07.09.2017

Leserbrief

„Vergleichen Sie bitte nur Gleiches mit Gleichem“

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Sehr geehrter Herr Majer, in einem fairen offenen Dialog ist aus meiner Sicht Sachlichkeit unabdingbar. Und Gespräche von Angesicht zu Angesicht. Dies wird Holcim am 16. September wieder anbieten. Was braucht es, damit Sie Tatsachen als Tatsachen annehmen können?
Grenzwerte sind wichtig und dafür da, dass man sie einhält, um eine Gefährdung von Mensch und Umwelt auszuschließen. Und wir tun mehr. In den meisten Fällen liegen die tatsächlichen Emissionen dank der modernen Technik sowie der erfahrenen und gut ausgebildeten Mitarbeiter des Zementwerkes sogar weit unterhalb der Grenzwerte. Jeder kann sich davon im Internet auf unserer Homepage unter den Umweltdaten informieren. Die Grenzwerte und Emissionswerte des Zementwerkes Dotternhausen müssen sich, entgegen Ihrer Behauptung, auch nicht gegenüber anderen Zementwerken verstecken.
Wenn Sie nun speziell die Grenzwerte für Stickoxide bei Zementwerken nehmen, gab es hier schon seit langem eine Kopplung vom Gesetzgeber zwischen Ersatzbrennstoffeinsatz und Stickoxidgrenzwert. Zementwerke, die in der Vergangenheit bereits geringere Grenzwerte hatten, hatten auch eine Genehmigung von bis zu 100 Prozent Ersatzbrennstoffeinsatz. Also vergleichen Sie bitte nur Gleiches mit Gleichem. Mit der jetzigen Genehmigung gilt für das Zementwerk Dotternhausen der Grenzwert von 200 mg/Nm³ NOx. Dieser wird bereits seit Oktober 2016 eingehalten. Damit gehört Dotternhausen heute zu den Zementwerken mit den niedrigsten Emissionen in Deutschland.
Sie fordern den Beweis? Den haben Sie auf der Homepage und Sie sind eingeladen, sich persönlich davon im Leitsystem des Zementwerkes zu überzeugen. Was SCR-Anlagen angeht, so können diese bestimmte Emissionen nicht oder nur bedingt reduzieren. Somit können auch bei diesen Anlagen rohmaterialbedingte Ausnahmen erforderlich sein. Dies geht nachweislich aus den Abschlussberichten der beiden bis dato einzigen in Deutschland betriebenen Referenzanlagen hervor.
Bezüglich der Messungen bestimmter Emissionen ist unsere Vorgehensweise gesetzlich vorgeschrieben. Sie gilt für alle Zementwerke und auch für andere Industrien. Grund dafür ist, dass es für diese Stoffe schlichtweg keine kontinuierlich arbeitenden Messgeräte gibt. Es ist sehr schade, dass Sie vehement und wiederholt Tatsachen leugnen.
So stellt sich die Frage, ob Sie die ausgestreckte Hand überhaupt annehmen wollen, oder um was es Ihnen überhaupt geht. Alle Bürger, die sich aus erster Hand informieren wollen, sind herzlich zur Dialogveranstaltung eingeladen.
Markus Knobelspies
Leiter Umwelt und Energie
bei der Firma Holcim

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