Mayer und Cie. erhält Innovationspreis in Berlin

Albstadt/Berlin, 21.02.2018

Mayer & Cie. erhält Innovationspreis in Berlin

Die Firma Mayer & Cie. wurde am Mittwochabend in Berlin mit dem Innovationspreis IKU ausgezeichnet. 

von Pressemitteilung von Mayer und Cie.  

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks überreichte die Auszeichnung beim Festakt in ihrem Ministerium. Das mittelständische Unternehmen aus Tailfingen wurde für seine Spinnstricktechnologie „Spinitsystems“ mit dem Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) ausgezeichnet.

Die Verantwortlichen Benjamin, Marcus und Sebastian Mayer.
Die Verantwortlichen Benjamin, Marcus und Sebastian Mayer. Foto: Gabriele Hepp

Alle zwei Jahre würdigen das Bundesumweltministerium und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) mit dem IKU Innovationen, die im Bereich Klima- und Umweltschutz neue Wege aufzeigen. Ausgewählt wurden die Preisträger von einer hochrangig besetzten Jury nach einer wissenschaftlichen Bewertung durch das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung.

Die Juroren zeigten sich von der Innovation aus Albstadt beeindruckt. Durch die Kombination des Spinnens und Strickens in einer Maschine spart diese Energie, Ressourcen, Platz und Zeit bei der Herstellung von Single Jersey.

„Wir sind der erste Hersteller, der es gewagt hat, diese beiden Prozesse, die seit jeher auch ideologisch getrennt waren, zusammenzuführen“, sagt der Verantwortliche Michael A. Tuschak. Er fügt an: „Wir freuen uns sehr, dass der lange Atem, den man haben muss, um eine solche Innovation auf den Weg zu bringen, mit diesem Preis belohnt wurde.“ Normalerweise wird auf den Rundstrickmaschinen des Traditionsunternehmens ein Garn zu einer textilen Fläche verarbeitet.

Dieses Garn stammt aus der Spinnerei, wo es in einem aufwendigen und energieintensiven Prozess hergestellt wird. Im Unterschied dazu wartet die neue Spinnstrickmaschine nicht, bis das Garn fix und fertig aus der Spinnerei kommt, sondern verarbeitet ein Vorgarn, die Flyer-Lunte. So kann sie die beiden bisher strikt getrennten Prozesse des Spinnens und der Strickens in einer Maschine, der Spinit 3.0 E, kombinieren.

Dadurch entfallen verschiedene Maschinen, was den Platzbedarf um rund ein Drittel reduziert. Auch der Prozess verkürzt sich, was mit einem Energieaufwand, der etwa ein Drittel unter dem des herkömmlichen Herstellungsprozesses liegt, einhergeht. Das wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz aus. Außerdem hilft die Spinnstrickmaschine, Baumwolle zu sparen: Reste auf den Spulen sind kein Abfall, sondern wandern zurück in die Spinnerei.

Es waren diese Punkte, welche die Jury des IKU bei der Würdigung besonders hervorhob. Auch das Marktpotenzial und die avisierte Menge an Maschinen im Fünfjahreszeitplan konnten die Organisatoren überzeugen. Außerdem, so die Jury, zeigten die 30 aktiven Patenfamilien und der lange Entwicklungszeitraum die unternehmerische Leistung, die hinter dieser Innovation stehe. Auf diese ist auch Sebastian Mayer, Mitglied der Geschäftsleitung und zuständig für die Unternehmensentwicklung, besonders stolz. „Wir haben mit der Kombination des Spinn- und Strickprozesses eine Schnittstelle geschaffen, wie es sie vorher noch nicht gab. Mit der kennt sich außer uns noch niemand aus, so dass wir uns neben dem Technologievorsprung auch einen wertvollen Wissensvorsprung erarbeitet haben.“

Verbunden mit Auszeichnung ist ein Preisgeld von 25.000 Euro zur Unterstützung ihrer Klima- und Umweltaktivitäten. Mayer & Cie. erwirtschaftete im Jahr 2017 mit rund 500 Mitarbeitern, davon 370 am Standort Albstadt, nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 105 Millionen Euro.

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Auszeichnung, Wirtschaft in der Region.

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