Joshua Dubau gewinnt schwieriges Regenrennen

Albstadt, 20.05.2018

Joshua Dubau gewinnt schwieriges Regenrennen

Der Franzose Joshua Dubau gewinnt das U 23-Rennen im Albstädter Bullentäle. 

von Erhard Goller  

Antoine Philipp sorgt für einen französischen Doppelsieg. Die Deutschen haben viel Pech, Simon Schneller landet auf Platz 18. Bei den Damen siegt die Schweizerin Sina Frei. Ronja Eibl muss nach technischem Defekt aufgeben. Kurz vor dem U 23-Rennen begann es zu regnen. Das machte die Strecke zu einer extremen Herausforderung. Dass es bereits vor der ersten Kurve auf Asphalt zu einem Sturz kam, hatte mit den Bedingungen jedoch weniger zu tun.

Die Jungs der U 23 hatten am Samstag mit widrigen Bedingungen zu kämpfen, ließen sich davon aber nicht aufhalten. Im Rennen entstand nach zwei von sechs Runden eine dreiköpfige Spitzengruppe mit den Franzosen Joshua Dubau, Antoine Philipp und dem Dänen Jonas Lindberg – die spätere Podiumsgruppe. Kurze Zeit später attackierte Lindberg, Dubau konnte erst mal nicht mitgehen, er rutschte weg. Doch dann stürzte Lindberg und der Franzose war auf und davon. Auch Antoine Philipp ging an Lindberg vorbei.

Lokalmatador Gabriel Sindlinger von der RSG Zollern-Alb beendete das U 23-Rennen beim Heimweltcup auf einem respektablen 85. Platz.
Lokalmatador Gabriel Sindlinger von der RSG Zollern-Alb beendete das U 23-Rennen beim Heimweltcup auf einem respektablen 85. Platz. Foto: Moschkon

Joshua Dubau holte sich seinen ersten Weltcup-Sieg und gewann mit 41 Sekunden Vorsprung auf Philipp und 1:08 Minuten auf Lindberg. „Ich hatte einen schlechten Start, konnte mich aber nach vorne arbeiten. In der Dreier-Gruppe habe ich versucht, mein eigenes Tempo zu finden. Für mich war es ein perfektes Rennen heute“, fasste Dubau zusammen. Der Zweitplatzierte Antoine Philipp kam gut mit den Streckenbedingungen klar: „Ich mag solche Bedingungen, wenn man durch die Kurven sliden kann. Aber es war natürlich ein hartes Rennen bei diesem Boden.“

Den deutschen U 23-Mountainbikern klebte das Pech wie Dreck an den Reifen. Nur Simon Schneller kam richtig gut durch. Je länger das Rennen ging, desto schneller wurde Schneller. Mit über vier Minuten Rückstand kam er als bester Deutscher auf Rang 18 ins Ziel. Der Freiburger Max Brandl war mit großen Erwartungen ins Rennen gegangen, doch der U 23-WM-Dritte stürzte bereits in der ersten Runde am Albstadt-Drop. Doch dann kollidierte er mit dem Niederländer Milan Vader und stürzte schwer.

Mit einer Risswunde am Arm musste Brandl aufgeben. Luca Schwarzbauer war in den Sturz in der Startphase verwickelt und nach einem technischen Defekt war das Rennen für den Nürtinger in der fünften Runde beendet. Der Friedrichshafener David List fuhr lange Zeit ein hervorragendes Rennen, konnte sich bis auf Platz 18 vorkämpfen. Nach einem Hinterrad-Defekt war aber nicht mehr als Platz 26 für den erst 18-Jährigen drin.

Beim U 23-Rennen der Damen am Sonntagvormittag gewann die Schweizerin Sina Frei 21 Sekunden vor der Britin Evie Richards. Sie verbuchte damit den siebten Weltcup-Erfolg in der U 23-Kategorie. Die Dänin Malen Degn wurde mit deutlichem Rückstand Dritte.

Bereits im ersten Downhill riss Frei eine Lücke, die sie bis auf 30 Sekunden ausbauen konnte. Bei einem Sturz in der dritten Runde verlor sie einen Großteil dieses Vorsprungs. „Bei diesen Bedingungen ist es besser, vorne zu fahren. Fehler macht auf diesem Boden jede, es ging darum, möglichst wenige zu machen und das ist mir gelungen“, kommentierte Frei ihre Strategie. Evie Richards gab nie auf, doch gefährden konnte sie Frei am Ende nicht.

Ronja Eibl aus Grosselfingen konnte im Verlauf des Rennens zur Freude des heimischen Publikums den Rückstand auf die Drittplatzierte Malene Degn auf fünf Sekunden reduzieren. Doch just in dieser Phase erlitt Eibl einen nicht reparablen Defekt an ihrer Schaltung. Völlig enttäuscht musste die Fahrerin der RSG Zollern-Alb aufgeben. „Ich hatte noch nie in meinem Leben so gute Beine“, schüttelte die erst 18-Jährige den Kopf und zog niedergeschlagen von dannen.

Beste Deutsche wurde Nina Benz aus Laichingen, die auf dem 16. Rang 10:52 Minuten Rückstand hatte.

 

Viel Pech für die Fahrer der RSG Zollern-Alb

Bei den U 23-Rennen gingen insgesamt drei Fahrer für das Gonso-Simplon Racing Team der RSG Zollern-Alb an den Start. Bei den Männern waren Gabriel Sindlinger und Tobias Steinhart (von Platz 115 und 116 gestartet) am Samstag von Beginn an recht gut unterwegs. Doch nur Gabriel Sindlinger konnte beim U 23-Rennen überzeugen.

RSG-Trainer Bernhard Mast-Sindlinger.
RSG-Trainer Bernhard Mast-Sindlinger. Foto: Michael Würz

Er fuhr die A-Linie, war technisch gut unterwegs und kämpfte sich bis auf Rang 85 vor. „Das Ergebnis ist super, wohl das beste in Albstadt bisher, es ist nicht seine Lieblingsstrecke“, sagte Trainer Bernhard Mast-Sindlinger. „Es fehlte ihm nicht viel zum Durchfahren.“ Für Teamkollege Tobias Steinhart lief das Rennen weniger gut. Wegen gesundheitlicher Probleme konnte er nicht seine volle Leistung abrufen, wie Trainer Bernhard Mast-Sindlinger sagte. Steinhart beendete das Rennen auf Platz 115.

„Das Rennen ging nicht in die Hose, es ist aber schade für Tobi.“ Ronja Eibl startete bei den U 23-Damen am Sonntagmorgen von Platz 28 aus bei ihrem ersten Weltcup-Rennen. Noch in der ersten Runde kämpfte sie sich bis auf Platz vier. In der zweiten Runde dann der Schock: Das Schaltwerk ist gerissen, Eibl scheidet vorzeitig aus dem Rennen aus. „Es ist wieder das Gleiche: Zu Ende fahren wäre schön gewesen“, sagte Trainer Mast-Sindlinger. paca

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UCI-Weltcup 2018.

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