12.06.2018

Leserbrief

In unverantwortlicher Weise agiert

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.
 
Ist der Plettenberg
So wurden auf dem 8,6 Hektar großen Gelände umfangreiche Rodungen durchgeführt. Es wurden seltene Fauna und Flora zerstört. Büsche, die den geschützten Vögeln zum Brüten dienten, wurden herausgerissen. Und der Rest der Vögel wurde durch Sprengungen Ende Mai gestört, vertrieben oder getötet. In der Regionalverbandsversammlung am 5. Juni hat die mutige dreiköpfige FDP-Fraktion wenigstens einen Antrag gestellt, der die Versammlung zur Debatte zwang. Der Antrag lautete sinngemäß: Genehmigt werden nur noch 8,6 Hektar und der Rest des Plettenbergs wird sofort unter strengsten Naturschutz gestellt. Es wurde hitzig diskutiert und selbst der Landesnaturschutzverband kam zu Wort. Dieser widerlegte das wohl „bestellte“, vorliegende Gutachten und bestätigte das Vorkommen der seltenen und geschützten Vögel und besonders der Heidelerche.
Der Naturschutzverband wurde zwar gehört, aber nicht erhört. So viel zur Beachtung der Natur- und Umweltschutzgesetze. In der Debatte schlossen sich die Grünen dem Antrag der FDP an und erweiterten diesen aus rechtlichen Gesichtspunkten sogar, so dass dann nur noch darüber abgestimmt wurde.
Der Landrat und seine CDU stimmten komplett dagegen wie auch die SPD. Dafür stimmten die FDP, die anwesenden Grünen sowie einige Freie Wähler, mit insgesamt 10 gegen 48 Stimmen. Somit gewann der Antrag der Regionalverbandsspitze mit der Genehmigung der Änderung des Regionalplans. Das heißt, Zusage der 8,6 Hektar – und ein ähnlich großes Gelände bleibt zusätzlich Vorranggebiet für den Steinbruch in 20 bis 25 Jahren, wenn nicht sogar schneller abgebaut und neuer Bedarf viel früher angemeldet wird.
Es ist nicht nachzuvollziehen, warum die CDU und die SPD heute schon quasi einen Freifahrschein zum Abbau des restlichen Berges in rund 20 Jahren erteilten. In unserer Ansicht nach unverantwortlicher Weise wurde der heutigen und der nächsten Generation ein entscheidendes Druckmittel zu jetzigen und zu späteren Verhandlungen genommen. Zwar wollen die noch großen Parteien in einer gewissen Doppelmoral offen sein für den Naturschutz, aber sie stimmten doch geschlossen gegen den Antrag von FDP-Grüne.
Den Bürgern kann nur geraten werden, besuchen Sie den Plettenberg, solange es ihn noch gibt.
Dr. Ingrid Helber
und Eugen Helber
Westerwaldstraße 17, Balingen

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