07.03.2018

Leserbrief

Wer ist nun unglaubwürdig?

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Die Bürgerinitiative mit Sprecher Norbert Majer oder die Holcim Pressemitteilungen? Wer ist nun glaubwürdig? Der Zollern-Alb- Kurier ist auf Wachstum, Auflage und Anzeigen angewiesen. Die Bürgerinitiative handelt ohne Eigennutz. Kosten müssen über persönliche Mittel und mit Spenden generiert werden. Wir kämpfen um den Plettenberg, seine Schönheit und Vielfalt, da der Berg einzigartig ist und für die zukünftigen Generationen noch als Berg wahrnehmbar sein soll. Und wir kämpfen auch für saubere Luft, die wir alle zum Atmen brauchen. Wir wollen keine 100-prozentige Müllverbrennung (in Fachsprache Ersatzbrennstoffe genannt), 60 Prozent reichen jetzt schon!
Die Frage der Glaubwürdigkeit sollte nicht von einer Journalistin vorgegeben werden. Die Presse hat Fakten und Informationen gegenüberzustellen. Unterstellungen und fremd zudiktierte Behauptungen haben in einer Pressemitteilung nichts verloren, sonst kommt schnell das Wort Lügenpresse auf. Ist es fair und glaubwürdig, wenn Majer als einer der BI-Sprecher ganzseitig an den öffentlichen Pranger gestellt wird? Stimmungsmache wird ihm und der Bürgerinitiative unterstellt, alles sei ungeprüft und erlogen. Warum so einseitig? Warum zensiert die öffentliche Presse und versucht den Leser auf einer Seite zu beeinflussen, ohne dass die Berichte der Gegenseite veröffentlicht werden? Wie soll sich der Leser dann eine unparteiische Meinung bilden können? Oder soll diese Meinung einseitig gelenkt werden?
Das Amphibienfoto, das Sie als allererstes in ihrem löblichen Bericht über so super rekultivieren Fläche auf dem Plettenberg von der Firma Tränkle gebracht haben, hat uns veranlasst, die richtige Misere an den Tag zu legen, was wirklich auf dem Plettenberg lebt. Nämlich, verkrüppelte Amphibien und nicht das „Hochzeitspaar zweier Frösche die aufeinander sitzen“, wie in ZAK abgebildet.
Frau Leukhardt, wir können Sie beruhigen, auch wir haben schon vor ihrem Bericht recherchiert und mit Experten korrespondiert. Unstrittig ist wohl, dass die zuletzt abgebildete Amphibie im Steinbruch krank und verkrüppelt war. Ob dies wohl von Parasiten, Maden oder sonstigem herrührt, kann dahinstehen, wir können es nicht mehr darlegen, weil das Tier qualvoll verendet ist. Die Umgebung auf dem Plettenberg mit Sprengungen ist für alle dort lebende Tiere nicht gerade ungefährlich und ungesund. Die Bürgerinitiative hat nichts ungeprüft hinausposaunt, sondern wollte mit der Presse und Öffentlichkeit zu einer Fakteninformation beitragen.
Da alle, die sich in der BI engagieren, dies ehrenamtlich zur Aufklärung und zum Schutz unserer Gesellschaft und Natur tun, wären wir für die sachliche Darstellung in den Medien sehr, sehr dankbar! Und zuletzt möchte ich eines uns allen auf den Weg geben: Wer eine eigene Meinung zu haben wagt, muss sie umso genauer prüfen. Habe ich zu meiner Meinung auch die Gegenargumente gehört und bedacht? Beziehe ich stets die Möglichkeit mit ein, dass ich falsch liegen könnte?
Majda Effinger
Weichhagenstraße 7, Balingen

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Plettenbergabbau.

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