07.06.2018

Leserbrief

Der Traum vom „Wir schaffen das!“

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Als vor Jahren tagtäglich mehrere tausend Menschen aus allen Ländern dieser Erde unkontrolliert in unser Land strömten, ohne die Voraussetzung für die Aufnahme dafür geschaffen zu haben, wurde dieser Akt als Willkommenskultur von den Politikern und einigen Organisationen gepriesen.
Nun ist das eingetreten, was vorauszusehen war, nur die Politiker haben es damals nicht wahrhaben wollen und schieben nun ihre ganze Unzulänglichkeit den Behörden zu.
Diese Institutionen, die unvorbereitet und mit geringem Personal ausgestattet sind, waren total überfordert und konnten es auch gar nicht anders sein. Nur der Einsatz von Tausenden freiwilligen Helfern, deren Leistung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, hat ein größeres Chaos verhindert.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass trotz alldem sich weiterhin bis zu 100000 Menschen unregistriert (illegal) oder mit falschen Personalien in Deutschland aufhalten. Dies zu korrigieren, ist eine Mammutaufgabe, die kaum zu bewältigen sein wird.
Obwohl dieses Problem in den Regierungskreisen bekannt war, wurde durch die verordnete „Wir-schaffen-das-Mentalität“ vieles unter den berüchtigten Teppich gekehrt und somit unserem humanen Asylrecht und der Akzeptanz, die noch in vielen Teilen der Bevölkerung existiert, großen Schaden zugefügt.
Engagierte Bürger, die damals ihre berechtigten Sorgen und Ängste zum Ausdruck brachten, wurden sofort von den selbst ernannten „Rettern der Menschheit“ in die rechte Ecke gestellt und als Ausländerfeinde und Rassisten beschimpft. Um nicht in den gleichen Sog hineingezogen zu werden, haben selbst die Massenmedien die Flüchtlingsproblematik großzügig verschwiegen. Erst die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln haben die Medien dazu bewogen, das Kind beim Namen zu nennen und das auch nur teilweise mit angezogener Handbremse.
Wen wundert’s, dass viele europäische Staaten unser selbstgeschaffenes Flüchtlings- und Asylproblem als abschreckendes Beispiel nehmen, um sich weiterhin der Flüchtlingsaufnahme zu verweigern.
Jedoch die Dame in Berlin, die dieses Chaos mit zu verantworten hat, tut so, als ob sie all das überhaupt nichts angehen würde und träumt weiterhin ihren einsamen Traum vom „Wir schaffen das!“.
Gerd O. Lehmann
Rosensteinstraße 1
Onstmettingen

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