05.09.2017

Leserbrief

Veröffentlichen Sie ihre Schadstoffe im Internet

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: „Bürgerdialog: Holcim lädt erneut ein“ am 1. September:
Lieber Herr Schillo und Her Knobelspies! Warum erzählen Sie den Leuten Daten und Fakten wider ihres besseren Wissen? Auf Anweisung Ihrer Schweizer Vorstände??!! Um die Gewinne noch mehr zu steigern, auf Kosten des Landschaftsverbrauches und der Luftverschmutzung!
Ihre ständige Beteuerung, wir halten Grenzwerte ein, ist doch Schaumschlägerei. Wie die letzten Presseberichte endlich aufgezeigt haben, kommt es nicht auf Grenzwerte an, die Holcim dank der bisher höchsten genehmigten Grenzwerte in fast ganz Deutschland (bis 2016), bei einer Ausnutzung bis zu 95 Prozent und den Ausnahmeregelungen, bequem einhalten kann. Warum lag Dotternhausen mit rund 447 Milligramm Stickoxid bei den Spitzenverschmutzern in Deutschland laut dem eigenen Zementverband? Bei der Schieferverbrennung gibt es unglaubliche hohe Grenzwerte von 800 Milligramm Stickoxide und Schwefel. Da kann man locker 400 bis 600 Milligramm tatsächlich ausschöpfen. Auf die Tages- und Jahresmengen an Schadstoffen in Kilogramm und Tonnen kommt es aber an, die unsere Gesundheit gefährden. Holcim weiß aus den Verhandlungen mit dem RP ebenfalls genau, dass es diese Werte ohne Katalysator (SCR) nicht einhalten kann. Den Beweis der Reduzierung blieben das RP und Holcim bisher schuldig.
Obwohl die Zementindustrie durch ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofes Mannheim vom 21. März zur Offenlegung von Schadstoffbelastungen und Umweltfragen verpflichtet ist, werden Entscheidungen zur Aufklärung von Holcim blockiert, wie beim Plettenberg. Es muss alles bis zum gerichtlichen Druck erfochten werden. So gewinnt man Zeit und Geld und drückt die anderen an die Wand. So kann kein Vertrauen entstehen, auch nicht durch kostenspielige Dialogverfahren.
Was behauptet Herr Knobelspies: Auch bei SCR-Verfahren wären wegen den natürlich belasteten Böden Ausnahmegrenzwerte notwendig. Genau das Gegenteil ist der Fall. Sie sollten mal das Eckpunktepapier und die Leitlinien zur Umsetzung der 17. BlmSchV wie auch den wissenschaftlichen Bericht des Institutes für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) genauer lesen.
Es wird uns weiter vorgemacht, dass dies alles bestens kontrolliert wird. Bei nur wenigen Stunden Messung und an drei Tagen im Jahr bei den giftigsten Stoffen kaum zu glauben. Veröffentlichen Sie wie die Müllverbrennungsanlage Böblingen ihre laufend gemessenen Schadstoffe im Internet. Dann würden wir wenigstens wissen und nachprüfen können, ob die Grenzwerte einigermaßen eingehalten werden.
Norbert Majer
Schulstraße 22, Dotternhausen

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