Wenn das Magnetfeld die Autofahrer veräppelt

Albstadt-Ebingen, 14.02.2018

Wenn das Magnetfeld die Autofahrer veräppelt

Eine kleine Ungenauigkeit kann im Ebinger Parkleitsystem schon mal vorkommen. Wenn die Diskrepanzen zu groß werden, muss nachjustiert werden.

von Holger Much  

Da ärgert man sich als gestresster Autofahrer natürlich zunächst mal: zwei freie Parkplätze melden die kurioserweise „Totems“ genannten Anzeigesäulen der drei Parkplätze in der Nähe des Ebinger Hallenbades. Doch wer dann in den betreffenden Parkplatz einfährt, findet wider Erwarten keinen einzigen freien Platz. Die Anzeigentafel beharrt jedoch weiterhin darauf, dass zwei Plätze frei seien. Was passiert? Jörg Bauer von der Firma MSR aus Poching erklärt die gelegentlich auftretenden Diskrepanzen.

Immer wieder gibt es bei den Parkplätzen zwischen Hallenbad und Bleichestraße falsche Angaben. Die Tafel zeigt ab und zu freie Plätze an, obwohl alle Parkplätze voll belegt sind. Wir haben beim Hersteller nachgefragt, wie das sein kann.
Immer wieder gibt es bei den Parkplätzen zwischen Hallenbad und Bleichestraße falsche Angaben. Die Tafel zeigt ab und zu freie Plätze an, obwohl alle Parkplätze voll belegt sind. Wir haben beim Hersteller nachgefragt, wie das sein kann. Foto: Holger Much

Auf den insgesamt 83 Parkplätzen zwischen dem Hallenbad und der Bleichestraße wurden von MSR Ende 2015 zahlreiche Magnetsensoren installiert. Diese sollen dem System die gesammelten Informationen weitergeben. Dabei, und das ist der Schlüssel zum Verständnis, zählen die Sensoren mitnichten direkt die Autos, sondern vielmehr das Erdmagnetfeld. Je nachdem, ob ein Auto über einem der Sensoren steht oder nicht, verändert sich dieses Feld. Und damit das komplexe System treffsicher arbeitet, muss es „lernen“. Erst nach einer längeren Lernphase wurden die Parkplätze dann wirklich offiziell eröffnet.

Diese Magnetsensoren können im Boden messen, ob ein Auto über ihnen steht oder nicht.
Diese Magnetsensoren können im Boden messen, ob ein Auto über ihnen steht oder nicht. Foto: Achiv Holger Much

Doch genau diese Lernphase ist eigentlich nie wirklich komplett beendet. Denn, wie Jörg Bauer von der Firma MSR erläutert, könne es auch örtlich immer mal wieder zu Schwankungen im Magnetfeld kommen. Die Sensoren müssten dann den Unterschied eines leeren Parkplatzes von einem Parkplatz mit Auto erst wieder neu justieren, wenn durch Schwankungen im Erdmagnetfeld die generellen Parameter verändert wurden. Dies, so Bauer, sei eine Leistung, die das System ohne menschliches Zutun erbringen könne. Doch in dieser Zeit könnte es zu leichten Ungenauigkeiten bezüglich der Anzeige kommen.

Sollten, räumt der Fachmann ein, diese Ungenauigkeiten jedoch zu groß sein oder über einen zu langen Zeitraum bestehen, so greife die Firma aktiv ein. Zu diesem Zweck sei man ständig in Kontakt mit den entsprechenden Auftraggebern, in diesem Fall mit der Stadtverwaltung Albstadt. Man werde das Phänomen beobachten, so Jörg Bauer, und gegebenenfalls aktiv noch einmal nachjustieren.

Im Dezember 2015 installierte die bayrische Firma MSR aus Poching 83 Magnetsensoren im Boden der neu angelegten Parkplätze zwischen dem Hallenbad und der Bleichestraße. 83 runde Öffnungen mussten daher für die Magnetsensoren gebohrt werden: Beim „Parkplatz Bleichestraße West“ sind es 45 Magnetsensoren, beim Parkplatz beim Taubenturm, „Bleichestraße Ost“, sind es 18 Sensoren und bei den „Parkplätzen Hallenbad“ sind es 20 Sensoren, die etwa 14 Zentimeter tief im Boden stecken. Spezielle „WLAN-Repeater“ an Masten tasten regelmäßig die Magnetsensoren im Boden der Parkplätze ab. Erreicht das Signal der Magnetsensoren den WLAN-Repeater, so registriert das System diesen Platz als frei. Steht aber ein Auto darauf, wird die Verbindung unterbrochen und das System weiß: hier ist besetzt.

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