image

Vom Regen in die Traufe

Hausbesitzer sollten sich vor den Folgen von Hochwasser und Überschwemmungen schützen.

von djd / jow  

Tagelanger Dauerregen, überflutete Grundstücke, vollgelaufene Keller. Die Tiefdruckgebiete Paul und Rasmund, die im Sommer 2017 über Deutschland wüteten, haben nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) Schäden in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro verursacht.

Vom Regen in die Traufe
Foto: jonathansautter/pixabay.com

Allein in Berlin und Brandenburg fielen durch „Rasmund“ in 24 Stunden 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Damit kam an nur einem Tag pro Quadratmeter schon ein Viertel des Regens herunter, der bundesweit durchschnittlich im gesamten Jahr zu Boden geht.

Starkregen als Sommerphänomen

Starkregen ist ein typisch sommerliches Phänomen: Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Treffen warme und kalte Luftmassen aufeinander, kondensiert die Feuchtigkeit blitzschnell und es kommt zum Wolkenbruch. Ist dieser sehr intensiv oder regnet es langanhaltend, ist der Boden gesättigt – er kann also die Wassermassen nicht mehr aufnehmen.

Extremwetterlagen wie Starkregen oder schwere Hagelschauer häufen sich in Deutschland – und die Aussicht auf einen Rückgang besteht eher nicht. Nach Aussagen von Klimaexperten ist dies ein Zeichen, dass der Klimawandel sich auf das alltägliche Wetter auswirkt.

Hausbesitzer sollten Versicherung prüfen

Gewisse bauliche Vorkehrungen an der eigenen Immobilie können helfen, einen ungewollten Wassereintritt zu verhindern oder zumindest zu minimieren. Aber: Nicht jeder mag dahingehend investieren und viele hoffen wohl weiterhin, dass das Unwetter auch dieses Mal unbeschadet an ihrem Zuhause vorüberziehen möge. Mit der sogenannten Elementarschaden- oder Naturgefahrenversicherung müssen Immobilienbesitzer zumindest unter finanziellen Aspekten nicht mehr bang zum Himmel blicken, wenn ein Unwetter aufzieht.

„Meistens stellt sich die Frage nach dem Versicherungsschutz erst im Schadenfall“, warnt Versicherungsexperte Dr. Henning Folkerts: „Ist der Keller vollgelaufen, hoffen die Betroffenen, dass der Hausrat- oder Wohngebäudeversicherer zahlt. Aber: Der Schutz gegen Schäden durch Naturgefahren wie Überflutung durch Witterungsniederschläge oder Überschwemmung muss üblicherweise zusätzlich zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung vereinbart werden.“

Jeder Hausbesitzer, so Folkerts, solle daher schon in „guten“ Zeiten prüfen, ob er die wichtige Zusatzvereinbarung abgeschlossen habe.

Die Region Neckar-Alb ist eine Gewitterhochburg

Immer wieder richten Hagelschauer und Unwetter starke Schäden im Zollernalbkreis und seinen Nachbarkreisen an. Erst am 31. Mai ist über Teile des Landkreises ein kurzes, aber heftiges Gewitter gezogen. In Engstlatt beschädigte ein Hagelschauer Autos. Nur neun Tage zuvor überfluteten am Pfingstmontag heftige Regenfälle fünf Keller in der Winterlinger Teilgemeinde Harthausen. 30 Feuerwehrleute schaufelten mehrere Stunden den zum Teil zehn Zentimeter hohen Hagel aus den Kellern und pumpten das Wasser ab.

Auch der Zollernalbkreis wird immer wieder von schweren Unwettern getroffen. Im Juli 2014 kam es im Schieferbruch in Dormettingen zu einem schweren Hochwasser (oben).
Auch der Zollernalbkreis wird immer wieder von schweren Unwettern getroffen. Im Juli 2014 kam es im Schieferbruch in Dormettingen zu einem schweren Hochwasser (oben). Foto: Benno Schlagenhauf/Archiv

Das sind nur zwei Beispiele aus diesem Jahr, die zeigen, wie risikobehaftet der Zollernalbkreis ist. Das Problem: Gewitter sind nicht nur schwierig zum Vorhersagen. Sie gehen meist auch über einem Ort nieder, während wenige Kilometer weiter fast nichts passiert. 

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter