02.08.2018

Leserbrief

Wir stehen in Verantwortung

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Zu: Artikel „Rücksicht auf den Rotmilan“ vom 31. Juli 2018
Der Rotmilan gehört ohne Zweifel zu den größten und schönsten Greifvögeln unserer Heimat Selbst über unseren Ortschaften ist er fast täglich seit dem März zu sehen, wenn er recht niedrig über die Dächer und Gärten segelt. In der Feldflur in meinem Heimatort Harthausen habe ich im vergangenen Jahr fast 30 Exemplare dieser Greife an einem Waldrand gezählt. Oft versammeln sich Gruppen von Rotmilanen nach dem Mähen auf einer Wiese, weil sie da relativ leicht an Feldmäuse und Käfer gelangen.
Man kann durch diese Ansammlungen und die tägliche Beobachtung am Himmel über unseren Dörfern den Eindruck bekommen, dass die Milane sehr zahlreich vorhanden sind und die Zahl der Mäusebussarde sogar übertreffen würden. Das ist leider nun überhaupt nicht der Fall, zumal man weiß, dass es den Rotmilan nur in einem relativ kleinen Teil Europas gibt und 60 Prozent davon ihre Brutreviere in Deutschland haben. In Baden-Württemberg leben etwa 3000 Brutpaare, ein erheblicher Anteil des gesamtdeutschen Bestandes.
Wir sollten uns daher glücklich schätzen diese stolzen Greife bei uns zu haben und alles für den Erhalt dieser Vögel zu tun. Da gilt es vor allem eine abwechslungsreiche und klein-strukturierte Landwirtschaft zu erhalten und gleichzeitig den Pestizid- und Insektizideinsatz in der Landwirtschaft weiter zu reduzieren. Auch der weitere Ausbau der Windenergieanlagen ist im Hinblick auf diese Vögel kontraproduktiv und sollte zumindest mit großer Rücksicht auf die Lebensräume des Rotmilan geplant werden. Wir haben also eine große Verantwortung für den Erhalt und das Überleben dieser wunderschönen Greifvögel!
Karl-Otto Gauggel
Brühlweg 7, Harthausen

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