelligen sei. Momentan beherbergt die Meßstetter Erstaufnahmeeinrichtung laut Tappeser noch rund 350 Flüchtlinge.

Die Meßstetter LEA sei aufgrund der hervorragenden Arbeit aller Beteiligter weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und werde auch nach der Schließung ein Synonym für unbürokratische und menschliche Handlungsweise bleiben, lobt Klaus Tappeser. Eine Abschlussveranstaltung ist geplant, bei der das RP Tübingen Dankeschön sagen wolle. „Wir schleichen uns nicht still und leise vom Acker“, verspricht Tappeser. „Gerade auch die Meßstetter Bürger haben durch ihre tägliche und selbstlose Mitarbeit eine freundliche und weltoffene Umgebung für geflüchtete Menschen geschaffen“, schließt der Regierungspräsident die vielen Ehrenamtlichen in seinen Dank ausdrücklich mit ein.

Eine Reaktivierung der Kaserne als LEA ist nicht vorgesehen – auch dann nicht, wenn die Flüchtlingszahlen wieder steigen sollten. Foto: Alfred Sauter/Archiv
Eine Reaktivierung der Kaserne als LEA ist nicht vorgesehen – auch dann nicht, wenn die Flüchtlingszahlen wieder steigen sollten. Foto: Alfred Sauter/Archiv

Die LEA wurde im November 2014 offiziell eröffnet. Seither fanden dort mehr als 28 000 Menschen Hilfe. Der Höchststand der Belegung – mit 3628 Flüchtlingen – war im Oktober 2015 erreicht. Seit März 2016 liegt die Bewohnerzahl dauerhaft unter 500. Die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen Stadt, Kreis und Land war ursprünglich bis zum 31. Dezember 2016 befristet gewesen. Im Juni 2016 wurde die Verlängerung bis Ende 2017 vereinbart.

Sprachkurs in der Begegnungsstätte: Ende September werden die letzten Flüchtlinge die LEA verlassen haben. Foto: Gudrun Stoll
Sprachkurs in der Begegnungsstätte: Ende September werden die letzten Flüchtlinge die LEA verlassen haben. Foto: Gudrun Stoll

„Konversion ist keine einfache Sache“, räumt Klaus Tappeser ein. Was die Weiternutzung der Gebäude nach der LEA-Schließung angeht, bestünden verschiedene Ideen seitens Stadt und Landkreis. Das RP unterstütze die Suche nach Konversionspartnern.

Reaktivierung ausgeschlossen

Eine Reaktivierung der LEA Meßstetten sei, auch wenn die Flüchtlingsströme wieder zunehmen sollten, „nicht angedacht“. Im Regierungsbezirk Tübingen seien künftig zwei Einrichtungen vorgesehen: Die LEA Sigmaringen und ab Mitte September eine Erstaufnahmeeinrichtung in Tübingen. Nächste Woche will Tappeser Gespräche mit den LEA-Mitarbeitern führen. Von den 17 beim Land Beschäftigten werden nach Auskunft Tappesers 12 weiter übernommen. Bei fünf Mitarbeitern laufen die Zeitverträge aus.

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