27.03.2018

Leserbrief

Ein Schelm, der Böses dabei denkt

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
zu: „Anzeige ist Affront gegen Albverein“, vom 12. März.
Vorsitzende Ringwald und Bürgermeisterin Adrian sollten bei der Wahrheit bleiben. Wenn ein unbefangener Zeitungsleser den Bericht über die Hauptversammlung des Albvereins Dotternhausen liest, muss er annehmen, dass die ehrenamtliche Arbeit auf dem Plettenberg torpediert wird. Die belegbaren Fakten beweisen, dass sich die Situation tatsächlich anders darstellt. Die in 2017 durchgeführte Pflegeaktion wurde nur mit dem ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten Herrn Ostertag im Vorfeld besprochen. Bei der Pflegeaktion war Herr Ostertag nicht anwesend. Mit dem Landratsamt Umweltamt war die Aktion nicht abgesprochen, weder mit dem Leiter, dem Sachgebietsleiter noch mit dem Kreisbiologen.
Es ist schon verwunderlich, dass die Vorsitzende des Albvereins als Mitarbeiterin des Umweltamtes dies hätte auf dem kleinen Dienstweg abklären können. Vor allem auch deshalb, weil Teile des Naturschutzgebietes betroffen waren. Im übrigen hat der Kreisbiologe, Herr Kleiner, die Aktion bei einem Vororttermin als nicht glücklich bezeichnet, vor allem auch wegen des Mulchens.
Gut zu wissen ist auch, dass die Hauptarbeit von Holcim durch eigene Mitarbeiter und Geräte vom Gemeindebauhof mit Geräten durchgeführt wurde. Vom Albverein selbst wurde lediglich die Aufsicht geführt.
In Anbetracht dessen, dass die Pflegemaßnahme in der vorgesehenen neuen Abbaufläche und im Naturschutzgebiet durchgeführt worden ist, wäre mehr Sensibilität angebracht gewesen. Hatte Holcim und die Gemeinde ein Interesse daran, dass die Pflanzenwelt und Nistplätze seltener Vögel durch den starken Eingriff und das unnötige Mulchen zerstört werden?
Es stimmt, dass Rolf Uttenweiler in früheren Jahren auch Pflegemaßnahmen durchgeführt hat. Diese waren jedoch vorher mit dem Landratsamt und der Bezirksstelle für Naturschutz beim Regierungspräsidium Tübingen abgestimmt. Der Pflegetrupp des Regierungspräsidiums hat dabei die Sägearbeiten übernommen. Der Albverein hat dann mit schweißtreibender Manneskraft die Wacholderbüsche von der Fläche entfernt. Ein Abmulchen der gesamten Fläche wurde nie vorgenommen.
Allerdings stand damals auch keine Erweiterung des Kalksteinbruches an.
Die Albvereinsgruppe in Dotternhausen setzt sich nicht für den Erhalt eines kleinen Teils der schützenswerten Plettenberghochfläche ein, sondern vehement für die von Holcim geforderten Maximalgrenzen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Siegfried Rall
Degenhartstr. 5,
Dotternhausen

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Plettenbergabbau.

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