Vom gemeinsamen Lernen und Wegen der Inklusion

Balingen, 16.05.2018

Vom gemeinsamen Lernen und Wegen der Inklusion

Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft besuchten Schulen in Vorarlberg und Südtirol.

 

Eine von den Kreisvorsitzenden Bernd Romer und Martina Jenter-Zimmermann organisierte viertägigen Bildungsreise führte Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Zollernalbkreis nach Vorarlberg und Südtirol. Hier lernten sie an der Pädagogischen Hochschule in Feldkirch das Modellprojekt „Schule der 10- bis 14-Jährigen“ kennen. Es handelt sich dabei um eine Schulform, in der Kinder – vergleichbar mit der Gemeinschaftsschule in Deutschland – über die Grundschulzeit hinaus über acht Schuljahre hinweg gemeinsam lernen.

Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Zollernalb informierten sich.
Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Zollernalb informierten sich. Foto: Privat

Da auch in Österreich – ebenso wie in Deutschland – die Bildungsnähe des Elternhauses einen besonders großen Einfluss auf die Bildungswegentscheidung nach Klasse 4 hat, ist eine wesentliche Intention der Modellschule, durch das längere gemeinsame Lernen aller Kinder mehr Chancengerechtigkeit zu erreichen. Damit wird zahlreichen Forschungsergebnissen Rechnung getragen, die belegen, dass Schulsysteme, in denen Kinder früh in unterschiedliche Bildungsgänge aufgeteilt werden, ein niedrigeres Maß an Chancengerechtigkeit aufweisen. Die „Schule der 10- bis 14-Jährigen“ orientiert sich darüber hinaus an erfolgreichen Schulsystemen, in denen hohe Leistung und Chancengerechtigkeit gleichwertige Qualitätskriterien sind. Sehr beeindruckend war die abschließende Hospitation in einer fächerübergreifenden, jahrgangsgemischten Unterrichtsstunde.

In Südtirol informierten sich die Lehrkräfte anschließend in Sterzing über die in Italien bereits seit 40 Jahren praktizierte Inklusion und den gemeinsamen Unterricht aller Kinder bis zur Oberschule. Während verschiedener Hospitationen in der fünfjährigen Grundschule, der dreijährigen Mittelschule und der fünfjährigen Oberschule konnten sich die Teilnehmenden ein umfassendes Bild machen, wie Inklusion gelingen kann. Die deutschen Lehrkräfte zeigten sich besonders beeindruckt von der materiellen und vor allem auch der personellen Ausstattung der Schulen.

„Es ist eigentlich beschämend, dass unser Land so wenig dafür tut, dass Inklusion gelingen kann. Hier gibt es noch viel zu tun!“, zogen die Kreisvorsitzenden Martina Jenter-Zimmermann und Bernd Romer ein ernüchterndes Resümee.

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