06.06.2018

Leserbrief

DFB und Löw haben sich disqualifiziert

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zur Erinnerung: Mesut Özil und Ilkay Gündogan treffen Erdogan und überreichen dem Despoten vom Bosporus ihre Fußballtrikots. Neben dem Namen und der Nummer stand auf Gündogans Trikot noch handschriftlich: „Mit großem Respekt für meinen Präsidenten, Hochachtungsvoll“. Das ist bisher bekannt gewesen.
Waren ich (und Millionen anderer ) bisher der Meinung, dass der Fußballspieler der deutschen Nationalmannschaft Ilkay Gündogan die doppelte Staatsbürgerschaft besitzt, so kommt jetzt ans Tageslicht, dass Gündogan nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Das „nur“ bezieht auf die Anzahl der Staatsbürgerschaften. Das lässt diese ominöse Widmung in einem anderen, negativeren Licht erscheinen. Hatte man eine Weile etwas Verständnis für diese handschriftliche Zugabe auf Gündogans Trikot, so muss doch nun gesagt werden, dass Gündogan sich weit mehr als eine „Rote Karte“ verdient hat. Eine Sperre auf Lebenszeit für dieses „gezielte grobe Foul“ muss folgen. Wissend, dass er kein Türke ist, täuschte Gündogan die Öffentlichkeit und erhaschte sich gar „Verständnis“ (so etwa bei der Grünen-Politikerin Roth), da der türkische Präsident ja (neben dem deutschen Bundespräsidenten) auch „sein“ Präsident sei. Es war also keine Huldigung an einen seiner Präsidenten, sondern nur „dumm“. Als „dumm“ darf man Gündogan jedoch nicht bezeichnen, machte er doch 2011 sein Abitur. Und soweit ich weiß, bekommt kein „dummer“ Schüler das Abitur. Was also bezweckte Gündogan? Da muss doch „etwas“ dahinter stecken. Oder weiß Gündogan wirklich nichts vom Regierungsstil Erdogans? Das allerdings, das wäre dumm, oder wie wir Schwaben zu sagen pflegen „saudumm“. Ergo: Es war stupide und geschmacklose Wahlkampfhilfe. Da kann er erzählen, was er will. Ein Wahlkämpfer Erdogans darf nicht für Deutschland auflaufen. Punkt. Aus. Schluss.
Bundestrainer Joachim Löw musste am Montag vier Spieler aus dem Kader streichen. Leider waren Özil und Gündogan nicht dabei. Löw hat diese Chance nicht genutzt. Damit macht sich auch „unser Bundes-Jogi“ zum Helfershelferlein für einen diktatorähnlichen Staatspräsidenten. Ich verstehe das nicht. Joachim Löw und der DFB haben sich damit selbst disqualifiziert.
Roland Sauter
Hohenneuffenstrasse 64
Onstmettingen

Mehr zum Schlagwort

Schule.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter