Ein Neuer mit Masse und Klasse

26.03.2018

Benjamin Meschke: ein Neuer mit Masse und Klasse

Mit Benjamin Meschke präsentiert der HBW den dritten externen Neuzugang. Die Personalplanungen sind aber noch nicht abgeschlossen. Mit Kommentar.

von Marcus Arndt  

Akribisch arbeitet der ehemalige Erstligist aus Balingen nach einer verkorksten Spielzeit an einem konkurrenzfähigen Kader für die kommende Runde, „der oben mitmischen kann“, wie es HBW-Trainer Jens Bürkle formuliert.

Benjamin Meschke spielt derzeit noch für den SC DHfK Leipzig in der Handball-Bundesliga. Im Sommer wechselt er zum HBW Balingen- Weilstetten, hat bei den Schwaben einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben.
Benjamin Meschke spielt derzeit noch für den SC DHfK Leipzig in der Handball-Bundesliga. Im Sommer wechselt er zum HBW Balingen- Weilstetten, hat bei den Schwaben einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Foto: Imago

Nach dem Abstieg blieb der Fusionsklub aus Balingen und Weilstetten doch deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück, patzte am Freitagabend einmal mehr – beim 28:29 gegen den Tabellenletzten HG Saarlouis. Neben der Platte läuft es besser für die Schwaben, welche gestern Nachmittag den dritten externen Neuzugang für die Saison 2018/19 kommunizierten. Von den Körperkulturellen aus Leipzig wechselt der 27-jährige Benjamin Meschke zu den Schwaben. Nach Marcel Niemeyer stößt damit ein weiterer Kreisläufer zum HBW. Der passt ins Anforderungsprofil der „Gallier von der Alb“, bringt mit 1,95 Metern und 114 Kilo „die Körperlichkeit mit, die wir brauchen“, betont der Balinger Kommandogeber. „Das hat uns in dieser Runde gefehlt“, gesteht der Sportwissenschaftler ein und fügt hinzu: „Wir haben bei den Neuverpflichtungen darauf geachtet, dass sie Erfahrung mitbringen, aber auch über die entsprechende Physis verfügen und Lust auf den HBW haben.“ Diese Kriterien erfüllte nicht nur der Österreicher Romas Kirveliavicius (Coburg), sondern auch Niemeyer (Eisenach) und eben Meschke. „Romas hat sich sehr über unseren Anruf gefreut“, blickt Bürkle zurück, „bereits bei den ersten Gesprächen haben beide Seiten gemerkt, dass es passt.“

Nachdem die Lücke im linken Rückraum mit dem „sehr soliden Routinier“ (O-Ton Bürkle) aus der Veste geschlossen wurde, haben Geschäftsführer Wolfgang Strobel und Bürkle nun die vakanten Positionen am Kreis neu besetzt. Bereits am Donnerstag wurde der Niemeyer-Wechsel bekannt gegeben. „Marcel bringt alles mit, was wir gesucht haben. Er ist mit 24 Jahren noch relativ jung, bringt aber bereits Erfahrung aus der ersten und zweiten Bundesliga mit und hat auch mit den DHB-Junioren internationale Erfahrung gesammelt“, urteilt der Sportwissen-schaftler über das 2,01 Meter große Kraftpaket vom Ligarivalen. Der gebürtige Bielefelder möchte bei den „Galliern“ den nächsten Karriereschritt machen. „Wenn man den Kader für die kommende Saison anschaut, steht für mich fest, dass man wieder vorne mit angreifen kann“, sagt Niemeyer, welcher mit dem HBW die Rückkehr in die Bundesliga anvisiert.

Aus dieser wechselt Meschke zu den klassentieferen Schwaben. Gestern teilte der SC DHfK Leipzig den Abgang des Kreisläufers mit. Der spielt seit 2015 für die Sachsen, absolvierte – wie Niemeyer – weit über 100 Begegnungen in der Beletage des deutschen Handballs und sucht nach drei Jahren bei den Körperkulturellen nun eine neue Herausforderung. Beim SC Magdeburg ausgebildet kam er über die Stationen Rostock, Schwerin, Hildesheim und die Bergischen Löwen zu den Sachsen. „Neben meiner persönlichen Weiterentwicklung, möchte ich in Balingen meine Erfahrung und meine Stärken mit einbringen“, erklärt der Neuzugang.

Mit der Meschke-Verpflichtung sind die Planungen noch nicht abgeschlossen. Der Vertrag von Matthias Flohr läuft aus – das Arbeitspapier von Simen Schönningsen gilt nur für die erste Liga. Strobel kommentiert branchenüblich keine aktuellen Personalien. „Bei ‘Matti‘ ist noch nichts entschieden“, verrät er und fügt hinzu: „Die beiden Neuverpflichtungen stehen nicht im Zusammenhang mit Flohr.“

Trotz Pleite weiter Tabellenachter

Balingen. An der Tabellenposition hat sich für den HBW Balingen-Weilstetten trotz der Niederlage beim Schlusslicht Saarlouis am Freitag nichts geändert. Nach wie vor sind die „Gallier von der Alb“ Achter der Rangliste. Und auch an den Abständen zu den Tabellennachbarn hat sich nichts geändert: Die HSG Nordhorn-Lingen auf Rang sieben verlor gegen Bietigheim, der neuntplatzierte TV Emsdetten unterlag überraschend gegen die HSG Konstanz.lb

Kommentar: Konsequente Korrekturen

Die Protagonisten neben der Platte haben beim HBW Balingen-Weilstetten die Konsequenzen aus einer schwachen Saison gezogen, arbeiten an einem konkurrenzfähigen Kader für die kommende Spielzeit in der 2. Handball-Bundesliga. Das ist wichtig und richtig, denn die Phalanx der „Gallier von der Alb“ bröckelt – der Rückhalt und die Geduld im Balinger Umfeld schwinden.

Dass die Verantwortlichen vor dieser Runde offensiv die Rückkehr in Liga eins kommuniziert haben, mag ein Fehler gewesen sein. Der wurde im Winter korrigiert. Vom Aufstieg spricht in Balingen nicht nur aufgrund der Tabellensituation niemand mehr. Gut so, alles andere wäre auch komplett realitätsfremd! Die Schwaben sind ohne Zweifel im Unterhaus angekommen, wurden von der Konkurrenz geerdet. In der Rückrunde präsentierte sich der HBW bislang zwar besser, kassierte aber bereits vier Niederlagen gegen Klubs aus der unteren Tabellenhälfte. Am Freitag unterlag das Team von Trainer Jens Bürkle mit 28:29 beim Schlusslicht Saarlouis. Ein weiterer Nackenschlag.

Obwohl es sportlich nicht rund läuft, der Kader für die kommende Spielzeit steht en gros. Drei Spieler gehen, drei Neuzugänge kommen. Trotz (bislang) überschaubarer Rochaden wird die Mannschaft um Kapitän Martin Strobel markant verändert, erhält „mehr Körperlichkeit und Erfahrung“, wie es Bürkle formiert. Romas Kirveliavicius und Marcel Niemeyer sind zwei Meter groß – Benjamin Meschke ist nahe dran. Das Trio bringt auch entsprechend Masse mit, was den Schwaben in dieser Runde ge-fehlt hat. Im Sommer ist dann der Trainer gefordert, um den ehemaligen Erstligisten auf Augenhöhe mit den Topklubs der Liga zu bringen, denn eine weitere Spielzeit im grauen Tabellenmittelfeld verkraftet der HBW wohl nicht.

ZAK-Sportredakteur Marcus Arndt.
ZAK-Sportredakteur Marcus Arndt.

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