06.06.2018

Leserbrief

Einfach auch die Augen öffnen

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Reaktion auf den Leserbrief „Vom Rechtsruck ablenken“
Der Leserbrief von Renate Schmidt enthält viel: vor allem vielezusammenhanglose Argumente, die in einen abstrakten Zusammenhang gebracht wurden. Frau Schmidts Grundaussage ist klar. Flüchtlinge sind gut und zwar alle. Jeder, der das nicht so sieht, ist böse. So einfach kann man sich die Welt natürlich machen.
Doch Frau Schmidt muss sich den Tatsachen stellen. Flüchtlinge bedrohten in Ellwangen Polizeibeamte. Angeblich Schutzsuchende widersetzten sich einerbehördlichen Anweisung. Das ist bereits widerrechtlich, auch ohne Gewaltanzuwenden. Denn noch leben wir in einem Rechtsstaat. Und der gilt eben auchfür Flüchtlinge, die so gern zu uns kommen und unsere Rechte für sich in Anspruch nehmen. Die Pflichten aber ebenso gern ignorieren.
Für Frau Schmidt ist alles eine Lüge. Sie ist der Meinung, dass die Polizeilügt, dass Horst Seehofer lügt und am Ende sogar die Medien, die für einenkritischen Umgang mit der Flüchtlingspolitik Merkels nun wirklich nichtbekannt sind. In Frau Schmidts Augen ist alles eine groß angelegteVerschwörung, alles geplant, um von einem angeblichen Rechtsruck derRegierung abzulenken.
Rechtsruck? Frau Schmidt hat wohl durch die Teilnahme am „rebellischen Musikfestival“ vergessen, dass es die Bundeskanzlerin höchst selbst war, die die Flüchtlinge nach Deutschland eingeladen hat. Ihr jetzt rechtesGedankengut zu unterstellen, ist mindestens erstaunlich. Nett ausgedrückt.
Anstatt allen Journalisten, Mitbürgern, Behörden und Politikern eine bundesweite Intrige zu unterstellen und wirre Leserbriefe zu schreiben, könnte Frau Schmidt auch einfach die Augen öffnen. So wie es kriminelle Deutsche gibt, gibt es eben auch kriminelle Flüchtlinge, über die die Medien gelegentlich sogar berichten; das BAMF hat sich über geltendes Recht tatsächlich hinweggesetzt (und das womöglich mit Angela Merkels Wissen). Und natürlich ist in Italien auch als Nicht-Italiener ein gutes Leben möglich, wenn man bereit ist, sich zu integrieren.
Dass die Bereitschaft, sich zu integrieren, vieles erleichtert, gilt übrigens nicht nur für Italien, sondern für alle Länder auf diesem Planeten – auf dem Frau Schmidt jedoch nicht zu leben scheint.
Stefan Herre MdL
Hauptstraße 41
Balingen

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