11.06.2018

Leserbrief

Der Glaube an die Justiz eint

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Zu: Leserbrief von Frau Schmidt und die Leserbriefe dazu
Dass Frau Schmidts
Die Hetze gegen Flüchtlinge, die vor allem der Spaltung dient und Fluchtursachen vollkommen ausblendet, verfängt jedoch immer weniger. 25 000 Antifaschisten, Demokraten, Christen und Sozialisten demonstrierten vergangenen Sonntag gegen einen Aufmarsch der AfD in Berlin, während die AfD mit 5000 Anhängern weit unter ihren selbst gesteckten Zielen geblieben ist. Was für eine Blamage? Was alle Leserbriefschreiber eint, ist der bedingungslose Glaube an Justiz, Polizei und Medien. Gerade die Vorgänge um das BAMF zeigen jedoch, wie schnell Unterstellungen in sich zusammenfallen können. Aus „bandenmässigem Durchschleusen von Asylbewerbern“ und „Korruption“ wird plötzlich „Überlastung“.
So bestätigte das Ordnungsamt des Landkreises Cuxhaven, dass Flüchtlinge aus diesem Landkreis zur Antragstellung nach Bremen gebracht wurden. Für den Transport wurden von den zuständigen Kommunen Busse gechartert. Auch das „Durchwinken“ von Asylanträgen war von oberster Stelle angeordnet für bestimmte Nationalitäten, wie etwa die Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Frau Schmidt Lügen und Verschwörungstheorien zu unterstellen, wie es Herr Herre in seinem Leserbrief vom 5.6.18 tut, dient nur dazu kritische Menschen lächerlich zu machen.
Unvorstellbar für besagte Leserbriefschreiber ist wohl auch, dass sich wie in Ellwangen Flüchtlinge schützend voreinander stellen, oder angesichts eines gigantischen Polizeiaufgebots aus Angst aus dem Fenster springen. Wer fragt sich, was diese Menschen in ihren Heimatländern erlebt und erduldet haben durch Polizei und Staatsgewalt. Menschlichkeit, Einfühlungsvermögen und Solidarität sind offensichtlich nicht jedermanns Sache. Allen, die jetzt schon die Griffel spitzen, um mir die Verteidigung krimineller Flüchtlinge zu unterstellen, sei gesagt: für mich gilt das Strafgesetzbuch gegenüber allen Kriminellen, gleich welcher Nationalität.
Marion Zuckschwerdt
Längenfeldstraße 2
Balingen

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